Benötigte Zeit
3 bis 8 Tage, wenn man wandern möchte. Zum einfach ansehen und Fotos machen gibt es Tagestouren von Puerto Natales aus.
3 bis 8 Tage, wenn man wandern möchte. Zum einfach ansehen und Fotos machen gibt es Tagestouren von Puerto Natales aus.
Hauptsehenswürdigkeiten
Die Torres
Der gesamte Nationalpark ist nach ihnen benannt und kein Bildband über Patagonien kommt ohne sie aus. Es handelt sich bei den Torres (Türme) um drei Felsnadeln mit einer Höhe von 2.200 bis 2.800 m. Sie sind schon von weitem zu sehen, bieten aber ein noch eindrucksvolleres Bild, wenn man sich in einem ca. 4stündigen Marsch bergaufwärts bis zu ihren Füssen genähert hat. Ein besonderes Schauspiel bietet sich in der frühen Morgensonne. Dann färben sich die sonst eher grauen Felsen in schillerndes Rot-Orange.
Das W
Hierbei handelt sich um eine 3-4tägige Wanderung, deren Route auf der Landkarte an ein W erinnert. Man läuft
am Fuss des die Torres umschliessenden Gebirgsmassivs entlang und dringt entlang von drei Trails in das Massiv ein. Ein Trail führt zu dem Fuss der Torres und man benötigt hin und zurück insgesamt ca. 8 Stunden. Der zweite Trail führt durch das Valle Frances zu einem Aussichtspunkt am Rücken der Torres. Wir fanden diesen Teil wie auch viele andere Wanderer landschaftlich ausgesprochen eindrucksvoll. Man sieht viele kleinere Gletscher und wir hatten jahreszeitlich bedingt das Glück, die herbstlich rot-gelbe Färbung der hier in grosser Anzahl vorhandenen Bäume bewundern zu können. Für diesen Trail benötigt man von seinem Abzweig vom Weg am Fuss des Gebirgsmassivs gerechnet retour ca. 6-7 Stunden. Der dritte Trail des W führt zu einem Aussichtspunkt auf den Gletscher Grey. Wiederum vom Abzweig sind es hier ca. 6 Stunden retour.
Der Circuit
Wenn man den Weg vom Gletscher Grey nicht wieder zurückläuft sondern weitergeht, gelangt man auf die Rückseite des Bergmassivs und kann es mit 2-3 zusätzlichen Tagen an Zeiteinsatz komplett umrunden. Auf diesem Weg gibt es im Gegensatz zu dem W keine Berghütten (Refugios) sondern nur einfachste Campingplätze. Dafür findet man hier dann auch deutlich weniger Wanderer und noch unberührte Natur.
Unser Tipp
Weder W noch Circuit sind ein "Muss"
Auch wenn die Souvenirläden in Puerto Natales voller Touri-Shirts mit Sprüchen wie "I did the W/Circuit" sind, sollte man sich von derlei Dingen nicht leiten lassen. Fakt ist, dass das Wetter in dieser Gegend sehr unbeständig ist und man auch schon ein paar Tage am Stück mit Regen und dem für Patagonien typischen starken Wind erleben kann. Das kann für den einen eine Herausvorderung sein, für den anderen macht es halt keinen Sinn, sich einregnen zu lassen und womöglich aufgrund niedriger Wolken kein einziges Mal die Torres überhaupt zu sehen. Dank sehr guter Hütten- und Transportinfrastruktur entlang des W kann man diesen Teil des Parks auch nur abschnittsweise besuchen und seine Wanderungen von dem herrschenden Wetter abhängig machen.
April ist ein guter Monat
Im April befindet man sich zwar schon deutlich in der Nachsaison, aber dafür findet man hier auch weniger Touristen als in der Hauptsaison. Allerdings müssen wir ehrlicherweise sagen, dass wir die "weniger" Touristen immer noch ganz schön viele fanden. Der April ist auch deswegen ein guter Monat, weil die Bäume dann ihre herbstliche rot-gelbe Laubfärbung bereits zeigen. Zu den Nachteilen gehört, dass zu dieser Zeit das Wetter im Schnitt schlechter ist, die Temperaturen niedriger sind, ein Teil der Berghütten bereits geschlossen hat und die Fahrpläne für Busse und Fähren ausgedünnt sind.
Zelt und Proviant mitnehmen
36 US$ für ein Bett in einem 6er Schlafsaal in den Refugios fanden wir selbst für das sonst auch nicht gerade günstige Chile eine echte Ansage und aufgrund nicht vorhandenen Stroms und Heizung auch eine ziemlich dreiste Touriabzocke. Die Essenspreise in den Refugios waren ähnlich unverschämt. Da in der Nachsaison genügend Platz in den Hütten ist, lohnt es sich auf jeden Fall, ein eigenes Zelt und Proviant mitzunehmen. Bei schlechtem Wetter kann man sich dann immer noch entscheiden, den Erpresserpreis für ein Bett im Schlafsaal zu zahlen.
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