Gerd Ruge
Sibirisches Tagebuch
Gerd Ruges Buch ist mindestens genauso ein Buch über Sibirien wie es ein Buch über den Umbruchsprozeβ im Russland der neunziger Jahre ist. Von China aus bricht Gerd Ruge 1997 in den Fernen Osten Russlands auf. Während sich in China bereits der beginnende Wirschaftsboom abzeichnet, ist die ehemalige Sowjetökonomie Russlands gänzlich zusammengebrochen. Die Menschen erhalten von den maroden Staatsbetrieben monate- und jahrelang keine Löhne ausgezahlt. Anstatt eine Revolution anzuzetteln, lebt die Tauschwirtschaft wieder auf und die Menschen züchten auf den Balkonen ihrer Plattenbauten im kurzen sibirischen Sommer Tomaten und anderes Gemüse, um sich mit dem Nötigsten selbst zu versorgen.
Trotz der widrigen Bedingungen antworten die meisten Menschen Gerd Ruges Fragen nach ihrem Leben mit dem immer gleichen gleichmütigen "Normalno". Also alles ganz normal? Gerd Ruge gelingt es durch geschicktes Nachfragen und durch eine sorgfältige Auswahl seiner Gesprächspartner, ein plastisches Bild jener Umbruchszeit im für den Normaleuropäer fernen Sibirien zu zeichnen.
Am Rande der Geschichten über das Leben der Menschen im Umbruch bekommt der Leser ein Bild über die einzigartige Natur Sibiriens. Die endlose Weite, die unglaubliche Kälte im Winter und über die Sibirien durchziehenden, jegliche westeuropäische Dimension sprengenden Ströme. Auch hier liegt der Focus eher auf den Menschen und wie sie mit den Gegebenheiten zurecht kommen, als auf eine intensive Beschreibung der Natur. So lernt der Leser beispielsweise, dass die Häuser des in 1m Tiefe auch im Sommer gefrorenen Permafrostbodens nicht auf normalen Fundamenten errichtet werden können, sondern auf in den Boden gerammten Betonpfeilern stehen müssen.
Zusammenfassend läβt sich festhalten, das dieses Buch vor allem für Leser geeignet ist, die sich für den Umbruchsprozeβ im Russland der neunziger Jahre interessieren. Diesen Prozeβ schildert Gerd Ruge mit hoher journalistischer Kompezenz und Einfühlungsvermögen für die sich ihm darbietenden menschlichen Schicksale.
Benedikt Geulen / Marcus Seibert (Hg.)
Mit Rückenwind - Eine literarische Rucksackreise
Dieser Band umfasst insgesamt 18 Kurzgeschichten vorwiegend englischsprachiger Autoren, die sich mehr oder weniger intensiv mit dem Thema Reisen befassen.
Meine Vorstellung von Reisen wird nur in wenigen Geschichten aufgegriffen. Vielmehr scheinen die Herausgeber das Thema Reisen verschiedentlich mit Pennergeschichten über den fragwürdigen Reiz von Obdachlosigkeit zu verwechseln. Dies gilt insbesondere für die Tramp-Stories von Jack Black und Jack Kerouac sowie für den Bericht "Deutschland umsonst" von Michael Holzach.
Zu den meiner Meinungn ach besseren Stories dieses Bandes gehören die "Traumpfade" von Bruce Chatwick, denen ich in Australien unbedingt auf den Grund gehen muss. Helge Timmenbergs "Strasse nach Indien" steht in der Erinnerung an die Hippiejahre im direkten Gegensatz zum heutigen Rucksackmassentourismus, der von William Sutcliffe in "Und ich bin nicht aus Surrey" sehr gut beschrieben wurde. Suzanne Possehl gibt in "Spione in der Diamantenmine" vor, für den Lonely Planet in Sibirien unterwegs gewesen und deshalb vom KGB verfolgt worden zu sein. In unserem aktuellen Lonely Planet Russland ist diese Autorin allerdings nicht vertreten. Ob der Reiseführer deshalb oder trotzdem einige grosse Bereiche im sibirischen Raum unbeschrieben lässt, läßt sich aus der Geschichte nicht schlieβen.
Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck hängen, dass die Herausgeber bei der Zusammenstellung des Bandes eher das Marketingmkonzept und die Minimierung der an die Autoren zu zahlenden Tantiemen für den Verlag gedacht haben, anstatt eine wirklich abwechslungsreiche Betrachtung des Themas Reisen durch verschiedene nicht nur aus dem englischsprachigen Raum stammende Autoren im Auge zu haben.
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen und war auf den ersten 20 Seiten etwas skeptisch. Ich empfand den Erlebnisbericht als etwas klischeehaft nach dem Motto "Selbstverwirklichung durch Reisen". Auf den folgenden Seiten bin auch aber zunehmend von Dieter Kreutzkamps Schilderung gefangen genommen worden. Eine wesentliche Erkenntnis für mich war, dass die Freiheit des Reisens durch harte Arbeit täglich erkämpft werden muss. Die 4.300tägige Reise des Dieter Kreutzkamps und seiner Frau wahlweise mit VW-Bus, Fahrrad oder Kanu hat mich in ihren Bann gezogen. Besonders gespannt bin ich darauf, auf unserer Reise zu erfahren, wie wir uns als Paar mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen werden. Mehr Meinungen zu diesem Buch findet Ihr in den amazon.de Kundenrezensionen . Autor: Olaf
Auch dieses Buch habe ich geschenkt bekommen. Ich habe es voller Begeisterung gelesen, da ich die Begeisterung der Autoren spüren konnte. Ich war selbst schon viel mit Backpack unterwegs, aber doch nie länger als 8 Wochen am Stück. 16 Jahre ist da ein ganz anderer Schnack. Bewundert habe ich vor allem den Mut dieser Weltreisenden. Nach meiner Auffassung ein absolutes Muss für jeden, der den stillen und vielleicht noch kleinen Wunsch nach einer Weltreise hegt. Hier wird aus dem Wunsch Begehren. Mehr Meinungen zu diesem Buch findet Ihr in den Kundenrezensionen bei amazon.de.
Autor: Olaf
Zu den meiner Meinungn ach besseren Stories dieses Bandes gehören die "Traumpfade" von Bruce Chatwick, denen ich in Australien unbedingt auf den Grund gehen muss. Helge Timmenbergs "Strasse nach Indien" steht in der Erinnerung an die Hippiejahre im direkten Gegensatz zum heutigen Rucksackmassentourismus, der von William Sutcliffe in "Und ich bin nicht aus Surrey" sehr gut beschrieben wurde. Suzanne Possehl gibt in "Spione in der Diamantenmine" vor, für den Lonely Planet in Sibirien unterwegs gewesen und deshalb vom KGB verfolgt worden zu sein. In unserem aktuellen Lonely Planet Russland ist diese Autorin allerdings nicht vertreten. Ob der Reiseführer deshalb oder trotzdem einige grosse Bereiche im sibirischen Raum unbeschrieben lässt, läßt sich aus der Geschichte nicht schlieβen.
Insgesamt bleibt bei mir der Eindruck hängen, dass die Herausgeber bei der Zusammenstellung des Bandes eher das Marketingmkonzept und die Minimierung der an die Autoren zu zahlenden Tantiemen für den Verlag gedacht haben, anstatt eine wirklich abwechslungsreiche Betrachtung des Themas Reisen durch verschiedene nicht nur aus dem englischsprachigen Raum stammende Autoren im Auge zu haben.
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen und war auf den ersten 20 Seiten etwas skeptisch. Ich empfand den Erlebnisbericht als etwas klischeehaft nach dem Motto "Selbstverwirklichung durch Reisen". Auf den folgenden Seiten bin auch aber zunehmend von Dieter Kreutzkamps Schilderung gefangen genommen worden. Eine wesentliche Erkenntnis für mich war, dass die Freiheit des Reisens durch harte Arbeit täglich erkämpft werden muss. Die 4.300tägige Reise des Dieter Kreutzkamps und seiner Frau wahlweise mit VW-Bus, Fahrrad oder Kanu hat mich in ihren Bann gezogen. Besonders gespannt bin ich darauf, auf unserer Reise zu erfahren, wie wir uns als Paar mit unseren unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzen werden. Mehr Meinungen zu diesem Buch findet Ihr in den amazon.de Kundenrezensionen . Autor: Olaf
Auch dieses Buch habe ich geschenkt bekommen. Ich habe es voller Begeisterung gelesen, da ich die Begeisterung der Autoren spüren konnte. Ich war selbst schon viel mit Backpack unterwegs, aber doch nie länger als 8 Wochen am Stück. 16 Jahre ist da ein ganz anderer Schnack. Bewundert habe ich vor allem den Mut dieser Weltreisenden. Nach meiner Auffassung ein absolutes Muss für jeden, der den stillen und vielleicht noch kleinen Wunsch nach einer Weltreise hegt. Hier wird aus dem Wunsch Begehren. Mehr Meinungen zu diesem Buch findet Ihr in den Kundenrezensionen bei amazon.de.
Autor: Olaf
Dieses Buch hat mich von allen bislang gelesenen Weltreisebüchern am meisten fasziniert. Es handelt von der ersten Weltumrundung einer Frau in einem Auto. Von 1927 bis 1929 umrundet die Deutsche Clärenore Stinnes zusammen mit dem schwedischen Fotografen Carl-Axel Söderström in einem Automobil der Marke "Adler" den Globus. Im Zeitalter des Internets sowie des selbst auf den höchsten Vulkanen Indonesiens tadellos ausgebauten Mobilfunknetzes (eigene Erfahrung) erscheinen die von Stinnes beschriebenen Abenteuer in der heutigen Welt geradezu unmöglich. Vor allem gibt es heute fast überall auf der Welt Straßen, welches 1927 bei weitem nicht der Fall war. Auch wenn ich an meine eigenen Reisen denke, so hat sich zwischen meiner ersten Reise nach Indien im Jahr 1992 (damals schrieb man Briefe "postlagernd" und eine Telefonverbindung nach Deutschland benötigte 2 Stunden Vorlaufzeit mit Schlangestehen etc.) und heute soviel getan, dass es mir schwer fällt, noch an echte Abenteuer zu glauben. Wir werden berichten. Zum Buch findet Ihr leider keine weiteren Kundenrezenzionen bei amazon.de. Trotzdem ein lohnender Kauf.
Diese Buch war ebenfalls mit eins der ersten, dass ich in Vorbereitung auf unser geplantes Projekt gelesen habe. Ich habe bewusst nicht Weltreise geschrieben, da unsere erste Idee war, mit einem Bus die Panamericana von Alaska nach Feuerland zu bereisen. Im Laufe der Zeit haben wir uns dann aber für die jetzige Art des Reisens und eine Route „um die Welt“ entschieden. Der Autor und sein Freund haben also das gemacht, was wir ursprünglich vor hatten, nur sind sie mit zwei Motorrädern gereist, von Norden nach Süden. An diesem Buch hat mir besonders gefallen, dass der Autor neben seinen vielen Reiseeindrücken und Erlebissen vor allen Dingen über die unterschiedlichen Menschen geschrieben hat, die ihm während seiner Reise begegnet sind. Da die beiden mit dem Motorrad gefahren sind und meistens im Zelt übernachtet haben, hatten sie auf der Suche nach einem geeigneten Standort dafür Kontakt mit sehr unterschiedlichen Personen aus den verschiedenen Kulturkreisen. Einen Tipp aus dem Buch fand ich sehr gut und ich bin gespannt, ob er sich auf der Reise bewährt: Kinder sind eine gute Hilfe, wenn man auf der Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz für die Nacht ist, denn sie zeigen einem sehr schnell den Weg zu den Erwachsenen, und ihr Verhalten lässt erkennen, wie die Bevölkerung zu Fremden steht.

