Die Funktion eines Schlafsacks besteht natürlich in erster Linie darin, den eigenen Körper warm zu halten. Zusätzlich kann er auch eine Anti-Ekelfunktion in allzu heruntergekommenen Absteigen erfüllen. Für Letzteres ist am besten ein einfaches Baumwoll- oder Seideninlay geeignet. Diese haben keine Warmhaltefunktion und sind so vor allem in warmen Ländern zu empfehlen, in denen die Anti-Ekelfunktion auch am meisten gebraucht wird.
Da bei einem richtigen Schlafsack wie allen Ausrüstungsgegenständen nach oben keine Preisgrenzen gesetzt sind, sollte man sich gut überlegen, was man wirklich braucht. Nach unserer Erfahrung sind in warmen Ländern kälteisolierende Hochleistungschlafsäcke eher ein Hindernis als eine Hilfe, insbesondere wenn man plant, die meiste Zeit in Hostels oder günstigen Hotels zu übernachten. Solche Schlafsäcke sind relativ schwer und bei Nächten um die 30 Grad will man sich nicht wirklich mit ihnen zudecken.
Wenn man allerdings umfangreiche Outdoor-Aktivitäten in Hochgebiergsregionen oder Gebieten wie Sibirien plant, ist der Wärmeschutz natürlich das wichtigste Entscheidungskriterium. Da ein Schlafsack an sich nicht "wärmen" kann, sondern nur die eigene Körperwärme gegen widrige äuβere Einflüsse schützen und konservieren kann. Diese Funktion erfüllt im Wesentlichen die Füllung des Schlafsacks, die entweder aus Daunen oder aus Kunstfasern bestehen kann.
Die Vorteile einer Naturdaunenfüllung sind ein besonders kleines Packvolumen, eine hohe Lebensdauer und ein geringes Gewicht. Nachteilig ist hingegen die hohe Empfindlichkeit gegen Nässe und Fechtigkeit. Während eine Daune ca. 12% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnimmt, sind es bei einer guten Kunstfaser nur 0,8%. Eine Daune trocknet nur schwer wieder, wenn sie einmal nass geworden ist. Langanhaltende Fechtigkeit führt jedoch zur Klumpenbildung der Daunen und damit zu einer Verminderung der Warmhaltefunktion.
Der Hauptvorteil einer Kunstfaserfüllung besteht also im Wesentlichen in der geringen Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Auch verrutscht die Füllung nicht so leicht wie bei einer Naturdaune.
Die gleichmäβige Verteilung der Füllung ist für beide Faserarten von immenser Bedeutung für ihre Funktionsfähigkeit. Die Möglichkeiten, das Füllmaterial gleichmäβig zu verteilen, sind vielfältig. Zum einen kann dies durch verschiene Arten von Nähten geschehen, die sich je nach Ausführung in der Güte der Wärmeisolierung unterscheiden. Ein durchsteppter Schlafsack isoliert an den Nähten zum Beispiel sehr schlecht. Die besseren Schlafsäcke verwenden Stege, um einzelne Kammern fur die gleichmäβige Verteilung der Füllung zu schaffen. Die Stege bestehen aus sehr leichtem Stoff, der mit dem Innen- und Aussenbezug vernäht ist. So wird eine "kalte" Naht wie beim Steppen vermieden.
Ein weiteres wichtiges Beurteilungsmerkmal zur Güte eines Schlafsacks ist der Auβenbezug und das Futter. Der Auβenbezug muβ zum einen vor eindringengender Nässe schützen und das Füllmaterial wie Daunen nicht nach auβ durch lassen. Zum anderen soll aber die Feuchtigkeit aus dem Schlafsackinneren, also vor allem der Körperschweiβ, nach auβen abgegeben werden. Auch das Futter soll den Körperschweiβ aufnehmen und ableiten und gleichzeitig angenehm auf der Haut sein.
Eine gute Ubersicht über das Angebot an Schlafsäcken gibt das Sortiment von Globetrotter. Wer weitere Informationen zur Kaufentscheidung haben möchte ist am Besten mit der Buch "Outdoor-Praxis" von Rainer Höh bedient. Siehe hierzu unsere Rezension.

