Flug Ushuaia-Buenos Aires, 13. April 2007
Auf unserer Weltreise haben wir bereits einige Enden der Welt gesehen. Ich denke da an die Thermalquellen in der sibirischen Taiga in der Nähe von Severobaikalsk, an das sibirische Salekhard am Polarkreis, an die Gebirgspässe von Ost-Tibet, an den Flughafen von Taytay auf der philippinischen Insel Palawan und an noch einige weitere Enden. Nachdem wir nun das südlichste Ende Welt in Patagonien besucht haben, bin ich fest überzeugt, dass
dies eines der besseren Enden ist. Damit meine ich allerdings weniger das selbsterklärte "Fin del Mundo" im argentinischen Ushuaia. Vielmehr denke ich dabei an das gesamte Patagonien vom Moreno Gletscher im Norden bis zum Kap Horn im Süden.
Nachdem unsere wunderschöne Zeit bei Beatriz in Mendoza zu Ende gegangen ist, haben wir uns nach einem kurzen Zwischenstopp in Buenos Aires auf ins wilde Patagonien gemacht. Patagonien und ganz besonders Kap Horn waren seit Kindheitstagen Plätze auf dieser Welt, die ich unbedingt besuchen wollte. Schuld daran ist vor allem ein Kinderbuch, in welchem die Weltumsegelung von Magellans erzählt wurde. Insbesondere der Teil, in dem von Feuerland und Patagonien die Rede war, hatte mich aus welchem Grunde auch immer ganz besonders fasziniert. Der Tod Magellans in einer Auseinandersetzung mit Einheimischen in Cebu auf den Philippinen war mir allerdings nicht mehr so präsent. Das kann aber daran liegen, dass dies auf einer anderen Reise des grossen Seefahrers geschah.
Bevor wir jedoch nach Feuerland kamen, haben wir zunächst den Gletscher Perito Moreno in der Nähe des Ortes el Calafate im Norden Patagoniens besucht. Auf den Weg in dieses auch bei Argentiniern besonders im Sommer sehr angesagte Feriengebiet hatte ich mir als Fluglektüre eine Art argentinischen SPIEGEL gekauft, um die noch recht frischen neu erworbenen Spanischkenntnisse gleich ordentlich anzuwenden. Die sich Noticias nennende Zeitschrift enthüllte in ihrer Titelgeschichte, wie der amtierende argentinische Präsident Kirchner in Staatshand befindliches Land in el Calafate an 50 Familienmitglieder und weitere Amigos zum Preis von 7,50 Pesos (etwas weniger als 2 €) pro Quadratmeter verschleudert hat. Der Marktpreis in dieser Top-Tourismusregion beträgt mit 50 bis 120 Pesos (12,50 € bis 30 €) pro Quadratmeter das bis zu 16fache. Abgesehen davon gibt es um el Califate herum kaum Land zu kaufen, da die weite und leere Steppe bis zum Horizont sich im Besitz weniger Familien befindet, die während der Besiedlung Anfang des letzten Jahrhunderts ordentlich zugeschlagen haben.
Obwohl wir hunderte von Kilometern durch Patagonien gefahren sind, war das Land links und rechts der Strecke immer eingezäunt. Richtig aufzuregen scheint das hier niemanden. Immerhin hörten wir aber auf unserer Fahrt zum Moreno Gletscher von unserem Führer, dass die Arbeitsbedingungen der Angestellten auf den Estancias (Farmen) heute wie vor hundert Jahren sehr mühsam sind. Die Arbeiter sind ausschliesslich Männer, die weit entfernt von jeder weiteren Zivilisation auf den abgelegenen Estancias arbeiten. Da die Bezahlung schlecht und die Lebensbedingungen hart sind, gelingt es den meisten der Arbeiter nicht, eine Familie zu gründen, da sie keine Frau von der Einöde und einem Leben in Armut überzeugen können. Lt. unserem Führer sind die Arbeitsbedingungen auch auf der riesigen Estancia der Familie Benetton (angeblich die grösste Schafsfarm der Welt, deren Land die Familie aber erst vor wenigen Jahren vom argentinischen Staat unter dem damaligen Präsidenten Menem erworben hat) in dem beschriebenen Maβe schlecht. Unser Führer war der Auffassung, dass mit den "United Colors of Benetton" wohl die Gesamtheit aller durch das Unternehmen ausgebeuteten Rassen gemeint wären. Wir haben die Informationen nicht nachgeprüft und ich gebe hiermit also nur eine Meinung wieder, die uns während unserer Reise präsentiert wurde.
Neben den Einblicken in die argentinische Gesellschaft war unser eigentliches Reiseziel vor allem die Natur Patagoniens. Davon gibt es hier reichlich und der Moreno Gletscher ist nur ein Highlight unter vielen. Der Moreno Gletscher entspringt dem Nordpatagonischen Eisfeld. Zusammen mit dem Südpatagonischen und dem sich in Feuerland befindlichen Darwin Eisfeld handelt es sich hier um die grössten Eisfelder ausserhalb der Polargebiete. Wie in der entsprechenden Fotogalerie zu sehen, ist dieser Gletscher wirklich ein ganz besonders eindrucksvolles Exemplar der vielen auf diesem Planet noch existierenden Gletscher. Neben der Grösse des Eisfelds und der unglaublichen Formen und Farben des Eises, ist der Besuch dieses Gletschers auch ein akustisches Spektakel. Da sich das Eisfeld sich täglich 2 Meter (!) nach vorn bewegt, knirscht und knackt es an allen Enden. Wenn das Eis gar nicht mehr zu halten ist, bricht es an der vordersten Kante ab. Wir haben den Abruch einer ca. 20 Meter hohen Front vom Boot aus beobachten können und haben neben dem ohrenbetäubenden Knall auch gleich noch einen Mini-Tsunami erlebt. Einen kleinen Einblick in mein während dieser Reise erworbenes Halbwissen über Gletscherentstehung und Ähnliches werde weiter unten bei der Beschreibung unserer Tour durch Feuerland geben.
Nach dem Moreno Gletscher ging es jedoch zunächst weiter Richtung Süden in den chilenischen Teil Patagoniens zum Torres del Paine Nationalpark. Glücklicherweise ist der Herbst und damit unser Besuchsmonat April in diesem Park schon ganz klar Nachsaison. Da die Parkservices eingeschränkt sind, ist auch die Anzahl der Besucher und Wanderer überschaubar. Allerdings waren es trotzdem noch jede Menge, so dass ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie es hier in der sommerlichen Hochsaison (Dezember bis Februar) hier aussieht.
Die Landschaft um die Torres und Türmen gleichenden Felsformationen sind tatsächlich die weite Reise wert. Besonders sympathisch ist es, dass man hier tatsächlich richtig wandern muss, wenn man wirklich sehen will, was die Natur alles zu bieten hat. Da wir im Herbst hier waren, konnten wir die gelblich-rote Laubfärbung der Bäume beobachten. Ausserdem gibt es auch hier natürlich einen Gletscher und natürlich jede Menge Felsen. Wir sind nicht das gesamte sogenannte W gelaufen sondern haben uns auf die Hikes zu den Torres und durch das Valle Frances beschränkt. Diese beiden Tagestouren waren allerdings schon anstrengend genug, denn hier gibt es wie auch sonst in Patagonien innerhalb kürzester von strahlenden Sonnenschein über strömenden Regen bis hin zu Stürmen alles, was man sich an Wetterphänomenen vorstellen kann. Auch zu dieser Tour gibt es eine Fotogalerie.
Nach den mehr oder weniger anstrengenden und spartanischen Tagen an den Torres del Paine sind wir noch weiter in den Süden ins chilenische Punta Arenas gezogen. Der Ort an sich hat relativ wenig Charme, auch wenn Bruce Chatwick bei seinen Reisen durch Patagonien in dem hier befindlichen Ritz-Hotel (welches allerdings mit seinem Pariser Namensvetter gar nichts gemein hat) Station gemacht hat. Der Grund, dass wir nach Punta Arenas gekommen sind, war dass wir uns unser selbstgemachtes Ostergeschenk hier entgegennehmen wollten. Es handelte sich dabei um eine Kreuzfahrt durch die Fjorde und Kanäle von Feuerland und die angrenzenden Inseln um das Kap Horn herum bis nach Ushuaia. Die ganze Aktion ist nicht ganz günstig aber es sei schon mal vorab gesagt, dass der Preis absolut gerechtfertigt ist und wir die diese Reise nur empfehlen können. Unsere genaue Schiffsroute findet Ihr hier. Die gleiche Reederei bietet noch verschiedene andere Routen an, die ebenfalls auf ihrer Homepage (www.australis.com) zu finden sind.
Ostersamstag haben wir abends um 18 Uhr das Schiff "Mare Australis" bestiegen. Alles lief sehr organisiert ab, so dass wir als wir um 20 Uhr ablegten schon die Mannschaft inkl. Kapitän kennengelernt und ein Sicherheitsbriefing bekommen hatten. Nach dem Ablegen gings direkt zum Abendessen im die ca. 100 Passagiere fassenden Restaurant. Da die Tische nach Sprachen besetzt wurden, waren wir schon etwas besorgt, dass wir die ganze Zeit mit der sich an Bord befindlichen deutschen Rentnergruppe "Koch" verbringen müssen. Wir hatten aber Glück und hatten an unserem Tisch das bayrische Lehrerpaar Dieter und Barbara sowie die Schweizer Reiseeinkäuferinnen Claudia und Carol, die alle nur unwesentlich älter waren als wir. Barbara war sogar 17 Tage jünger als ich. Ausserdem hatten schon vor dem Abendbrot das italienische Pärchen Giovanni und Eva kennengelernt, die auf Hochzeitsreise waren und ebenfalls den sonst bei 55+ liegenden Altersschnitt deutlich gesenkt haben. Insgesamt hatten wir eine gute Zeit mit unseren Mitreisenden und selbst einige Exemplare der Gruppe "Koch" (benannt nach dem Reiseorganisator und Ruhrpott-Trommlerverein-Vorsitzenden Herrn Koch) erwiesen sich beim abendlichen Bier als sehr umgänglich. Dennoch habe ich beschlossen, dass Kreuzfahrten für uns erst wieder jenseits der 60 in Frage kommen.
Der ursprüngliche Grund, uns auf das Kreuzfahrtabenteuer einzulassen, war die Möglichkeit, das Kap Horn zu sehen. Neben den Australis Kreuzfahrten gibt es nur die Möglichkeit, zum Kap Horn in einem Kleinflugzeug zu fliegen. Die andere Möglichkeit ist die Teilnahme an einer Antarktisexpedition oder eine Kreuzfahrt auf den ca. 2.000 fassende Schiffen, die von Valpariso nach Buenos Aires fahren. Beides wird aber nur im Südsommer (Dezember - Februar) angeboten. Zudem sind Antarktisfahrten sehr teuer und die grossen Kreuzfahrten wahrscheinlich noch deutlich stärker auf Rentner ausgelegt.
Unsere 3tägige Fahrt vom chilenischen Punta Arenas zum sich auf Feuerland befindlichen argentinischen Ushuaia wird von Australis ebenfalls als "Expeditions-Kreuzfahrt" angepriesen. Man muss sagen, dass die Route durch die Magellanstrasse, den Beaglekanal, an der sogenannten Gletscherstrasse vorbei bis an das Kap Horn hat in der Tat Expeditionscharakter, da man sich durch sonst unbesiedeltes und sehr wenig befahrenes Gebiet bewegt. Die Landgänge werden mit kleinen Schlauchbooten gemacht und man besucht abgelegen Seelöwenkolonien, Gletscher und Inseln im südlichsten Gebiet nördlich der Antarktis. Allerdings sind die Langänge selbst eher auf die körperlichen Fähigkeiten von untrainierten Rentnern angelegt. Sie dauern jeweils nur zwei Stunden und bestehen meist aus einem gemächlichen Spaziergang, bei dem man allerdings einiges Wissenswertes über die Region erfährt und man das Gefühl nicht los wird, dass man im Schulunterricht bei Geographie und Biologie besser hätte aufpassen sollen.
Ergänzt wird das Bildungsprogramm mit thematisch zu den besuchten Gebieten passenden Vorträgen an Bord. Wir haben beispielsweise mehrere Gletscher besucht, von denen einige in den letzten Jahren deutlich abgeschmolzen sind, was man anhand der früheren Endmoränen sehen konnten, die sich heute teilweise wie der Marinelli-Gletscher fast 10 km von ihrem ursprunglichen Ausbreitungsgebiet zurückgezogen haben. Um das Abschmelzen der Gletscher zu erklären, muss man zunächst deren Entstehen verstehen. Ein Gletscher besteht aus akkumulierten Schneemassen, die sich hoch in den Bergen ansammeln. Dieser Schnee wird durch immer weiteres Aufschneien verdichtet und durch den Druck entsteht Eis, welches sich langsam talwärts bewegt. Dabei schrabbelt das Eis natürlich ordentlich an den Felsen entlang und nimmt dabei Geröll und Sedimente mit. Wenn der Gletscher im Tal ankommt, fängt er an zu tauen. An welcher Stelle das der Fall ist hängt davon ab, wieviel Schneenachschub oben in den Bergen produziert wird. Wenn dies genausoviel ist, wie unten im Tal abschmilzt, befindet sich der Gletscher im Gleichgewicht und die Gletscherkante bleibt an der gleichen Position. Wenn unten mehr abschmilzt als oben neu aufschneit, zieht sich der Gletscher zurück. Das ist heute bei den meisten Gletschern auf der Welt der Fall. Wir befinden uns momentan in einer globalen Warmzeit, die es erdgeschichtlich immer wieder gab. Zur letzten Eiszeit lag der der Meeresspiegel 120 Meter tiefer und dementsprechend gab es mehr Landmasse. So wird beispielsweise angenommen, dass die amerikanischen Kontinente über die damals existierende Landbrücke über die Beering-Strasse von Sibirien aus besiedelt wurde. Zusätzlich zu der bestehenden Warmzeit akzeleriert der Mensch die Erwärmung um einiges durch den Treibhauseffekt, den es erdgeschichtlich so noch nicht gab. Ende ungewiss.
Nach dem Ausflug in die Gletscherkunde nochmals kurz zurück zu unserer Kreuzfahrt. Höhepunkt war am dritten Tag das Anlaufen von Kap Horn. Rein äusserlich gibt es eigentlich keinen Grund, hier anzulanden. Es handelt sich um eine recht kleine, felsige aber immerhin grüne Insel. Das Kap selber ist ein ca. 50 Meter hoher Felsen. Wie immer solchen Fall ist es die Geschichte und die exponierte Lage, die diesen Ort besonders machen. Heute bemühen sich die Chilenen ganz besonders um ihren Landbesitz und haben dort vor wenigen Jahren sogar einen Leuchtturm samt Leuchturmwärter und seiner Familie installiert. So kann der chilenische Staat aktiv dem von den Argentiniern schwer beworbenen Fin del Mundo in Ushuaia die Stirn bieten und gleichzeitig seine Expansionsgelüste in Richtung Antarktis aktiv unterstützen.
Die Landung selbst fand morgens direkt nach Tagesanbruch statt. Ausser uns landete zufällig zur gleichen Zeit ein Versorgungstrupp der chilenischen Marine an, der die Leuchtturmwärterfamilie mit für den Winter benötigten Vorräten an Lebensmitteln und Heizöl versorgte. Da das Ufer der Insel steil ist, muss man nach dem Ausstieg aus dem Schlauchboot zunächst eine relativ lange und steile Treppe erklimmen. Oben angekommen teilt sich der Weg. Ein Weg führt zu einem 1992 errichteten Albatrosdenkmal für die Seemänner, die am Kap Horn ihr Leben gelassen haben. Das waren gar nicht so wenige, denn man vermutet ca. 800 gesunkene Schiffswracks in der Nähe des auch als "Kap der Stürme" bezeichneten Kap Horns. Von diesem Denkmal hat man auch den Ausblick auf das eigentliche Kap. Der zweite Weg führt zu dem Leuchtturm in dem man sehr touristische Zertifikate erwerben kann, dass man selbst auf Kap Horn war. Nichts für uns, aber der Rest der Kreuzfahrtpassagiere haben die arme Leuchturmwärterfrau fast niedergewalzt.
Unser letzter Stopp vor der Endstation Ushuaia war der chilenische Marinestützpunkt Puerto Williams auf der Feuerland südlich vorgelagerten Insel Navarino. Hier gibt es bis auf ziemlich ärmliche Behausungen der Soldaten eigentlich nur ein Museum über das Leben der Eingeborenen zu sehen, die die europäischen Seefahrer dazu inspiriert haben, Feuerland seinen Namen zu geben. Die Eingeborenen waren trotz der hier herrschenden niedrigen Temperaturen komplett nackt und haben die meiste Zeit fahrend in ihren Kanus verbracht. Um dabei nicht zu frieren, hatten sie in ihrem Kanu immer ein Feuer brennen, welches nie ausging. Diese Feuer haben dem Landstrich den Namen Feuerland angebracht.
Spätabends sind wir dann in den argentinischen Hafen von Ushuaia eingelaufen, wo wir die Nacht noch auf dem Schiff verbracht hatten. In dem um diese Jahreszeit schon winterlichen Ushuaia haben wir noch ein paar Tage verbracht. Während wir die Stadt selbst sehr touristisch und ziemlich enttäschend fanden, ist die Umgebung schon eindrucksvoll. Highlight war ein Winterspaziergang durch den Schnee zu einem kleinen oberhalb der Stadt gelegenen Gletscher. Dort gibt es auch einen kleinen Skihang und ein kleines Skiressort mit einer wunderbaren Teestube. Interessant war dieser Ausflug auch, weil wir die drei Deutschen Elke, Marianne und Ulrike dort getroffen und uns beim Tee sehr gut unterhalten haben.
Torres del Paine Nationalpark, 02. April 2007
5 globale Megatrends
Wir haben unseren Rückflugticket klargemacht (noch mit Hindernissen - siehe oben) und damit ist das Ende unserer Weltreise absehbar. Das nehme ich zum Anlass, eine Liste der wichtigsten globalen Trends, die wir auf unserer Reise aufspüren konnten, hier exklusiv zu veröffentlichen. Horst W. Opaschowski vom Hamburger Trendbüro aufgepasst:
Nachdem unsere wunderschöne Zeit bei Beatriz in Mendoza zu Ende gegangen ist, haben wir uns nach einem kurzen Zwischenstopp in Buenos Aires auf ins wilde Patagonien gemacht. Patagonien und ganz besonders Kap Horn waren seit Kindheitstagen Plätze auf dieser Welt, die ich unbedingt besuchen wollte. Schuld daran ist vor allem ein Kinderbuch, in welchem die Weltumsegelung von Magellans erzählt wurde. Insbesondere der Teil, in dem von Feuerland und Patagonien die Rede war, hatte mich aus welchem Grunde auch immer ganz besonders fasziniert. Der Tod Magellans in einer Auseinandersetzung mit Einheimischen in Cebu auf den Philippinen war mir allerdings nicht mehr so präsent. Das kann aber daran liegen, dass dies auf einer anderen Reise des grossen Seefahrers geschah.
Bevor wir jedoch nach Feuerland kamen, haben wir zunächst den Gletscher Perito Moreno in der Nähe des Ortes el Calafate im Norden Patagoniens besucht. Auf den Weg in dieses auch bei Argentiniern besonders im Sommer sehr angesagte Feriengebiet hatte ich mir als Fluglektüre eine Art argentinischen SPIEGEL gekauft, um die noch recht frischen neu erworbenen Spanischkenntnisse gleich ordentlich anzuwenden. Die sich Noticias nennende Zeitschrift enthüllte in ihrer Titelgeschichte, wie der amtierende argentinische Präsident Kirchner in Staatshand befindliches Land in el Calafate an 50 Familienmitglieder und weitere Amigos zum Preis von 7,50 Pesos (etwas weniger als 2 €) pro Quadratmeter verschleudert hat. Der Marktpreis in dieser Top-Tourismusregion beträgt mit 50 bis 120 Pesos (12,50 € bis 30 €) pro Quadratmeter das bis zu 16fache. Abgesehen davon gibt es um el Califate herum kaum Land zu kaufen, da die weite und leere Steppe bis zum Horizont sich im Besitz weniger Familien befindet, die während der Besiedlung Anfang des letzten Jahrhunderts ordentlich zugeschlagen haben.
Obwohl wir hunderte von Kilometern durch Patagonien gefahren sind, war das Land links und rechts der Strecke immer eingezäunt. Richtig aufzuregen scheint das hier niemanden. Immerhin hörten wir aber auf unserer Fahrt zum Moreno Gletscher von unserem Führer, dass die Arbeitsbedingungen der Angestellten auf den Estancias (Farmen) heute wie vor hundert Jahren sehr mühsam sind. Die Arbeiter sind ausschliesslich Männer, die weit entfernt von jeder weiteren Zivilisation auf den abgelegenen Estancias arbeiten. Da die Bezahlung schlecht und die Lebensbedingungen hart sind, gelingt es den meisten der Arbeiter nicht, eine Familie zu gründen, da sie keine Frau von der Einöde und einem Leben in Armut überzeugen können. Lt. unserem Führer sind die Arbeitsbedingungen auch auf der riesigen Estancia der Familie Benetton (angeblich die grösste Schafsfarm der Welt, deren Land die Familie aber erst vor wenigen Jahren vom argentinischen Staat unter dem damaligen Präsidenten Menem erworben hat) in dem beschriebenen Maβe schlecht. Unser Führer war der Auffassung, dass mit den "United Colors of Benetton" wohl die Gesamtheit aller durch das Unternehmen ausgebeuteten Rassen gemeint wären. Wir haben die Informationen nicht nachgeprüft und ich gebe hiermit also nur eine Meinung wieder, die uns während unserer Reise präsentiert wurde.
Neben den Einblicken in die argentinische Gesellschaft war unser eigentliches Reiseziel vor allem die Natur Patagoniens. Davon gibt es hier reichlich und der Moreno Gletscher ist nur ein Highlight unter vielen. Der Moreno Gletscher entspringt dem Nordpatagonischen Eisfeld. Zusammen mit dem Südpatagonischen und dem sich in Feuerland befindlichen Darwin Eisfeld handelt es sich hier um die grössten Eisfelder ausserhalb der Polargebiete. Wie in der entsprechenden Fotogalerie zu sehen, ist dieser Gletscher wirklich ein ganz besonders eindrucksvolles Exemplar der vielen auf diesem Planet noch existierenden Gletscher. Neben der Grösse des Eisfelds und der unglaublichen Formen und Farben des Eises, ist der Besuch dieses Gletschers auch ein akustisches Spektakel. Da sich das Eisfeld sich täglich 2 Meter (!) nach vorn bewegt, knirscht und knackt es an allen Enden. Wenn das Eis gar nicht mehr zu halten ist, bricht es an der vordersten Kante ab. Wir haben den Abruch einer ca. 20 Meter hohen Front vom Boot aus beobachten können und haben neben dem ohrenbetäubenden Knall auch gleich noch einen Mini-Tsunami erlebt. Einen kleinen Einblick in mein während dieser Reise erworbenes Halbwissen über Gletscherentstehung und Ähnliches werde weiter unten bei der Beschreibung unserer Tour durch Feuerland geben.
Nach dem Moreno Gletscher ging es jedoch zunächst weiter Richtung Süden in den chilenischen Teil Patagoniens zum Torres del Paine Nationalpark. Glücklicherweise ist der Herbst und damit unser Besuchsmonat April in diesem Park schon ganz klar Nachsaison. Da die Parkservices eingeschränkt sind, ist auch die Anzahl der Besucher und Wanderer überschaubar. Allerdings waren es trotzdem noch jede Menge, so dass ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie es hier in der sommerlichen Hochsaison (Dezember bis Februar) hier aussieht.
Die Landschaft um die Torres und Türmen gleichenden Felsformationen sind tatsächlich die weite Reise wert. Besonders sympathisch ist es, dass man hier tatsächlich richtig wandern muss, wenn man wirklich sehen will, was die Natur alles zu bieten hat. Da wir im Herbst hier waren, konnten wir die gelblich-rote Laubfärbung der Bäume beobachten. Ausserdem gibt es auch hier natürlich einen Gletscher und natürlich jede Menge Felsen. Wir sind nicht das gesamte sogenannte W gelaufen sondern haben uns auf die Hikes zu den Torres und durch das Valle Frances beschränkt. Diese beiden Tagestouren waren allerdings schon anstrengend genug, denn hier gibt es wie auch sonst in Patagonien innerhalb kürzester von strahlenden Sonnenschein über strömenden Regen bis hin zu Stürmen alles, was man sich an Wetterphänomenen vorstellen kann. Auch zu dieser Tour gibt es eine Fotogalerie.
Nach den mehr oder weniger anstrengenden und spartanischen Tagen an den Torres del Paine sind wir noch weiter in den Süden ins chilenische Punta Arenas gezogen. Der Ort an sich hat relativ wenig Charme, auch wenn Bruce Chatwick bei seinen Reisen durch Patagonien in dem hier befindlichen Ritz-Hotel (welches allerdings mit seinem Pariser Namensvetter gar nichts gemein hat) Station gemacht hat. Der Grund, dass wir nach Punta Arenas gekommen sind, war dass wir uns unser selbstgemachtes Ostergeschenk hier entgegennehmen wollten. Es handelte sich dabei um eine Kreuzfahrt durch die Fjorde und Kanäle von Feuerland und die angrenzenden Inseln um das Kap Horn herum bis nach Ushuaia. Die ganze Aktion ist nicht ganz günstig aber es sei schon mal vorab gesagt, dass der Preis absolut gerechtfertigt ist und wir die diese Reise nur empfehlen können. Unsere genaue Schiffsroute findet Ihr hier. Die gleiche Reederei bietet noch verschiedene andere Routen an, die ebenfalls auf ihrer Homepage (www.australis.com) zu finden sind.
Ostersamstag haben wir abends um 18 Uhr das Schiff "Mare Australis" bestiegen. Alles lief sehr organisiert ab, so dass wir als wir um 20 Uhr ablegten schon die Mannschaft inkl. Kapitän kennengelernt und ein Sicherheitsbriefing bekommen hatten. Nach dem Ablegen gings direkt zum Abendessen im die ca. 100 Passagiere fassenden Restaurant. Da die Tische nach Sprachen besetzt wurden, waren wir schon etwas besorgt, dass wir die ganze Zeit mit der sich an Bord befindlichen deutschen Rentnergruppe "Koch" verbringen müssen. Wir hatten aber Glück und hatten an unserem Tisch das bayrische Lehrerpaar Dieter und Barbara sowie die Schweizer Reiseeinkäuferinnen Claudia und Carol, die alle nur unwesentlich älter waren als wir. Barbara war sogar 17 Tage jünger als ich. Ausserdem hatten schon vor dem Abendbrot das italienische Pärchen Giovanni und Eva kennengelernt, die auf Hochzeitsreise waren und ebenfalls den sonst bei 55+ liegenden Altersschnitt deutlich gesenkt haben. Insgesamt hatten wir eine gute Zeit mit unseren Mitreisenden und selbst einige Exemplare der Gruppe "Koch" (benannt nach dem Reiseorganisator und Ruhrpott-Trommlerverein-Vorsitzenden Herrn Koch) erwiesen sich beim abendlichen Bier als sehr umgänglich. Dennoch habe ich beschlossen, dass Kreuzfahrten für uns erst wieder jenseits der 60 in Frage kommen.
Der ursprüngliche Grund, uns auf das Kreuzfahrtabenteuer einzulassen, war die Möglichkeit, das Kap Horn zu sehen. Neben den Australis Kreuzfahrten gibt es nur die Möglichkeit, zum Kap Horn in einem Kleinflugzeug zu fliegen. Die andere Möglichkeit ist die Teilnahme an einer Antarktisexpedition oder eine Kreuzfahrt auf den ca. 2.000 fassende Schiffen, die von Valpariso nach Buenos Aires fahren. Beides wird aber nur im Südsommer (Dezember - Februar) angeboten. Zudem sind Antarktisfahrten sehr teuer und die grossen Kreuzfahrten wahrscheinlich noch deutlich stärker auf Rentner ausgelegt.
Unsere 3tägige Fahrt vom chilenischen Punta Arenas zum sich auf Feuerland befindlichen argentinischen Ushuaia wird von Australis ebenfalls als "Expeditions-Kreuzfahrt" angepriesen. Man muss sagen, dass die Route durch die Magellanstrasse, den Beaglekanal, an der sogenannten Gletscherstrasse vorbei bis an das Kap Horn hat in der Tat Expeditionscharakter, da man sich durch sonst unbesiedeltes und sehr wenig befahrenes Gebiet bewegt. Die Landgänge werden mit kleinen Schlauchbooten gemacht und man besucht abgelegen Seelöwenkolonien, Gletscher und Inseln im südlichsten Gebiet nördlich der Antarktis. Allerdings sind die Langänge selbst eher auf die körperlichen Fähigkeiten von untrainierten Rentnern angelegt. Sie dauern jeweils nur zwei Stunden und bestehen meist aus einem gemächlichen Spaziergang, bei dem man allerdings einiges Wissenswertes über die Region erfährt und man das Gefühl nicht los wird, dass man im Schulunterricht bei Geographie und Biologie besser hätte aufpassen sollen.
Ergänzt wird das Bildungsprogramm mit thematisch zu den besuchten Gebieten passenden Vorträgen an Bord. Wir haben beispielsweise mehrere Gletscher besucht, von denen einige in den letzten Jahren deutlich abgeschmolzen sind, was man anhand der früheren Endmoränen sehen konnten, die sich heute teilweise wie der Marinelli-Gletscher fast 10 km von ihrem ursprunglichen Ausbreitungsgebiet zurückgezogen haben. Um das Abschmelzen der Gletscher zu erklären, muss man zunächst deren Entstehen verstehen. Ein Gletscher besteht aus akkumulierten Schneemassen, die sich hoch in den Bergen ansammeln. Dieser Schnee wird durch immer weiteres Aufschneien verdichtet und durch den Druck entsteht Eis, welches sich langsam talwärts bewegt. Dabei schrabbelt das Eis natürlich ordentlich an den Felsen entlang und nimmt dabei Geröll und Sedimente mit. Wenn der Gletscher im Tal ankommt, fängt er an zu tauen. An welcher Stelle das der Fall ist hängt davon ab, wieviel Schneenachschub oben in den Bergen produziert wird. Wenn dies genausoviel ist, wie unten im Tal abschmilzt, befindet sich der Gletscher im Gleichgewicht und die Gletscherkante bleibt an der gleichen Position. Wenn unten mehr abschmilzt als oben neu aufschneit, zieht sich der Gletscher zurück. Das ist heute bei den meisten Gletschern auf der Welt der Fall. Wir befinden uns momentan in einer globalen Warmzeit, die es erdgeschichtlich immer wieder gab. Zur letzten Eiszeit lag der der Meeresspiegel 120 Meter tiefer und dementsprechend gab es mehr Landmasse. So wird beispielsweise angenommen, dass die amerikanischen Kontinente über die damals existierende Landbrücke über die Beering-Strasse von Sibirien aus besiedelt wurde. Zusätzlich zu der bestehenden Warmzeit akzeleriert der Mensch die Erwärmung um einiges durch den Treibhauseffekt, den es erdgeschichtlich so noch nicht gab. Ende ungewiss.
Nach dem Ausflug in die Gletscherkunde nochmals kurz zurück zu unserer Kreuzfahrt. Höhepunkt war am dritten Tag das Anlaufen von Kap Horn. Rein äusserlich gibt es eigentlich keinen Grund, hier anzulanden. Es handelt sich um eine recht kleine, felsige aber immerhin grüne Insel. Das Kap selber ist ein ca. 50 Meter hoher Felsen. Wie immer solchen Fall ist es die Geschichte und die exponierte Lage, die diesen Ort besonders machen. Heute bemühen sich die Chilenen ganz besonders um ihren Landbesitz und haben dort vor wenigen Jahren sogar einen Leuchtturm samt Leuchturmwärter und seiner Familie installiert. So kann der chilenische Staat aktiv dem von den Argentiniern schwer beworbenen Fin del Mundo in Ushuaia die Stirn bieten und gleichzeitig seine Expansionsgelüste in Richtung Antarktis aktiv unterstützen.
Die Landung selbst fand morgens direkt nach Tagesanbruch statt. Ausser uns landete zufällig zur gleichen Zeit ein Versorgungstrupp der chilenischen Marine an, der die Leuchtturmwärterfamilie mit für den Winter benötigten Vorräten an Lebensmitteln und Heizöl versorgte. Da das Ufer der Insel steil ist, muss man nach dem Ausstieg aus dem Schlauchboot zunächst eine relativ lange und steile Treppe erklimmen. Oben angekommen teilt sich der Weg. Ein Weg führt zu einem 1992 errichteten Albatrosdenkmal für die Seemänner, die am Kap Horn ihr Leben gelassen haben. Das waren gar nicht so wenige, denn man vermutet ca. 800 gesunkene Schiffswracks in der Nähe des auch als "Kap der Stürme" bezeichneten Kap Horns. Von diesem Denkmal hat man auch den Ausblick auf das eigentliche Kap. Der zweite Weg führt zu dem Leuchtturm in dem man sehr touristische Zertifikate erwerben kann, dass man selbst auf Kap Horn war. Nichts für uns, aber der Rest der Kreuzfahrtpassagiere haben die arme Leuchturmwärterfrau fast niedergewalzt.
Unser letzter Stopp vor der Endstation Ushuaia war der chilenische Marinestützpunkt Puerto Williams auf der Feuerland südlich vorgelagerten Insel Navarino. Hier gibt es bis auf ziemlich ärmliche Behausungen der Soldaten eigentlich nur ein Museum über das Leben der Eingeborenen zu sehen, die die europäischen Seefahrer dazu inspiriert haben, Feuerland seinen Namen zu geben. Die Eingeborenen waren trotz der hier herrschenden niedrigen Temperaturen komplett nackt und haben die meiste Zeit fahrend in ihren Kanus verbracht. Um dabei nicht zu frieren, hatten sie in ihrem Kanu immer ein Feuer brennen, welches nie ausging. Diese Feuer haben dem Landstrich den Namen Feuerland angebracht.
Spätabends sind wir dann in den argentinischen Hafen von Ushuaia eingelaufen, wo wir die Nacht noch auf dem Schiff verbracht hatten. In dem um diese Jahreszeit schon winterlichen Ushuaia haben wir noch ein paar Tage verbracht. Während wir die Stadt selbst sehr touristisch und ziemlich enttäschend fanden, ist die Umgebung schon eindrucksvoll. Highlight war ein Winterspaziergang durch den Schnee zu einem kleinen oberhalb der Stadt gelegenen Gletscher. Dort gibt es auch einen kleinen Skihang und ein kleines Skiressort mit einer wunderbaren Teestube. Interessant war dieser Ausflug auch, weil wir die drei Deutschen Elke, Marianne und Ulrike dort getroffen und uns beim Tee sehr gut unterhalten haben.
Torres del Paine Nationalpark, 02. April 2007
5 globale Megatrends
Wir haben unseren Rückflugticket klargemacht (noch mit Hindernissen - siehe oben) und damit ist das Ende unserer Weltreise absehbar. Das nehme ich zum Anlass, eine Liste der wichtigsten globalen Trends, die wir auf unserer Reise aufspüren konnten, hier exklusiv zu veröffentlichen. Horst W. Opaschowski vom Hamburger Trendbüro aufgepasst:
- Alle wollen leben wie im Westen. In Salechard, Karakorum, Datong, Sipalay, Mendoza und allen anderen von uns besuchten Plätzen auf der Erde ist es unübersehbar, dass die Menschen auf nichts sehnlicher warten als auf amerikanische C-Movies, Junk Food, Marken-Klamotten, grosse Autos und all jene Dinge, die das Leben im Westen ja so angenehm machen. Klar, es gibt auch Gegenbewegungen, aber der Mainstream wird wie immer siegen, fürchte ich.
- Alle gehen auf Weltreise. Als wir unsere Reisevorbereitungen begonnen hatten, hielten wir unsere Idee einer Weltreise zwar nicht für besonders ausgefallen aber doch ein wenig avantgardistisch. Weit gefehlt, nahezu jeder zweite uns begegnete Traveler ist auf Welt- oder Langzeitreise. Die Weltreise ist der vorläufige Endpunkt (am Weltraumtourismus wird mit Hochdruck gearbeitet) einer Entwicklung, die mit der klassischen Pauschalreise beginnt. Während wir die Japaner vor 20 Jahren in verängstigten Gruppen mit Einheits-Haarschnitt und Aschenbecher-Brillengläsern die ersten Gehversuche in fremden Ländern machten, trifft man sie heute im MTV Style als Backpacker in der Mongolei und auf der Osterinsel. Eine Entwicklung, die in Deutschland eher begann und daher schon früher in den Individualtourismus mündete. Die Chinesen werden die nächsten sein.
- Rauchen war gestern. Wenn man einmal von China absieht, wo überall und ständig geraucht wird (ungefähr genauso wie Nase hochziehen, rumrotzen etc.), dann haben wir zu unserem Erstaunen festgestellt, das der Nichraucherschutz in fast jedem besuchten Land besser ausgebaut ist als in Deutschland. So dürfen beispielsweise Zigaretten in Thailand nicht mehr im Geschäft sichtbar ausgelegt werden. Es darf lediglich ein Hinweis angebracht werden: "Hier kann man Zigaretten kaufen.". In Australien und Neuseeland kann man eigentlich nur noch im Freien rauchen und auch in vielen anderen Ländern gelten Rauchverbote in Restaurants und Bars. Wer jetzt keine Lust mehr auf Rauchen hat, dem empfehle ich das Buch "Endlich Nichtraucher" von Allen Carr.
- Alle reden von der globalen Erwärmung. Egal ob es zuviel regnet oder zuwenig, zu kalt ist oder zu warm - die globale Erwärmung ist schuld. Während man mich bis vor zwei Jahren regelmässig mitleidig belächelt hatte, wenn ich das Thema im Freundeskreis ansprach, nervt mich heute jeder Taxifahrer an jedem beliebigen Ort der Welt mit dieser Sache. Ob sich das Bewusstsein nun auch bald in die richtigen Massnahmen umsetzen lässt, kann man angesichts der zähen internationalen Konferenzen zum Thema bezweifeln. Man sollte allerdings auch nicht zu pessimistisch sein. Das in den 80ern entdeckte Ozonloch über der Antarktis wird voraussichtlich in 100 Jahren wieder vollständig geschlossen sein. Das entsprechende Abkommen zur weltweiten Verbannung der ozonzerstörenden FCKW hatte man 1987 verabschiedet.
- Manche Länder werden es schaffen, andere nicht. Viel ist in den letzten Jahren von der Globalisierung der Rede und von den Gewinnern und den Verlierern dieser Entwicklung. Unsere Reise hat mir gezeigt, dass es ganz extreme Gewinner und Verlierer geben wird. Einiges hat sicher mit historischen und natürlichen Vorausetzungen in den jeweiligen Ländern zu tun. Entscheidend ist nach meiner Einschätzung jedoch der Faktor Mensch. Hier merkt man, dass die Leute in einigen Ländern (China, Vietnam) deutlich mehr Gas geben als in anderen Ländern (Philippinen, Russland). Dementsprechend wird wohl auch das Globalisierungs-Ergebnis aussehen.

