Das Land liegt sehr zentral in Südamerika. Es hat keinen Meerzugang, dafür durch die Anden viele und hohe Berge und einen Teil des Titicacasees.
Wenn man hierher kommt, dann fallen einem vor allem die Frauen auf, mit ihrem Hut, den langen schwarzen Haaren und der bunten Tracht. Immer haben sie ein Tragetuch, in dem sich ein Kind oder wichtige Sachen befinden. Die Kleidung, die auf uns fremd wirkt, geht zurück auf die Spanier, die den Frauen diese Tracht vorgeschrieben haben, die noch heute fast durchgängig eingehalten wird.
Als Tourist sieht man sich wahrscheinlich La Paz, den Titicacasee und die Salzwüste an. Für uns war es am eindrucksvollsten, die gröβte Salzwüste der Welt zu sehen. Eine völlig andere Landschaft, weiβ und eben, soweit das Auge reicht.
Warum ist der Titicacasee so berühmt, haben wir uns gefragt. Fast jedem ist dieser See ein Begriff. Er ist vor allem eins, sehr groβ und er ist sehr hoch gelegen. Wenn man aber an seinem Ufer steht ist es irgendwie doch nur ein normaler See, dessen Wasser, zumindest in der Nähe von Orten nicht besonders sauber ist. La Paz, als eine von zwei Hauptstädten des Landes, liegt ebenfalls sehr hoch und die Luft ist leider auch ziemlich dreckig. Sie hat einige spanische Kolonialbauten, aber ansonsten gibt es in der Stadt selbst nicht allzuviel zu sehen.
Wir waren leider nur neun Tage hier und wir denken, dass man hier abseits der Touristenpfade, das Land und die Leute viel besser erleben kann. Das würden wir bei einem nächsten Besuch hier auf jeden Fall tun, auch wenn das Reisen dann wahrscheinlich viel beschwerlicher wird.
Das Reisen entlang der Touristpfade ist nicht so schwierig, überall gibt es kleine Reiseagenturen, die einem gern weiterhelfen. Aber Vorsicht, denn das, was einem versprochen wird, stimmt mit der hinterher gebotenen Leistung meist nicht überein. Gerade wenn man eine Tour nicht direkt vom Tourenanbieter kauft sollte man sich ALLES schriftlich aufschreiben lassen, was einem versprochen worden ist, sonst zuckt der eigentliche Anbieter nur mit den Schultern und meint, dass sei nicht seine Schuld. Das Gefühl was man dann hat, ist ungefähr so, als wenn man ein roten Mercedes mit Vollausstattung versprochen bekommt und dann steht ein blaues Motorrad mit Motorschaden vor einem. Das wichtigste ist aber, den Humor nicht zu verlieren.
Bolivien ist ein relatives armes Land, deswegen sind die Preise hier zumindest verglichen mit Peru und Chile günstiger. Möchte man allerdings in einem etwas netteren Hotel wohnen, mit einem komfortableren Bus fahren, der nicht alle 5 Minuten stoppt, dann muβ man schon etwas mehr bezahlen.
Bevor wir nach Bolivien gekommen sind, haben wir gehört, dass man hier noch mehr aufpassen muβ. Die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts lesen sich auch nicht gerade entspannt. Wir glauben, dass ist ein Grund dafür, dass viele Leute hierher nur mit einer Reisegruppe kommen, um sich sicherer zu fühlen. Wir haben unser "Sicherheitskonzept" noch verschärft, haben aber zu keinem Zeitpunkt uns irgendwie unsicher gefühlt oder hatten das Gefühl in einer gefährlichen Situation zu sein. Wichtig ist, dass man sich ins Gedächtnis ruft, dass die Leute hier wenig Geld haben und dass für sie Schmuck und Kameras viel wertvoller sind als für uns. Daher möglichst keine Wertsachen offen tragen und Rucksäcke, sofern es notwendig ist einen dabei zu haben, immer im Blick behalten.

