Referenzen für einzelne Veranstalter erhaltet Ihr in den einzelnen Kapitel über die Orte, an denen wir die Aktivitäten durchgeführt haben. Hier als Übersicht die wichtigsten Links zu den von uns genutzten und empfohlenen Veranstaltern:
Reiten: http://www.high-country-horses.co.nz/
Drachenfliegen: http://www.skytrail.com/
Kayak: http://www.seakayak.com/
Fallschirmspringen: http://www.freefall.net.nz/
Wer es eher weniger dramatisch und damit auch deutlich billiger haben möchte, der geht einfach wandern. Die Neuseeländer (alias Kiwis) sind selbst begeisterte Wanderer und nennen diese Aktivität im lokalen Englisch-Dialekt "Tramping". Demzufolge lautet der auf Wanderrouten focussierte Spezialführer für Neuseeland von Lonely Planet auch "Tramping in New Zealand". Die sogenannten "Great Walks" in Neuseeland sind die schönsten, beliebtesten und somit auch vollsten Routen. Grundsätzlich gilt es, in der Hauptsaison von Dezember bis Februar bei mehrtägigen Wanderungen die vom Department of Conservation (DOC) verwalteten Hütten mit einer Vorlaufzeit von 1-2 Monaten vorzubuchen. Dies geht am Besten online (www.doc.govt.nz). Man zahlt mit Kreditkarte (je nach Hütte zwischen 20 und 30 NZ$ pro Person und Nacht) und druckt sich die Reservierung einfach aus. Vor Ort muss man dann den Ausdruck vorzeigen. Nach unserer Erfahrung wird dies auch streng kontrolliert. Da die Hütten fast immer ausgebucht sind, hat man ohne Reservierung kein Bett in den meist sehr einfachen Matratzenlagern. Wer nicht langfristig vorausplanen möchte, der zeltet einfach auf den in den Nationalparks ebenfalls vorhandenen Campingplätzen (10 bis 15 NZ$ pro Person und Nacht). Auch hier muss man theoretisch reservieren, aber die Strafen für fehlende Reservierung sind offenbar sehr gering. Wir haben im Abel Tasman zwei Deutsche getroffen, die pro Person und Nacht 3 NZ$ Strafe zahlen mussten, weil sie nicht reserviert hatten. Ein Zelt passt halt immer noch irgendwo zwischen.
Von den Great Walks haben wir den Abel Tasman Coastal Walk auf der Südinsel und das eintägige Tongariro Crossing auf der Nordinsel durchgeführt. Während der Abel Tasman uns ein wenig enttäuscht, weil der Hauptweg (nicht so die Seitenwege in den Regenwald) ziemlich autobahnmäßig ausgebaut ist und ausserdem die Route wirklich ziemlich voll. Das Tongariro Crossing fanden wir deutlich anspruchsvoller und landschaftlich attraktiver (auch wenn man Küste nicht unbedingt mit Vulkanen vergleichen kann). Allerdings war das Tongariro Crossing noch voller (Sabines Kommentar: Ameisenstrasse) als der Abel Tasman und wir hatten an unserem Wandertag Kaiserwetter, was die Szenerie der Vulkankrater noch atemberaubender machte.
Mit den Menschen hier in Neuseeland sind wir während unseres gut dreiwöchigen Aufenthalts leider nicht in besonders engen Kontakt gekommen. Das lag vor allem daran, dass wir mit unseren Outdooraktivitäten so beschäftigt waren, dass wir weniger Zeit hatten, in das kulturelle Leben der Kiwis einzutauchen. Die meisten Kontakte für den flüchtigen Reisenden beschränken sich auf andere Reisende (Deutsche, Deutsche und nochmals Deutsche gemischt mit ein paar Schweizern) und auf die Angestellten in der Tourismusindustrie. Letztere waren allerdings im Schnitt deutlich freundlicher als ihre australischen Kollegen. Das kann aber auch daran gelegen haben, dass wir hier glücklicherweise nicht während der lokalen Schulferien (Dezember/Januar - wenn möglich unbedingt vermeiden!) gereist sind und somit hier nicht die ganz grosse Hektik herrschte. Aufgefallen ist uns jedoch auch hier wie schon bei den Australiern, dass die Kiwis nach unserem Maβstab ziemlich nationalistisch veranlagt sind. Man achtet hier sehr auf den Kauf von "Kiwi grown, owned, operated etc." Produkten und Srevices. Höhepunkt war jedoch die Aussage eines unserer Tour Guides, dass es schon ziemlich traurig wäre, dass in Neuseeland produzierte Energie (von einem Wasserkraftwerk am Doubtful Sound) für die Aluminiumproduktion einer Firma von "overseas" (gemeint ist das Nachbarland Australien) und nicht von den Kiwis selbst genutzt würde. Das die australische Firma in Neuseeland produziert und Kiwis beschäftigt, schien dabei in den Augen unseres Guides es nicht besser zu machen.
Insgesamt hat uns Neuseeland als Reiseland gut gefallen. Wenn man Outdoor liebt, ist man hier richtig. Landschaftlich hat es uns von ein paar Ausnahmen abgesehen (Vulkane und Küstenregenwald) sehr an eine Mischung und aus Skandinavien und Schottland erinnert. Man sollte also schon ein wenig Zeit mitbringen, wenn man sich den 24 Stunden Flug von Deutschland antut und sich bei der Gelegenheit auch in der Nachbarschaft, d.h. Australien und Südsee umsehen. In Zeiten der globalen Erwärmung sollte das auch von der Rough Guide Reiseführer-Serie propagierte Motto gelten: "Fly less, stay longer".

