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Fotomotive der Weltreise
Sabine's Blog Juli 06

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Sabine's Blog Juli 06

Auf der Faehre nach Omsk 31. Juli 2006 - 32. Tag

Schiffsreisend

Heute ist der erste Monat unserer Reise vorbei, jeder längere Urlaub wäre jetzt spätestens vorbei. Wir sind  bereits seit 7 Tagen, und somit schon einen Tag länger, als wir ursprünglich gedacht hatten, auf der Fähre von Salekhard nach Omsk und werden
unser Ziel morgen erreichen. Um alle Einzelheiten dieser Fahrt zu erfahren empfehle ich unbedingt Olafs Blog dazu zu lesen, da er wesentlich fleissiger war als ich und unser "Schiffslogbuch" für die einzelnen Tage geführt hat, und dabei so ausführlich geschrieben hat, dass ich dem kaum noch was hinzufügen kann. Daher habe ich mich entschlossen nur eine kurze Zusammfassung unserer Fahrt aufzuschreiben.

Letzten Montag, also genau vor einer Woche, um 15 Uhr Moskauer Zeit und 17 Uhr lokaler Zeit ist unser Schiff in Salekhard losgefahren. Wir waren über 2 Stunden früher da, weil ich mich immer noch nicht an das Umrechnen in Moskauer Zeit gewöhnen kann und wir sicher sein wollten, dass das Schiff nicht schon abgelegt hat. Die Entscheidung in der 1. Klasse zu fahren haben wir bis jetzt noch keine Minute bereut, denn wir haben eine ganz gemütliche Zweimannkabine auf dem Promenadendeck bezogen mit zwei - etwas schmalen - Sitzliegen auf jeder Seite, einem ausklappbaren Tisch in der Mitte, sowie auf der einen Seite einen kleinen Schrank und auf der anderen Seite einem Waschbecken mit flieβendem Wasser auf der anderen Seite. Die Einrichtung ist holz-, plüschig-, oldstyle in den Farben rot und blau. Die Toiletten sind Gemeinschaftstoiletten, die zwar mehrmal täglich geputzt werden, dafür gibt es keine Brille und kein Klopapier, wenigstens für letzteres konnten wir Vorsorge treffen. Das Auβenfenster geht auf das Promenadendeck und so können wir vom Bett aus Natur und Menschen an uns vorbeiziehen sehen. Da unsere Rucksäcke gröβer, als der dafür vorgesehene Platz ist, stehen diese etwas unpraktisch in der Mitte des Ganges. Leider ist es schwieriger als wir gedacht hatten mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, da aufgrund des vielen Regens (normalerweise sind die Sommer in Sibirien wohl warm und sonnig), die meisten Zeit auf der Kabine verbracht haben. Heute ist der erste etwas sonnige,trockne Tag, der von der Schiffscrew gleich dazu genutzt wird um das Promenadendeck zu streichen, dass eigens für die Zwecke gesperrt wurde und so sitzen wir wieder auf der Kabine. Die Zusammensetzung der Passagiere hat sich im Laufe der Fahrt geändert, am Anfang waren viele Nenzen mit an Bord, die Einheimischen, die wie Eskimos/Indianer aussehen. Mittlerweile sind fast nur noch Russen an Bord, auβerdem leert sich das Schiff je näher wir nach Omsk kommen.

Bevor wir in Salekhard losgefahren sind haben wir sicherheitshalber Nahrungsmittel eingekauft, um nicht auf das Restaurant angewiesen zu sein. Darin haben wir mittlerweile schon Übung, da wir uns bis jetzt fast ausschlieβlich selbst versorgt haben. Hierbei hat uns unser kurz vor Abfahrt erworbenes Schweizer Taschenmesser mit dem schönen Namen "Rucksack" gute Dienste geleistet, ebenso wie unsere zwei Reisebestecks, die wir von Bärbel und Manfred geschenkt bekommen haben, und die uns bereits im Zug Bewunderung eingebracht haben, wofür wir uns an diese Stelle noch mal ganz herzlich bedanken möchten. Das hat sich in unserem Budget für Essen positiv auswirkt, denn bis jetzt haben wir hierfür erst etwas mehr als 400 Euro für uns beide ausgegeben (dafür mehr bei den anderen Kategorien). Bei einem Zwischenstopp hatten wir auch Gelegenheit diese wieder aufzufüllen, hauptsächlich mit Brot und Käse.

Bei der Ausfahrt aus Salekhard hatten wir Glück, denn wir hatten Sonne und einen unbeschreiblichen Himmel, der sich meilenweit über den breiten, fast geraden Strom Ob gespannt hat. Soweit das Auge reichte Tundra, Wasser und Himmel - unbeschreiblich. Am nächsten Tag fing es am Nachmittag an zu regnen und der Regen ist uns auch über weite Teile treu geblieben. Verändert hat sich die Landschaft. In den ersten Tagen blieb der Strom gleichmäβig breit und gerade. Der Wald, der mit zunehmender Tageszahl immer höher wurde, aber gleichbleibend dicht stand, so dass er von weiten wie Dungel aussah. Pro Tag haben wir nur wenige Siedlungen gesehen, meistens nur an den Haltestellen der Fähre. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel und auch keinen so dichten Wald gesehen wie hier. Das Bild hat sich geändert, seit dem wir auf dem Fluss Irtytsch eingebogen sind. Dieser ist wesentlich schmaler und oft auch kurvenreich. Die Landschaft ist etwas lieblicher geworden, mehr Birken in den Wäldern, an denen ich mich gar nicht satt sehen kann, aber auch mehr Grassflächen, auf denen nur vereinzelt groβe Bäume stehen, so dass es fast nach Parklandschaft aussieht. Kurz hinterTobolsk habe ich die erste Brücke gesehen, die über den Fluss führt. Auch die Ortschaften nehmen zu, d.h. man sieht ca. 1-2 pro Stunde und ab und zu sogar ein paar Menschen. Ebenfalls der Schiffsverkehr hat etwas zugenommen.

Wenn wir nicht gerade an Deck sind oder aus dem Fenster sehen, lesen wir viel oder spielen Karten (an dieser Stelle ebenfalls vielen Dank an Conny und Lothar für das Backpacker-Spiel, bei dem wir uns geade in das Regelwerk einarbeiten, bisher ist aber Olaf der bessere Backpacker von uns beiden), Olaf hat seinen Hamburg-Aufnäher auf den Rucksack genäht und ich meine Jeans etwas abgenäht, da ich irgendwie abgenommen habe, und die Hose schon bedrohlich weit nach unten rutschte. Auβerdem hat hauptsächlich Olaf, aber auch ich die Zeit genutzt, um ein für unsere Webseite zu schreiben, u.a. einige Rezession über Bücher, die wir während der Fahrt gelesen haben, aber auch sonst noch einige Artikel im Bereich Planung und Ausruestung.  Wir hoffen, dass wir es spaetestens Kransnojarsk schaffen, alles auf unserer Webseite einzustellen. Ansonsten haben wir die aufgezwungene Einengung der Bewegungsfreiheit genutzt um uns zu erholen und auszuruhen, da die Tage bis zur Abreise aus Deutschland aber auch die Wochen in Moskau etwas stressig waren.



Salekhard 23. Juli 2006 - 24. Tag

Am Polarkreis nichts los

Vorgestern sind wir am Salekhard angekommen, der Stadt, die genau auf dem Polarkreis liegt. Wir sind zusammen mit Iwan schon eine Station vor der Endstation ausgestiegen, und mit dem Auto weitergefahren. Aus dem Auto betrachtet sah die Natur wieder ganz anders aus, warscheinlich weil man irgendwie doch noch naeher dran ist. Dann haben wir mit der Faehre den Fluss Ob, auf dem wir ja noch einige Tage unterwegs sein werden ueberquert. Unglaublich, wie viele ebenfalls das Ansinnen hatten, den auf unserer Faehre waren allein 25 Autos und auf dem Fluss sind uns noch 3 weitere Faehren begegnet, als wir an der anderen Seite anlegten, hatte sich dort bereits wieder eine Schlange gebildet.

Wir haben dann in dem Hotel Jamal, das uns Iwan empfohlen hat, Quartier bezogen. Es ist sauber und auch ganz gemuetlich eingrichtet, allerdings auch ganz schoen teuer - 65 Euro pro Nacht, einen Discount fuer  3 Naechte wollten sie uns auch nicht geben oder haben uns einfach nicht verstanden. Daher haben wir hier zunaechst fuer eine Nacht uns eingebucht. Dank des Kuehlschrankes auf dem Zimmer und 24h Supermarkt gegenueber von dem Hotel war auch die Verpflegung sichergestellt. Abends sind wir dann noch durch die Stadt gelaufen, umschwaemt von Muecken, in der des bis nach Mitternacht tatsaechlich noch taghell war.

Seit gestern morgen regnet es ziemlich viel. Die Schlechtwetterfront, die uns schon auf der Bahnfahrt begleitet hat, hatte uns wieder eingeholt. Olaf hat beim erneuten Studium der Zimmerpreise festgestellt, das es auch eine Kategorie 2 gibt, die nur die Haelfte kostet. Der einzige Unterschied zur Kategorie 1 besteht darin, dass es kein heisses Wasser gibt. Unglaublich 32 Euro pro Nacht nur fuer heisses Wasser. Da wir morgens noch ausgiebig warm geduscht hatten, haben wir das Zimmer getauscht.Wir hatten sogar noch Glueck, eine Boilerfuellung heisses Wasser war noch vorhanden, so dass wir heute auch noch mal kurz warm duschen konnten, denn das kalte Wasser ist hier sehr, sehr kalt.

Ansonsten haben wir uns in den Regenpausen saemtliche zu Fuss erreichbare Sehenswürdigkeiten der Stadt angeschaut, aber leider sind diese doch ziemlich beschraenkt - fast 3 Tage ist auch viel zu lang fuer diese Stadt, aber leider waren die spaeteren Zuege alle schon ausgebucht. "Hier ist einfach nichts los" meinte Olaf gestern zu mir auf unserem Abendspaziergang, Haendewedelnd um die Muecken zu vertreiben, die einen trotz Mueckenspray hartnaeckig verfolgen. Auf unserem Rueckweg haben wir dann doch noch den Intreffpunkt der Stadt gefunden - den 24h Supermarkt gegenueber, in dem es Bier und Wodka gibt.



Im Zug nach Salekhard 20. Juli 2006 - 21. Tag

Zugreisend

Jetzt sitzen wir im Zug nach Norden, nach Salekhard, von dort aus werden wir ab dem 24. Juli mit einem Schiff ca. 6 Tage den Fluss Ob und den Irtytsch wieder hochfahren bis nach Omsk. Die Tickets fuer die Flussfahrt in Moskau zu bekommen, war unerwartet schwierig. In jedem Reisebuero, in dem wir nachgefragt haben, wurde einheitlich der Kopf geschuettelt, so dass wir noch nicht einmal wussten, an welchen Tagen eins von den wenigen Schiffen faehrt. Weitergeholfen hat uns hier ein deutschsprachiges Reisebuero, dass in Moskau seinen Sitz hat, das mir schon im Internet in Deutschland aufgefallen war, da es, soweit ich finden konnte, die einzigen waren, die eine aehnliche Tour auch als Paket anbieten, Troika Reisen. Mit ihnen haben wir per Internet Kontakt aufgenommen und sie konnten uns tatsaechlich weiterhelfen, einen Tag vor unserer Abreise hatten wir die Tickets in der Hand, die in Omsk gekauft werden mussten und dann nach Moskau geschickt werden mussten. Also fuer alle die jetzt zwar Lust auf Russland bekommen haben, aber keine Lust oder Zeit haben, dass selbst zu organisieren, einfach mal auf den Internet-Seiten von Troika Reisen stoebern.

Jetzt sind wir seit gestern abend 19.20 Uhr unterwegs, im Coupè-Wagen 11, Abteil 5, Plaetze 18 und 20 (die beiden oberen, was leider eher unpraktisch ist, keine Ahnung warum der Typ im Reisebuero das so gebucht hat). Gestern haben wir Sachen gepackt und haben festgestellt, dass wir noch viel zu viel Gewicht haben, leider weiss ich nicht von welchen Sachen ich mich trennen sollte. Ausserdem haben wir zwei Tueten Lebensmittel und Wasser dabei, die wie wir festgestellt haben aber auch notwending sind, da dieser Zug, der uns insgeamt 46 Stunden befoerdet, ueber keinen Speisewagen verfuegt.

Wir teilen uns unser Abteil mit Iwan, der waehrend seiner Armeezeit in Deutschland bei Stendal stationiert war und einer Frau, deren Namen ich leider wieder sofort vergessen habe. Beide kommen jeweils aus dem Urlaub wieder, Iwan war mit seiner Familie bei seiner Mutter in der Ukraine, er muss jetzt wieder arbeiten und faehert daher als erster nach Hause zurueck. Die Frau war am Schwarzen Meer, hat sich dort aber leider leicht erklaeltet. Ich glaube, beide koennen nicht so ganz verstehen, wie man freiwillig, als Torist soweit in den Norden fahren kann, wo es doch kalt ist, und auch nicht viel zu sehen gibt. "Naja, vielleicht wegen der Romantik", meinte die Frau und schaute vetraeumt aus dem Fenster.

Ich sitze gerade auf einem Klappsitz im Zuggang, weil ich nicht die ganze Zeit auf dem Bett von der Frau sitzen moechte und man von den oberen Betten nicht gut aus dem Fenster sehen kann, dass heisst man sieht nur das Gleisbett. Allerdings gibt es draussen auch nicht besonders viel zu sehen, seit Stunden zieht Mischwald an unseren Fenstern vorbei, ab und zu sind auch ein paar Haeuser zu sehen. Wenn ich oben auf meinem Bett liege und lese, werde ich aber irdenwie ganz schell muede, kann dann daber trotzdem nicht richtig schlafen. Ich bin wirklich froh, dass wir nicht die ganze Strecke nach Peking in einer Tour durchfahren, dass ist bestimmt auf die Dauer auch ganz schoen anstrengend - Nichtstun und aus dem Fenster schauen.

Das "Gangleben" ist eher unspektakulaer, fast alle haben ihre Abteiltuer geschlossen, nur ab und zu kommen Leute vorbei, die auf Klo wollen, und wenn sie zurueckkommen weht ihnen auch ein gewisser Duft hinterher. Irgendwie bin ich ja auch schon auf unsere Fahrten in der 3. Klasse gespannt, in der es keine Tueren gibt, dafuer pro Wagen aber fast 50% mehr Leute (52 statt 36) untergebracht sind. Auch hier konnten unsere Mitfahrer sich nicht vorstellen, wie man das freiwillig machen kann, "Naja, vielleicht wegen der Romantik" meinte die Frau schlieβlich.

So, ich hoere jetzt weiter Claudius Weltreise-Musik ("Around the world"), die er uns zusammen mit einem I-Pod zum Abschied geschenkt hat, und wofuer ich mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich bedanke, und schaue noch etwas aus dem Fenster.

Nachtrag 21.7.: Heute sind wir genau 3 Wochen unterwegs, unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist. Wir sitzen immer noch im Zug. Gestern nachmittag hatte ich "Toilettenpech", d.h. als ich auf die Toilette wollte, hatte die Zugbegleiterin diese wegen mehrerer hintereinanderliegenden Bahnhoefen gerade abgeschlossen, und wie ich im Zeitablauf feststellen durfte wurden diese erst nach 2 Stunden wieder aufgeschlossen. Der grosse Vorteil war, dass diese dann frisch geputzt war.

Die Halte an den Bahnhoefen sind auch sehr interessant zu beobachten, den im Gegensatz zu Deutschland, dauern diese hier meist 15 bis 20 Minuten. In dieser Zeit springt fast der halbe Zug auf den Bahnsteig, um sich die Fuesse zu vertreten, am Kiosk einkaufen zu gehen, oder mit den dort beheimateten Bauern Handel zu treiben, die ihrerseits meist Produkte aus ihren Gaerten feilbieten und wild gestikulieren von Wagen zu Wagen laufen. So erhoeht sich die Zugfracht waehrend der Reise um einige Saecke Kartoffeln, die bei den Zugreisenden sehr hoch im Kurs standen. Die Zugbegleiterin steht dabei vor dem  Wagen und passt auf, dass bis zur Abfahrt die richtigen Leute wieder im Zug sind (Nichtreisende werden nicht reingelassen).

Die Natur vor unserem Fenster hat sich auch veraendert, die Baeume stehen jetzt nur noch vereinzeilt und sind sehr klein, eigentlich ist es fast nur noch Gebuesch, was man sieht, daher hat man einen sehr weiten Blick ueber das Land. Seit heute morgen regnet abwechselnd mehr oder weniger stark. Die Landschaft ist daher in ein sehr melancholisches Licht getaucht. Haeuser sieht man kaum noch. Vorhin haben wir ein Schild passiert, dass gezeigt hat, dass wir jetzt in Asien sind. Und hier werden wir die naechsten Monate auch bleiben. 



Moskau 19. Juli 2006 - 20. Tag

Moskau 20 Tage - Ein Fazit

Als wir in Moskau angekommen sind, war ich wirklich erstaunt. Insgesamt war alles viel positiver und besser, als ich erwartet hatte.  Alles ist mittlerweile sehr westlich, in den Strassen und in unserem Wohngebiet habe ich kaum wirklich arme Menschen gesehen. Von aussen betrachtet scheint es den Menschen gut zu gehen. Ausserdem habe ich mich in der ganzen Zeit nicht einmal unsicher gefuehlt, was ja gerade beim Reisen ein sehr wichtiger Faktor ist. Russischkenntnisse sind auf jeden Fall ein Vorteil, aber im Zweifel kann man sich auch mit Haenden und Fuessen ganz gut verstaendigen. Einiges hat mich voellig ueberrascht, insbesondere unser kleiner 24h Supermarkt (ich bin mal gespannt, wie lange es noch dauert, bis es soetwas in Deutschland gibt) mit sehr guten Sortiment oder wie viele Menschen auch am Sonntag gearbeitet haben. Alles in allem eine Stadt, in der man durchaus auch leben koennte.

Fuer den Moskaubesuch im Sommer benoetigt man die folgenden Ausruestungsgegenstaende:
- eine Sonnenbrille,
- einen Regenschirm, denn wir sind mehrfach vor aufziehenden Regenwolken "weggerannt",
- eine waermere Jacke, denn das Wetter und die Temperaturen wechseln schnell in Moskau. Was man komischerweise ueberhaupt nicht braucht ist Sonnencreme. Auch nach intensiver Sonnenbestrahlung, hat meine Haut sich hier nie rot gefaerbt, dafuer wird man aber auch nicht braun.

Am meisten fasziniert und gleichzeitig am nervigsten war das METRO-fahren. Zum Beispiel kommt man auf einen Bahnsteig, der uebervoll ist mit Menschen und denkt, da ist bestimmt die letzten 10 Minuten die METRO ausgefallen. Dann schaut man auf die Uhr, die die Sekunden  und Minuten zaehlt, die seit der Abfahrt  der letzen Bahn vergangen sind und stellt fest, dass gerade mal 50 Sekunden seit dem vergangen sind und ein paar Sekunden spaeter faehrt schon die naechste Bahn ein. Wir sind jeder ca. 60 Mal mit der METRO gefahren, jedes Mal mindestens 30 Minuten, eher 45 Minuten. Das heisst wir haben von unseren 20 Tagen in Moskau ueber 30 Stunden unter der Erde zugebracht.

Daneben fand ich sehr anstrengend, dass man fuer alles viel Zeit einplanen und teilweise lange, geduldig warten muss. Allein die Registrierung hat uns 4 halbe Tage gekostet, die Buchung von 4*2 Zugtickets einen ganzen Tag usw.

Ebenfalls anstrendend ist der Moskauer Verkehr. An unserem zweiten Abend haben wir einmal versucht, den Norvue Arbat zu ueberqueren und haben fast 5 Minuten auf der Mittellinie zugebracht, bevor wir uns getraut haben auf die andere Seite zu sprinten. Danach haben wir festgestellt, dass es Unterfuehrungen gibt. Die Ampeln werden von den Autofahrern in der Regeln akzeptiert, dagegen habe ich mich oft nach dem Sinn von den ausgewiesenen Fuβgaengerueberwegen gefragt, auβer das der Schilderproduzent vielleicht daran verdient, denn diese werden generell von den Autos miβachtet und stellen eher eine Unfallquelle dar, falls tatsaechlich sich mal ein Fuβgaenger dahin verirren sollte.

Insgesamt hat mir Moskau gut gefallen, auch wenn eine Großstadt kein guter Ort fuer Erholung ist, war es auf jeden Fall ein gelungener Auftakt unserer Reise. Nebenbei konnten wir dabei auch unsere Weiterfahrt in Russland organisieren und unsere Russischkenntnisse auffrischen, obwohl ich auch noch ziemlich haeufig auf Mimik und Gestik zurueckgreifen muss. Auf jeden Fall wird das nicht unser letzter Besuch in Moskau gewesen sein.      



Moskau - 17. Juli - 18. Tag

Moskau als Tourist

Wir hatten die Moeglichkeit Moskau aus verschiedenden Blickwinkeln kennenzulernen, als Einwohner in "eigener" Wohnung, mit morgentlichen Berufsverkehr in der Metro, Einkaufen im Supermarkt etc., als Studenten an der MGU, aber auch als Touristen, denn die vielen Sehenswürdigkeiten haben wir uns natuerlich  nicht entgehen lassen. Gerade  am letzten Wochenende haben wir uns noch viele Sachen angesehen.

Interessant ist, dass wir in der Metro kaum Touristen gesehen haben, im Gegenteil ich selber aufgrund meiner Kleidung (Zip-Hosen + T-Shirts, Blusen, die zwar praktisch schnelltrocknend sind, dafuer aber im eher unsexy aussehen, verglichen mit dem was die Moskauerinnen so tragen) eher aufgefallen bin. Sobald man aber zum Kreml  kommt, trifft man auf Horden von Touristen, fast so, als wuerden sich alle dort versammeln. Die Plaetze haben aber auch eine  magische Anziehungskraft. Wir waren allein auf dem Roten Platz bestimmt sieben Mal.

Ebenfalls von Vorteil fuer die Besichtigungen waren unsere russischen Studentenausweise. Da man als Auslaender fast ueberall noch einen deutlich höheren Eintrittspreis bezahlt, konnten wir mit einfachem Vorlegen der Ausweise einiges sparen.

Nachfolgend meine Empfehlung für Moskau:

- Abends am Alexandrevsky Sad ausspannen und einfach die Atmosphäre auf sich wirken lassen. Im Gegensatz zum nahen Roten Platz sind hier viel mehr Russen unterwegs.
- Aussichtsplattform in der Naehe der Universität - hier hat man sowohl tagsüber, als auch nachts einen tollen Ausblick auf Moskau. Am interessantesten ist es am Freitag oder Samstag am frühen Nachmittag, dann verwandelt sich dieser Platz in einen beliebten Platz für Brautpaare und Hochzeitsgesellschaften, die hier Sektempfang und Fotos machen. Ich habe noch nie so viele Brautpaare gleichzeitig gesehen, mindestens 20, sowie mehrere Limosinen in verschiedenen Längen und Ausführungen.
- Roter Platz - einfach eindrucksvoll.
- Kreml, TOP 1 in jedem Reisführer. Leider haben wir nicht die Armory, das Highlight gesehen, da die Ticktes an unserem Besuchstag (also frühmorgens kommen!) schon ausgebucht waren. Ich finde das aber nicht so schlimm, denn es ist ein guter Grund, noch mal nach Moskau zu kommen. Dafuer haben wir in der Schlange einige Studenten von unserem Sprachkurs getroffen, mit denen wir einen netten Tag verbracht haben.
- Lenin, ohne Eintritt dafuer mit lange Anstehen, um ihn dann fuer 30 Sekunden zu sehen - trotzdem beeindruckend und ganz anders als ich erwartet hatte.
- Nachtfahrt durchs beleuchtete Moskau.
- Einkaufstrasse Twerskaja entlangbummeln, ebenfalls über den Arbat und Norwoy Arbat.
- Mindestens einmal METRO fahren.


Darueber hinaus gibt es natuerlich noch viele, viele andere Dinge, die wir gemacht haben und die sehr schoen waren. Irgendwie freue ich mich aber jetzt auch darauf, dass wir am Mittwoch (19.7.) abends in den Zug steigen und endlich mit dem "richtigen Reisen" anfangen.



Moskau - 14. Juli 2006 - 15. Tag

Studenten an der MGU

Heute vor zwei Wochen sind haben wir Hamburg verlassen. Ich muss allerdings feststellen, dass die letzten zwei Wochen nicht besonders erholsam, dafuer  aber sehr vielseitg waren, waren. Meistens sind wir um sieben aufgestanden und haben vor dem Unterricht noch einige Sachen erledigt, so haben wir gestern z.B. Zugtickets gebucht, die Beschreibung dieses Vorgangs erfordert jedoch einen eigenen Blog, und heute war ich bei der Registrierung um unsere Paesse abzuholen und ein Schreiben zu bekommen, dass uns bestaetigt, dass wir nach Moskau in keiner Stadt laenger als 3 Tage bleiben. Das hat ueber eine Stunde gedauert, mit Fahrzeit ca. 3 Stunden, so dass Olaf der zwischenzeitlich internationale  Studentenausweise besorgt hat, sich schon Sorgen gemacht hat, wo ich bleibe.

Gleichzeitig hatten wir unseren letzten Russischunterricht, eine durchaus interessante Erfahrung, da wir dadurch gleichzeitig, wenn auch nur fuer eine kurze Zeit, dadurch Studenten der Lomonossow-Universitaet, oder kurz MGU, geworden sind. Die MGU ist die groesste der sieben Schwestern, wie die gigantischen Stalinbauen auch liebevoll genannt werden. Man kann diese von vielen Plaetzen in Moskau aus sehen und wenn man davor steht, dann kommt man sich sehr klein vor, weil dieser Bau so riesig ist. Als Tourist darf man sie allerdings nicht betreten, der Wachdienst davor sorgt dafuer, dass nur richtigen  Leute reinkommen. Schluessel hierfuer ist der Studentenausweis, den wir ebenfalls erhalten haben.
Heute vor zwei Wochen sind haben wir Hamburg verlassen. Ich muss allerdings feststellen, dass die letzten zwei Wochen nicht besonders erholsam, dafuer  aber sehr vielseitg waren, waren. Meistens sind wir um sieben aufgestanden und haben vor dem Unterricht noch einige Sachen erledigt, so haben wir gestern z.B. Zugtickets gebucht, die Beschreibung dieses Vorgangs erfordert jedoch einen eigenen Blog, und heute war ich bei der Registrierung um unsere Paesse abzuholen und ein Schreiben zu bekommen, dass uns bestaetigt, dass wir nach Moskau in keiner Stadt laenger als 3 Tage bleiben. Das hat ueber eine Stunde gedauert, mit Fahrzeit ca. 3 Stunden, so dass Olaf der zwischenzeitlich internationale  Studentenausweise besorgt hat, sich schon Sorgen gemacht hat, wo ich bleibe.Gleichzeitig hatten wir unseren letzten Russischunterricht, eine durchaus interessante Erfahrung, da wir dadurch gleichzeitig, wenn auch nur fuer eine kurze Zeit, dadurch Studenten der Lomonossow-Universitaet, oder kurz MGU, geworden sind. Die MGU ist die groesste der sieben Schwestern, wie die gigantischen Stalinbauen auch liebevoll genannt werden. Man kann diese von vielen Plaetzen in Moskau aus sehen und wenn man davor steht, dann kommt man sich sehr klein vor, weil dieser Bau so riesig ist. Als Tourist darf man sie allerdings nicht betreten, der Wachdienst davor sorgt dafuer, dass nur richtigen  Leute reinkommen. Schluessel hierfuer ist der Studentenausweis, den wir ebenfalls erhalten haben.

Allerdings war ich schon erstaunt, ueber das Aussehen im Inneren, statt eines riesigen Atriums, dass ich bei einem solchen Bau eigentlich erwartet hatte, gibt es nur verhaeltnismaessig flache Gaenge, die im Sommer unbeleuchtet eher dunkel und erdrueckend wirken, fast als sollte einem gesagt werden "Lehrjahre sind keine Herrenjahre". Der Unterricht hat trotzdem viel Spass gemacht, er war zwar etwas chaotisch, da er jeden Tag in abwechslender Besetzung stattgefunden hat und wir je nach Vorhandensein unterschiedliche Lehrbuecher verwendet haben. Am interessantesten fand ich es, wenn wir in kleiner Gruppe die Zeitung gelesen haben und so ueber aktuelle Themen in Moskau diskutiert haben, z.B. ueber den Tieger der im Zirkus den Domteur angefallen hat oder das Dorf was eingemeindet wurde und jetzt Buerobauten weichen soll. So haben wir auch den Unterschied in den Zuegen zwischen erster, zweiter und dritter Klasse kennengelernt. Letztere beiden werden wir ja demnaechst live testen, denn am 19. Juli verlassen wir Moskau mit dem Zug in Richtung Salechard - zur Eingewoehnung noch in der 2. Klasse. Die Fahrt dauert 48 Stunden, genug Zeit um die neu erworbenden Russischkenntnisse auszuprobieren.



Moskau, 10. Juli 2006 - 11. Tag

Wir kommen wir zum Russischunterricht?

"Es ist wieder Montag." Heute im Russischunterricht ging ploetzlich die Tuer auf und es standen zwei neue Studenten in der unserem Klassenraum - Rolf aus der Schweiz und John aus England. Sie mussten sich kurz auf russisch vorstellen, bevor wir ihnen Fragen stellen sollten. Dabei fiel mir wieder ein, dass wir beide letzte Woche genauso
in die Klasse gekommen waren. Aber ich will von vorn beginnen:

Die Planung einer Weltreise ein laufender Prozess. Die Idee unsere Reise in Russland mit der Fahrt mit der Transsibierischen Eisenbahn zu beginnen hatten wir ziemlich frueh. Eines Tages meinte Olaf zu mir: "Was haeltst Du davon, wenn wir zuerst einen Sprachkurs machen? Ich habe eine Internetseite gefunden, die bieten guenstigen Unterricht in Perm an."

RUSSISCHUNTERRICHT? Sieben Jahre lang habe ich mit dieser komplizierten Sprache in der Schule abgequaelt. Nachdem ich zu Zeiten der UdSSR mit 11 Jahren fuer 3 Wochen in Riga war, wollte ich nie wieder in dieses Land fahren, in dem ich das Gefuehl hatte, dass es den Menschen viel schlechter ging, als in der DDR, und habe somit auch meine Bemuehungen um diese Sprache heruntergefahren. Meinen Vorsatz, dort nicht wieder hinzufahren habe ich bereits mit 16 wieder aufgegeben, als ich von meiner Schule aus zum Kulturaustausch nach Sankt Petersburg gefahren bin. Damals war ich mit 100 DM in der Tasche eine reiche Frau und bis zur Rueckfahrt hatte ich es geschafft, fast alle meine Sachen, die ich dabei hatte, zu verschenken.

Gegen Russischunterricht war nichts einzuwenden. Schnell lieβ ich mich ueberzeugen, dass diese Kenntnisse hilfreich fuer unsere weitere Reise durch Russland sein werden. (Dagegen habe ich es abgelehnt, chinesisch zu lernen.)
Aber in PERM? Ein Blick in den Reisefuehrer sagte mir, dass das die Stadt ist, in der Tschechows "Drei Schwestern" wohnten, die immer von dort weg nach Moskau wollten. Nach einiger Suche haben wir Webseite www.rlcentre.com gefunden. Im Vergleich war es hierueber am guenstigen zu buchen, wenn man waehrend des Sprachkurses bei einer Gastfamilie wohnen wollte, und nicht direkt in der MGU. Die Abwicklung vorher per mail war in Ordnung. Wir waren aber doch etwas ueber die chaotische Organisation vor Ort erstaunt.

"Wir warten auf Euch am Montag um 12.00 Uhr in unseren Buero." hieβ in der mail. Tatsaechlich warteten aber mindestens 15 Studenten vor dem Buero und nochmal soviele in dem Buero, dass zur Haelfte aus drei Schreibtischen bestand, die wohl zum language departement gehoerten. Was die Frauen machten, die hinter den anderen Schreibtischen saβen, haben wir nicht rausbekommen. Um herauszufinden, wie der weitere Vorgang ist, bin ich erstmal in den Raum gegangen. "Setzen Sie sich bitte", meinte ein Mann zu mir und zeigte auf einen Stuhl. Als Olaf, der noch draussen gewartet hatte, einige Zeit spaeter reinkam und laut fragte, wer denn hier fuer die Kurse zustaendig sei, wurde ihm ebenfalls sofort ein Platz angeboten, allerdings direkt bei einer Mitarbeiterin und er war dran. Also so lief das System, wer am meisten Stress macht, wird als erstes abgefertigt - interessant. Trotzdem dauerte es aufgrund zahlreicher Unterbrechnungen durch das Telefon, anderer Studenten und den Mann, der mir den Platz angeboten hatte und von dem wir auch nicht rausfinden konnten, was seine eigentliche Aufgabe ist, noch ca. eine Stunde, bis wir auf dem Weg zu unserem Unterricht waren. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir aber auch noch keinen Studentenausweis, und das Problem mit der Registrierung  war auch noch nicht geloest. Allerdings hatte auch noch keiner Geld von uns verlangt. So standen wir ploetzlich waehrend des Unterrichts in diesem Raum, mussten uns auf russisch vorstellen und unsere verdutzten Mitstudenten sollten uns Fragen stellen. "Es ist wieder Montag, da ist es immer etwas chaotisch", meinte unsere Russischlehrerin nur.



Moskau, 7. Juli 2006 - 8. Tag

METROpole

Jetzt sind wir schon eine Woche hier. Trotzdem oder gerade deshalb haben wir immer noch das Gefuehl, dass hier in Moskau die Zeit viel schneller als in Hamburg vergeht. Ein Grund dafuer ist die Groesse der Stadt und die daraus resultierenden weiten Wege. Die haben wir bis jetzt entweder zu Fuss zurueckgelegt oder mit der METRO. Die Moskauer METRO ist wirklich beeindruckend. Unser erster Gedanke, als wir letzte Woche mit unseren Rucksaecken sie erstmals benutzt haben, war: heiss und voll. Es ist unglaublich, wie viele Menschen hier taeglich transportiert werden. Waehrend in Hamburg die Taktung der Zuege meist 10 Minuten betraegt, faehrt hier meistens alle zwei Minuten eine Bahn, zu Stosszeiten jede Minute. Trotzdem sind die Zuege immer voll. An den Umsteigebahnhoefen laufen die Menschen wie Ameisen in den vorgegebenen Tunneln, die oft nur in einer Richtung benutzt werden duerfen. Dazu kommen noch die Rolltreppen, vor denen es sich oft staut und die so manchmal sehr lang sind, so dass man fast dass andere Ende nicht sehen kann. Einige der Bahnhoefe sind kunstvoll ausgestaltet. Da ich mich aber bisher mehr darauf konzentriert habe, mich nicht zu verlaufen, habe ich das aber nur am Rande wahrgenommen. Wir wollen aber demnaecht eine kleine sight-seeingtour durch die Bahnhoefe machen.

Was wir allerdings durch das Benutzen der METRO  ueberirdisch verpasst haben, haben wir gestern abend festgestellt. Wir haben eine fruehere Mandantin von mir getroffen, die zur Zeit fuer zwei Jahre mit ihrer Tochter in Moskau lebt und arbeitet.  Zuerst waren wir sehr gut essen - lokale Kueche, die ich sehr gern mag. Danach hatte sie die grossartige Idee uns Moskau bei Nacht mit dem Auto zu zeigen, wenn alles erleuchtet ist. Wir sind sehr viele Prospekte langgefahren und natuerlich entlang der Moskwa. Highlight war ein Zwischenstopp auf dem Roten Platz, der in der Nacht angeleuchtet noch eindrucksvoller ist, als am Tag, weil man sich noch viel kleiner vorkommt, und der kroenende Abschluss: der Blick ueber die naechtliche Stadt nahe der Universität. Waehrend  unserer Tour haben wir so viele Anregungen bekommen, was man sich in Moskau noch so ansehen sollte, dass ich fast fuerchte, dass die verbleibende Zeit gar nicht ausreicht.



Moskau, 5. Juli 2006 - 6. Tag

Alles normal

Urspruenglich dachte ich, dass wir es in Moskau jeden Tag schaffen, in unseren Blog zu schreiben. Aber irgendwie vergeht hier die Zeit viel schneller als zu Hause, ausserdem haben wir auch noch einige Sachen vor Ort zu erledigen.

Das erste Projekt ist die Registrierung hier in Moskau. Bisher hatte ich nur gedacht, dass es schwierig ist, fuer Russland ein Visum zu bekommen. Nun haben wir festgestellt, dass der Stress hier weitergeht. Wenn man sich laenger als 3 Tage an einem Ort aufhaelt muss man sich registrieren lassen. So sind wir am Montagmorgen zur angegebenen Adresse gefahren. Dort wurden wir aber belehrt, dass wir ein von unserem Gastgeber ausgefuelltes Formular benoetigen, welches ebenfalls von der Hausverwaltung abgestempelt werden muss. Da unsere Babuschka aber zur Zeit auf der Datsche  ist,  war dieses Problem gar nicht so einfach zu loesen. Um es kurz zu machen, die Babuschka ist heute angereist und hat sich darum gekuemmert - als Olaf sie angerufen hat, um das mit ihr zu besprechen meinte sie nur: "Alles normal".  Morgen starten wir dann den zweiten Versuch mit unserer Registrierung.

Das zweite Projekt ist den weiteren Verlauf unserer Reise zu organisieren . In Deutschland hatten wir ja nur die Fluege nach Moskau gebucht, alles weitere muessen wir jetzt vor Ort erledigen.  Die Hauptschwierigkeit besteht darin herauszufinden, wann die Flussschiffe, von denen pro Jahr nur ca. 10 fahren, von Salechard nach Omsk losfahren. In jedem Reisebuero, in dem wir bisher danach gefragt haben erhielten wir als Antwort nur Achselzucken. Allerdings scheinen hier die Angestellten eher nach Aussehen ausgesucht zu werden - ich sage nur "heisse Geraete". Davon sieht man hier uebrigens ausreichend. Je weniger Kleidung, desto besser, scheint hier bei den sommerlichen Temperaturen die Devise zu sein. Ich persoenlich falle hier eher wegen meiner gegenteiligen Kleiderordnung auf - mit Outdoorbekleidung laeuft in Moskau keine Frau ausser mir rum. Vielleicht haette ich doch noch einen zusaetzlichen Koffer mit entsprechenden Sachen mitnehmen sollen.

Uebrigens hatte ich heute morgen meine erste warme Dusche hier in Moskau. Es ist hier normal, dass im Sommer fuer einige Zeit dass heisse Wasser abgestellt wird. (So etwas gab es auch zu DDR-Zeiten, wenn ich mich recht erinnere.) Aber unsere Babuschka  hatte hierfuer eine gute Loesung: Zuerst macht man Wasser auf dem Herd warm und kippt es in einen grossen Eimer. Dazu kommt dann kaltes Wasser, bis man eine angenehme Temperatur hat. Dieses kippt man sich dann mit einer Art Schoepfkelle ueber den Koerper. Kompliziert wird es erst, wenn man sich mit dieser Methode gleichzeitig die Haare waescht und einem der Seifenschaum in die Augen laeuft und man dann, weil man nichts mehr sieht, versucht mit der Schoepfkelle den Eimer zu finden - das hat mich irgendwie an ein Spiel erinnert, das wir frueher auf Kindergeburtstagen gespielt haben.

Soviel erstmal fuer heute. Demnaecht dann mehr ueber unseren Russischunterricht, den wir ja schon seit Montag besuchen, und natuerlich der Bericht aus dem Deutschen Haus.



Moskau, 3. Juli 2006 - 4. Tag

Angekommen in Moskau

Wir haben es geschafft! Obwohl die letzte Nacht vor unserer Abreise nur sehr kurz war, ich habe nur von 3.00 bis 4.00 Uhr geschlafen, haben wir es doch noch hinbekommen alles Notwendige zu erledigen und (fast) alle Sachen in den Rucksack zu packen. Am Flughafen haben wir uns dann von Olaf Mutter verabschiedet, die als support extra den Abend vorher aus Haeger angereist war und von Katja, die es tatsaechlich geschafft hat, fuer uns so frueh aufzustehen.

Nur einige Stunden spaeter waren wir bereits in Moskau. Mit unserem Visum konnten wir tatsaechlich ohne Probleme einreisen. Noch am Flughafen haben wir uns erstmal eine Karte von Moskau besorgt um herauszufinden, wo wir die naechsten zwei Wochen wohnen, und eine lokale Karte fuer unser Handy besorgt, damit wir hier guenstig telefonieren koennen und die uns bis jetzt auch schon gute Dienste geleistet hat. Danach ging bereits das Abenteuer los, um Geld zu sparen, sind wir mit Bus und Metro gefahren, statt ein Taxi zu nehmen - und das waehrend der Moskauer rushhour. Ungefaehr 1.5 Stunden spaeter hatten wir es auch geschafft. Unsere Gastfamilie, eine Babuschka (Oma) und ihre Tochter, hat uns von der Metrostation abgeholt. Nachdem sie rausgefunden haben, dass wir etwas russisch sprechen, wurden wir mit Russisch ueberhaeuft - und wie wir hinterher festgestellt haben Olaf und ich jeweils ganz unterschiedliche Sachen verstanden. Jedenfalls wohnen wir in einer Wohnung allein, die Babuschka ist waehrend der Zeit, die wir in Moskau sind auf eine Datscha (Wochenendgrundstueck) gefahren.

Am Wochenende haben wir dann angefangen Moskau zu erkunden, der erste grosse Weg hat uns zum 24 h Stunden Supermarkt gefuehrt. Abends waren wir dann beim Moskauer Filmfestival, die Karten hierfuer hatten wir von der Tochter Victoria geschenkt bekommen, und haben den Film Klimt gesehen. Dabei war es viel interessanter die voherigen Reden vom Regiesseur und Producer jeweils in 3 Sprachen zu hoeren, als dann den Film zu sehen.

Gestern haben wir dann uns endlich den Roten Platz angesehen, der wirklich sehr eindrucksvoll war, obwohl ich ihn mir ganz anders vorgesellt hatte und natuerlich das (mittlerweile Luxus-)Kaufhaus GUM und den Arbat.
 
Heute hatten wir dann unseren ersten Sprachunterricht und das Abenteuer Registrierung in Moskau, aber dazu mehr morgen ...!

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