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Sabines Blog - Icadambanuan Island, 25. November 2006

Auf einer einsamen Insel

Am 19. November sind wir gut in Manila gelandet. Der internationale Flughafen ist einer der ungemütlichsten und bestbewachtesten, den ich je erlebt habe. Da wir dort drei Stunden bis zur Ankunft von Ingrid gewartet haben, konnten wir es auch vollständig auskosten.

Meine erste Äuβerung zu Olaf war: "Ich glaube, mit den Filippinos werden wir noch viel Spaβ haben." Ich kam gerade von einer kurzen Inspektion zurück. Da in der Ankunftshalle kein Bildschirm hing, der über die Ankunftszeiten informiert, war ich mit einer Rolltreppe in die Abflughalle hochgefahren. Leider gab es keine Rolltreppe zurück und ich muβte eine groβe Schleife laufen und dabei 5 verschiedenen Wachposten passieren und erklären, was ich hier wolle und einen erneuten Sicherheitscheck über mich ergehen lassen. Aber wenigstens hatte ich drauβen einen nicht defekten Bildschirm gefunden, der mitteilte, dass Ingrids Flieger eine Stunde Verspätung hat. Beim anschlieβenden Warten wurden wir noch vier weitere Male interview. Aber endlich kam sie! Fast 5 Monate, nachdem wir Ingrid in Hamburg verabschiedet hatten, stand sie in Manila wieder vor uns.

Als erstes sind wir mit dem Taxi zum Hotel gefahren, dass wir im Voraus gebucht hatten. Die Hotelhalle sah modern aus. In die Zimmer im 19. Stock, die wir nach der halbstündigen Prozedur des Eincheckens erreichten, war das Renovierungskommando leider noch nicht vorgedrungen.

Am ersten Abend waren wir dann am Hafen essen, mit einer frischen Briese und Blick auf Manila haben wir unser Wiedersehen gefeiert.

Am nächsten Morgen haben wir uns nach einem reichhaltigem Frühstück als erstes auf die Suche nach einem Reisebüro gemacht, um Flüge für den nächsten Tag nach Palawan zu buchen. Das erste Reisebüro war nicht so hilfreich, im zweiten war man uns gegenüber schon aufgeschlossener, leider waren die Maschinen nach El Nido und Puerto Princesa schon ausgebucht. Nur nach Taytay waren noch Plätze frei, dafür ging der Flug auch schon morgens um 6.40 Uhr.

Danach ging das Sightseeing-Programm los, nur dass es in Manila da nicht so viel zu besichtigen gibt. Nachdem wir den Rizal Park durchquert hatten, haben wir uns die historische Innenstadt der Spanier angesehen, Intramuros, mit einigen Kolonialbauten und den zwei Kirchen San Agustin einschlieβlich Museum und die Manila Cathedral, sowie das Fort Santiago. Danach war für uns das Besichtigungsprogramm beendet und wir haben uns mit einem Taxi zum "Ayala Center", einer riesigen Shoppingmall, bringen lassen. Hier habe ich eine schicke neue Puma-Sonnenbrille und ein neues T-Shirt erstanden. Danach haben wir noch für Ingrid einige Sachen gekauft, so dass wir bepackt zum Hotel zurück kamen.

Am nächsten Morgen standen wir bereits um 4 Uhr schon wieder vor dem Hotel, um uns zum Flughafen bringen zu lassen. Als wir dort dann unser kleines Propellerflugzeug stehen sahen, waren wir von unserer Idee nach Taytay zu fliegen nicht mehr so ganz überzeugt. Immerhin hat die Maschine die Landung auf der Schotterpiste in Taytay bravourös überstanden.

Dann kam aber sofort die nächste Überraschung, auβer uns wurden alle Passagiere zu einem superteuerem Ressort chauffiert und es gab keinerlei planmäβige Anbindung zu dem Fischerdorf Taytay. Auβerdem gab es auch kein Telefon, womit man hätte irgendwo anrufen können. Zum Glück hat uns ein Mitarbeiter von dem teueren Ressort sein Handy geliehen. Damit haben wir dann beim "Dilis Beach Resort" angerufen, die auch noch Strandbungalows frei hatten. Dann sprang der Mann in den Shuttle Bus und meinte, wir werden mit einem Auto abgeholt.

Eineinhalb Stunden kam später dann tatsächlich ein Auto, nachdem die Leute am Flughafen uns schon erklärt hatten, dass sie nicht davon ausgehen, dass da noch etwas kommt, aber gleichzeitig keiner bereit war uns nach Taytay zu fahren. Über eine ziemlich schlechte Straβe ging es dann eine Stunde nach Taytay. Dort warte am Bootspier schon Mary Anne, eine sehr nette Filippina, auf uns. Da sie für unseren Aufenthalt noch Lebensmittel besorgen wollte, sind wir zunächst zu dem Restaurant "Casa Rosa" gefahren, wo wir mit schönem Blick über die Bucht Mittag gegessen haben. Danach ging es mit einer Banka, dem typischen Boot auf den Philippinen mit weiten Ausläufern, ungefähr eine Stunde lang zu unserem Ziel, der Icadambanuan Island. Ingrid sah während der Fahrt nicht so richtig happy aus, insbesondere als es dann durch die Wellen auch noch naβ wurde.

Schon von weiten sah unser Ressort sehr schön aus. Am Pier wartete schon  der Deutsche Frank auf uns und zeigte uns gleich die zwei Bungalows, die er für uns reserviert hatte, die zwei einzigen Bungalows im Ressort. Wir waren auch die einzigen Gäste hier, denn die drei Zimmer im Haupthaus waren nicht vermietet, und hatten somit den Strand für uns. Da fühlt man sich wirklich wie auf einer einsamen Insel.  Seit dem haben wir uns hier gut erholt und werden dabei verwöhnt von der perfekten Köchin Mary Anne.

Heute hat Ingrid Geburtstag. Zur Feier des Tages gab es einen Geburtstagskuchen, sogar mit einer Kerze, die hier zu besorgen, gar nicht so einfach war. Gerade wird ein Ferkel gegrillt, das eigens geschlachtet wurde. Das gibt es dann heute Abend zusammen mit Wein.

Morgen hat das süβe Leben aber ein Ende. Dann schauen wir uns die Insel Palawan an.



Sabine Blog - El Nido, 27. November 2006

Blutige Lagunen

In den Philippinen zu reisen erfordert im Umgang mit den Einheimischen oft ziemlich viel Geduld. Auf unserer Reise ist das nicht das erste Volk, bei dem das so ist, nur die Filippinos haben es perfektioniert und es ist das erste Mal, dass es mich wirklich stört und obwohl ich normalerweise ein sehr geduldiger Mensch bin, könnte ich manchmal auf die Palme gehen. Aber auch das bringt nichts und so
bleibe ich doch lieber auf dem Boden und zumindest nach auβen hin ruhig und freundlich.

Die zweite Sache ist, dass die Filippinos häufig Sachen machen, die für uns unverständlich sind. Leider bin ich noch nicht dahinter gekommen, ob das mit nun Absicht passiert, oder weil einfach keiner Lust hat, darüber nachzudenken.

Aber nun weiter zu unseren Erlebnissen der letzten zwei Tage:

Gestern haben wir uns morgens von Frank und Mary Anne verabschiedet, ins Boot gesetzt und sind nach Taytay gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir ein halbstündigen Stopp eingelegt, da der Bootsbesitzer Fische gekauft hat, die mit einem kleinen Boot angeliefert wurden. Dann haben wir am Busterminal gewartet, dass unser Bus kommt. Er kam mit einer Stunde Verspätung. Es war ein ziemlich verrosteter Bus, alle Fenster offen. Für die rund 70 km haben wir dann für eine sehr staubige Straβe ungefähr 2,5 Stunden benötigt, einschlieβlich drei Reifenpannen. Alle Passagiere, die nicht mehr in den Bus gepasst haben, saβen oben drauf. Ob es auf der oberen Etage vielleicht auch weniger staubig war oder luftiger habe ich im Selbstversuch aber nicht ausprobiert.

El Nido ist wie Taytay ein Fischerdorf. Es gibt zwar einen Strand, dieser lädt aber nicht zum Baden ein. Trotzdem waren in El Nido erstaunlich viele Touristen. Das eigentlich Sehenswerte in El Nido ist das davor gelagerte Bacuit Archipelago, mit vielen kleinen Inseln und schönen Stränden. Am bekanntesten ist aber Miniloc Island, da sich hier gleich zwei Lagunen befinden, die man erkunden kann. Dafür haben wir einen eintägigen Bootsausflug gebucht.

Heute morgen um 9.00 Uhr ging es dann los, ausgerüstet mit Schnorchelzeug machten wir uns auf den Weg. Die erste Station war die kleine Lagune. Leider war gerade Low Tide und nach ein paar Schwimmzügen muβten wir zu Fuβ weiter durch das Riff, ziemlich schmerzhaft für die Füβe. Als wir endlich in der Lagune ankamen und das Schnorchelzeug angelegt hatten, kam die nächste Enttäuschung, man konnte unter Wasser gar nichts sehen, da im Wasser viel zuviele Schwebeteilchen waren. Es war viel schöner nur zu schwimmen und die Natur und die Aussicht über Wasser zu genieβen. Nach einem erneut schmerzhaften Rückweg, war die zweite Station die groβe Lagune.

Durch unsere Erfahrung in der ersten Lagune haben wir unsere Taktik geändert. Bewaffnet mit unseren FlipFlops und ohne Schorchelzeug haben wir uns auf den Weg gemacht. Leider hat unser Boot so dämlich vor dem Riff geankert, dass wir im Bogen darum herum schwimmen mussten. Dabei haben uns die Wellen direkt aufs Riff gedrückt und nach wenigen Minuten war es passiert - ich hatte mein Knie angeschlagen. Ich weldelte kräftig mit den Armen, um Olaf zu zeigen, dass er versuchen soll, weiter im Bogen zu schwimmen, aber zu spät, wenige Sekunden später war auch Olafs Knie lädiert. Wer jemals im Salzwasser geblutet hat, weiβ, dass es nicht aufhört und auch wunderbar brennt. Als wir endlich zur Lagune kamen meinte Olaf zu einem der Filippinos, der die Bootstour begleitet hat: "It is stupid to come here during Low Tide." - Antwort: "Yes, it is much better during High Tide." Wir haben das dann nicht weiter ausdiskutiert, aber uns natürlich die Frage gestellt, warum die Routenplanung nicht an die Gezeiten angepasst wird.

Das Schwimmen in der Lagune war dafür aber wirklich eindrucksvoll. Die steilen Felswände mit vereinzelten Pflanzen, das Salzwasser, dass uns beim Schwimmen guten Auftrieb gegeben hat und somit wenig Kraft gekostet hat, zumal das Wasser ruhig war, wie in einem See.

Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch den anderen Oberschenkel angeschramt. Der Bootsführer hatte aber wenigstens Jod und Wattebäuschen parat, um die Wunden zu desinfizieren. Wir waren auch nicht die einzigen Passagiere, die Verletzungen davon getragen hatten. Auβerdem haben sowohl die FlipFlops von Ingrid, als auch von Olaf (seine hatte er schon seit 10 Jahren), den Ausflug nicht überstanden.

Den Rest des Tages verbrachten wir an verschiedenen Stränden und einem Riff, wo man auch endlich die Unterwasserwelt bewundern konnte.

Jetzt sind wir bewaffnet mit neuen Schuhen zurück in unserem Bungalow. Morgen werden wir El Nido wieder den Rücken kehren. Ursprünglich hatten wir geplant, mit einem Booten weiterzufahren, haben uns aber umentschieden und werden mit dem Bus nach Puerto Princesa fahren, der Inselhauptstadt von Palawan.




Sabines Blog - Sugar Beach, 2. Dezember 2006

Ich will nach Mallorca - oder ein realistischer Reisetag im Leben einer Weltreisenden 

Am anstrengendsten sind immer die "Reisetage". Das sind die Tage, an denen wir uns von einem Ort an den anderen bewegen. Als ich gestern im staubigen Bus nach Sipalay saβ, habe ich beschlossen, dass ich von dem 1. Dezember 2006, der ein solcher "Reisetag" war, einen Tagesablauf niederschreibe. Der gestrige Tag ist wie folgt abgelaufen:

6.00 Uhr: Der Wecker klingelt. Olaf ist schon seit einer Stunde dabei auf unserem Laptop die Fotos von Manila für die Webseite zu sortieren. Ich dusche und fange an Sachen zu packen.


7.00 Uhr: Frühstück auf der Dachterrasse. Danach packen wir schnell Sachen zu Ende. Dabei sehen wir CNN und warten auf den Wetterbericht, um zu erfahren, in welche Richtung sich der Taifun über Manila bewegt. Wir haben Glück, er zieht nach Hong Kong ab. (Wir haben zufällig mal ein Hotel mit Fernseher.)

8.00 Uhr: Wir suchen ein Internetcafe, weil wir noch mal die Visavorschriften für Australien checken wollen. Das erste hat zu, denn heute ist Feiertag. Das zweite hat offen. Leider stellen wir fest, das die Internetverbindung nicht funktioniert. Wir suchen weiter nach einem Internetcafe. Die nächsten zwei haben zu - Feiertag. Wir haben noch ein geöffnetes Internetcafe gefunden, aber auch hier gibt es keine Internetverbindung. Es scheint ein Problem mit den Leitungen in der Stadt zu geben. Wir machen uns auf den Rückweg zum Hotel. Jetzt schaut uns schon der zweite Tricyclefahrer verständnislos an, als wir ihm unser Hotel nennen. Wir beschlieβen zurück zu laufen.

9.00 Uhr: Zurück im Hotel, wir checken aus und fragen nach einem Airportshuttle. Mit welcher Airline wir fliegen? Wieso - so viele Terminals kann der Airport hier doch nicht haben! Oh, Cebu Pacific Airline hat alle Flüge gestrichen, wegen des Taifuns. Wir fliegen Air Philippines, die akzeptieren zur Zeit noch Passagiere.

9.30 Uhr: Wir erreichen den Flughafen. Es ist total voll und es herrscht totales Chaos. Bei der ersten Gepäckdurchleuchtung fällt mein groβer Rucksack dreimal hinten wieder runter, irgendwas stimmt mit den Gepäckstück davor nicht. Dann stehen wir in der Schlange vor dem Check-in, zum Glück direkt vor einem von zwei Ventilatoren in der Halle. In der ziemlich kleinen Halle stehen mindestens 300 Leute.
Zwanzig Minuten später bin ich mir nicht mehr sicher, ob das so ein Glück war, vor dem Ventilator zu stehen. Es zieht ziemlich.

10.15 Uhr: Wir sind tatsächlich vorn angekommen. Wegen des Taifuns funktionieren die Buchungssysteme der Airline auch nicht. Daher wollen sie uns nicht nach Bacalod durchchecken, wir sollen in Cebu aussteigen. Wir protestieren, da wir mit dem selben Flieger weiterfliegen, werden wir das zeitlich nie schaffen. Ok, unser Gepäck wird durchgecheckt, wir müssen aber aussteigen. Wir insistieren erneut. Ok, sollen einfach im Flieger sitzen bleiben und warten, was uns vom Management gesagt wird. Aha, Hauptsache das wird und nicht als Sitzstreik ausgelegt.

10.25 Uhr: Wir stehen in der Schlange, um unsere Pässe in einem groβen Buch registrieren zu lassen. Warum? Keine Ahnung!

10.35 Uhr: Wir stehen in der Schlange um die Airporttax zu bezahlen. Für DEN Airport!

10.45 Uhr:  Das Durchleutungsgerät fürs Handgepäck ist kaputt. Es wird per Hand durchgesucht. Dann sitzen wir endlich in der Wartehalle.

11.30 Uhr: Eigentlich sollte jetzt unser Flugzeug fliegen, aber es steht noch nicht mal eine Maschine auf dem Rollfeld. Durchsage? Fehlanzeige, ist jawohl offensichtlich, das kein Flieger da ist. Unsere Vermutung: Der Taifun ist schuld!

11.50 Uhr: Ein Flieger landet.

12.20 Uhr: Wir werden gebordet. Endlich geht es los! Es gibt sogar etwas zu essen an Bord. Das ist mit Abstand das abgespaceste Essen, das ich je hatte, bestehend aus drei schwerzuöffnenden Tüten. Tüte Nummer eins enthält eine "Käserolle", die aber mehr nach aufgepumpten Maismehl schmeckt, mit einer süβen Ummantelung. Tüte Nummer zwei enthält einen Kuchen, der innen dunkelrot ist mit einer dünnen braunen Ummantelung. Geschmack ist wie die Farbe sehr chemisch. Tüte Nummer drei enthält kleine aus Reismehl hergestellte Würmer. Farbe grasgrün. Das braune Getränk, das ebenfalls abgepackt gereicht wurde, habe ich mal lieber nicht ausprobiert.

13.40 Uhr: Wir landen in Cebu und bleiben im Flieger sitzen. Groβe Überraschung, wir bekommen sogar neue Bordingpässe gereicht und ziehen sechs Reihen nach vorn. Nach Neubefüllung des Flugzeuges stelle ich fest, dass wir die einzigen Ausländer an Bord sind. Das läβt mal wieder auf "road less travelled" schlieβen.

14.30 Uhr: Wir landen ein Bacolod. Die Ankunftshalle ist ein offener Raum, aber es gibt tatsächlich ein Gepäckband. Nachdem wir den Flughafen verlassen haben werden wir von 10 Taxifahrern belagert. - Wir: Zum Südbusterminal? Die: 150 Peso! Wir: No. 60 Peso!
Die: No. 150 Peso. Wir einigen uns schließlich auf 100 Pesos. Ein Mann schnappt sich meinen Rucksack und läuft los. Ich hinterher. Neben mir laufen noch zwei Kinder mit ausgestreckter Hand: "Give me money!" - Ich: "NO!" (und denke - Sorry, aber das wäre Erziehung zur Bettelei). Der Mann mit meinem Rucksack läuft zum Glück zu dem richtigen Taxi und verlangt erstaunlicherweise auch fürs Tragen kein Geld!

14.57 Uhr: Wir erreichen den Busbahnhof. Der Taxifahrer zeigt auf einen Bus, der in unsere Richtung fährt. Wir verladen unser Gepäck und bekommen sogar noch eine Dreierbank. Olaf fragt im Terminal vorsichtshalber noch mal nach, ob das der richtige Bus ist und ob wir vorher Busfahrkarten kaufen müssen. Bus ist richtig, die 149 Peso pro Person müssen auf der Fahrt bezahlt werden. Ich warte solange und werde durchs offene Fenster von auβen ständig angestoβen, ob ich nicht Sonnenbrillen, Uhren, Obst etc. kaufen möchte? "No, no, noooo ...!"

15.10 Uhr: Wir brauchen noch Wasser für die Fahrt. Ich laufe los und kaufe zwei Flaschen und vorsichtshalber eine Tüte Chips. Dann sehe ich die frischen Donuts bei Mister Donut und kaufe noch für jeden einen. Die Donuts sind extrem lecker, ich laufe los und kaufe noch mal eine 6-er Box. Zwischenzeitlich haben wir rausgefunden, dass der Bus erst 15.45 Uhr losfährt.

15.45 Uhr: Der Bus fährt pünktlich los! Quasi ein Wunder!

16.00 Uhr: Wir halten alle Nase lang an, es steigen noch welche zu, oder aus! Fast alle Fenster sind auf und die Tür, neben der wir sitzen. Es zieht extrem, aber zumindest sind die Straβen asphaltiert.

18.00 Uhr: Die Sonne geht unter. Im Dunkeln irgendwo anzukommen ist immer suboptimal. Ich schaue noch mal im Reiseführer nach, die Fahrtzeit für die 171 km beträgt 4,5 Stunden. Jetzt rächt sich unsere Verspätung mit dem Flieger. Um vor Ort zu unserem Hauptziel zu kommen, müssen wir noch mal mit einem Boot fahren, oder mit einem Tricycle bis zu einem Fluss, wo einen ein Boot übersetzt und man dann zu Fuβ weiterläuft. Einen der beide Wege im Dunkeln noch zu bestreiten, ist eher unwahrscheinlich. Also lese nach welche Übernachtungsmöglichkeiten es in dem nächsten Ort gibt. Es stehen keine drin! (Kein gutes Zeichen!) Das haben wir jetzt von "road less travelled". Zur Beruhigung mache ich erst mal die Chips auf.

18.30 Uhr: Wir machen einen längeren Halt in einer gröβeren Stadt. (Ich denke, wir verlieren noch mehr Zeit!)

19.00 Uhr: Wir fahren weiter! Der Bus ist jetzt vollgestopft, es gibt auch keine Stehplätze mehr.

19.45 Uhr: Der Bus ist wieder leerer. Dafür sieht es drauβen auch nicht mehr sehr bewohnt aus. Wir fahren enge kurvige Straβen lang und langsam kann ich auch nicht mehr sitzen. Aber am meisten Sorgen mache ich mir wegen der Unterkunft heute nacht, zumal wir unser Zelt und sonstiges Zubehör in Singapur deponiert haben. Ich schau Olaf an und sage: "Ich will nach Mallorca! - An die einsamen Strände!" Übersetzt heiβt dass: "Können wir nicht mal was machen, was normale andere Menschen auch tun?" In diesem Moment greifen von hinten zwei Kinderhände in meine Haare! Schön, dass ist bestimmt das erste Mal, dass sie an blonden Haaren ziehen durften!

20.30 Uhr: Wir erreichen Sipalay. Laute Rocktöne sind zu hören. Aber es gibt eine gute Nachricht: Es gibt ein Pensionhouse!  Wir fahren mit einem Fahrradtricycle hin. Als wir dort ankommen die schlechte Nachricht: Sie ist ausgebucht, wegen des Rockkonzertes. Aber es gibt wohl noch ein neues Hotel. Dort fahren wir als nächstes hin. Es ist unbeleuchtet und es ist nur ein Mann als Security dort. Der läuft aber los, als er von unserem Anliegen hört.

20.50 Uhr: Plötzlich tauchen doch noch einige Menschen auf. Das Hotel entpuppt sich als halbe Baustelle. Aber es gibt ein Dreibettzimmer für den Erpresserpreis von 2200 Pesos (ca. 44 US-$). Aber wir haben keine Auswahl, also bleiben wir hier.

21.10 Uhr: Wir beschlieβen noch mal beim Rockkonzert vorbeizusehen, hören tun wir es ja sowieso.

21.20 Uhr: Das Konzert ist for free und findet am Strand statt. Der Strand sieht extrem gut aus - langer und schöner Sand. Ich bin schon fast versöhnt. Wir sind übrigens die einzigen Touristen hier! Olaf holt uns erst mal ein Bier! Wir setzten uns und stellen fest, dass beim Konzert durchaus bekannte Lieder gesungen werden, die aber so schlecht gesungen werden, dass wir Schwierigkeiten haben, sie zu raten. Dafür sind die Mädels aber extrem knapp bekleidet und sehr gut gebaut, besonders im oberen Bereich.

21.45 Uhr: Ich beschließe, uns noch etwas zum Abendessen zu besorgen. Schlieβlich hatten wir nach dem Frühstück nur das Spaceessen im Flugzeug, die Donuts und die Chips. Ich finde einen kleinen Grillstand, leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass das Grillen von 6 Spieβen über eine halbe Stunde dauert. In der Zwischenzeit taucht Olaf zwei Mal auf und fragt, was ich solange mache. Es haben sich auβerdem mehrere Jungen im Alter von 10 Jahren angefunden, die meine Gröβe bestaunen. Ich fange an, mich wie ein Riese zu fühlen.

22.20 Uhr: Wir können essen. Die Spieβe schmecken lecker. Dazu gibt es mein zweites Bier!

22.40 Uhr: Wir machen uns auf den Rückweg zum Hotel.

23.00 Uhr: Ich liege im Bett und denke "Die Reisetage sind immer am anstrengendsten!"

Nachtrag: Heute früh sind wir um 6 Uhr aufgestanden. (Ich war auch ohne Wecker so früh wach!) Wir haben herausgefunden, dass es in Sipalay keinen guten Ort zum Frühstücken gibt und haben ein Boot zum Sugar Beach organisiert. Dann haben wir die Sachen aus dem Hotel geholt und sind ca. 20 Minuten mit dem Boot gefahren. Dort angekommen hat uns schon der Schweizer Peter empfangen. Es gab richtiges Frühstück! Danach konnten wir uns unseren Bungalow aussuchen und jetzt - JETZT liegen wir am einsamen Strand. Mallorca kann also doch noch etwas warten!


Olafs Blog - Insel Negros - Sugar Beach, 6. Dezember 2006

Fernfahrerunterkunft und Road less travelled

Immer, wenn ich den Reiseführer für das nächste zu bereisende Land zur Hand nehme, um unsere Route festzulegen, kann ich sicher sein, dass Sabine aufstöhnt. Irgendwie ziehen mich immer die Ziele an, die im Kapitel "Road less travelled" und somit meist im entlegensten Teil des Landes zu finden sind. Die Reaktion von Sabine auf meine Vorschläge ist dann meist ein resigniertes Seufzen und der Ausruf "Ich will nach Mallorca" (siehe Bines Blog).

Auch bei unsere Vorbereitung auf unser gegenwärtiges Reiseland Philippinen kam es zu der üblichen Diskussion. Diese wurde noch dadurch verschärft, dass wir meine Mutter für die drei Wochen Philippinen  eingeladen hatten, uns ein Stück auf unserer Weltreise zu begleiten. Sabine war der Meinung, dass sich das entwickelte Ressort Boracay mit seinen Sandstränden und Oberklassehotels bestens für einen Grossteil unseres Aufenthalts auf den Philippinen eignen würde. Insbesondere, da meine Mutter bestimmt etwas Erholung in ihrem Jahresurlaub gebrauchen könnte.  Ich hingegen hatte noch die Warnung  des Alt-Hippies Jürgen Drews im Ohr: "Vergesst Boracay. Boracay ist tot." Siehe auch meinen Blog "Jürgen Drews hat recht".

Schliesslich konnte ich mich durchsetzten, und wir haben neben dem unvermeidlichen Anfangspunkt Manila auf die Inseln Palawan und Negros abseits der hier ohnehin recht spärlichen Touristenströme geeinigt. Das 2001 die deutsche Familie Wallert auf Palawan von lokalen Banditen zwecks Lösegelderpressung entführt worden ist, haben wir meiner Mutter vorsichtshalber erstmal verschwiegen.

Die kleine kuschelige zweimotorige Propellermaschine, die uns Drei nach Taytay auf Nordpalawan bringen sollte, bestätigte schon in dem am Bord befindlichen Informationsblatt, dass wir uns auf einem Weg nach meinem Geschmack befanden. Als besonders hervorzuhebende Eigenschaft der Maschine wurde ihre Fähigkeit angepriesen, auch auf unbefestigten Pisten landen zu können. Bei Landung auf der grünen Wiese von Taytay konnten wir uns davon überzeugen, dass die Werbung nicht zuviel versprochen hatte. Neben der Wiese stand eine Bambushütte, das "Terminal". Leider hatte das Terminal keinen Anschluss an das Verkehrsnetz, so dass wir erst nach vielem Hin und Her und nach 1,5 Stunden Warten einen Wagen organisieren konnten, der uns in das 30 km und auf der aufgeweichten Schlammpiste eine gute Fahrstunde entfernte Fischerdorf Taytay brachte.

Die noch  um eine ca. 1stündige Bootsfahrt bei gutem Wellengang (Wir hatten Schwierigkeiten, meine Mutter wieder von dem Mast zu lösen, an dem sie sich festgekrallt hatte.) verlängerte Anreise wurde mit dem kleinen Inselparadies (nur 2 Beachbungalows) "Dilis Beach Resort" auf Icadambanuan Island mehr als belohnt. Hier konnten wir 5 Tage lang an dem nur für uns reservierten Strand dösen, in der Hängematte schaukeln und am nahe gelgenen kleinen Riff schnorcheln. Betrieben wird das Ressort von dem Deutschen Frank und seiner philippinischen Frau Mary-Anne, die uns mit ihren excellenten Kochkünsten geradezu gemästet hatte. Frank war ein grossartiger Gastgeber und hat unseren Aufenthalt sehr angenehm gestaltet. Allerdings komme ich nicht umhin, festzustellen, dass der Lonely Planet Reiseführer mit seiner Beschreibung der hier ansässigen Ausländer nicht ganz falsch liegt: "A self-exciled, twice-divorced, chemically dependent middle-aged man with a much younger Filipina on his arm.".

Nach den faulen Tagen in Dilis Beach Resort, während derer wir auch den 62. Geburtstag meiner Mutter gefeiert hatten, ging jetzt erst das richtige Reisen los. Wir haben verschiedene Orte auf Palawan besucht (El Nido, Miniloc Island, unterirdischer Fluss in Sabang und Puerto Princesa - siehe unsere Reiseroute). Dabei haben wir uns mit den erstklassigen lokalen Verkehrsmitteln wie Tricycle (überdachtes Motorrad mit Beiwagen) und Bus (mit durchrostetem Bodenblech, damit man den Staub der Schotterpiste direkt aus erster Hand bekommt) fortbewegt. Besonderes Highlight der Tour war das Dolphin Watching in der Bucht von Puerto Princesa. Wir sind frühmorgens mit einem kleinen Fischerboot rausgefahren und haben uns inmitten einer Herde von ca. 50 Delfinen wiedergefunden, die ganz nah an unser Boot herankamen (siehe Fotogalerie). Ausser uns waren nur noch 3-4 weitere kleinere Fischerboote dort. Die Fischer haben die Nähe der Delfine genutzt, um Thunfisch zu angeln, der auch von den Delfinen gejagt wird. Wir haben dann auch gleich einem Fischer seinen ersten Fang, einen 2 kg Thunfisch, für 80 Pesos (ca. 1,30 EUR) abgekauft. Später haben wir ihn dann sehr lecker auf einem Grill zubereiten lassen.

Nach Palawan haben wir uns auf die nächste "Road less travelled" aufgemacht, an den Sugar Beach von Sipalay im Süden der Zuckerohrinsel Negros. Nachdem wir bereits wieder mehr als 3 Stunden im schaukeligen und zugigen Bus gesessen hatte, es draussen bereits dunkel geworden ist und wir leider noch nicht wussten, ob es an unserem Zielort Sipalay überhaupt eine Unterkunft geben wird, fing meine Mutter an, von den Reisen ihrer Jugend zu erzählen. Unter anderem ist sie mit einer Freundin durch Bulgarien getrampt und wollte als DDR Bürgerin mal austesten, ob der Eiserne Vorhang zwischen Bulgarien und der Türkei auch wirklich dicht ist. Geendet hatte die Aktion dann mit einer Nacht Gefängnis und einem Verhör durch die bulgarischen Grenzoffiziere. Wo wir schon bei alten Geschichten waren, konnte ich mich auch gleich daran erinnern, dass meine Eltern mit mir im Alter von 8 Jahren durch Bulgarien getrampt sind und wir eines Abends mitten auf der Landstrasse hängengeblieben sind. Das einzige Gebäude weit und breit war eine verfallene Baracke, in der noch ein Tisch stand. Dieser wurde mir dann von meinen Eltern als Bett angepriesen und man versuchte mir die Baracke als "Fernfahrerunterkunft" zu verkaufen. Im Vergleich dazu reisen wir heutzutage echt professionell, denn wir hatten es tatsächlich geschafft, in Sipalay eine richtige Unterkunft zu finden. Allerdings ist jetzt auch Sabine klar, woher ich das mit der "Road less travelled" habe.



Sabines Blog - Cebu, 9. Dezember 2006

Katastrophentourismus?

Wir sitzen gerade im Days Inn in Cebu und schauen aus dem Fenster - es regnet. Aber noch viel miβtrauischer beobachten wir jede Windbewegung, denn es ist ein "Tropical Storm" angesagt, der vielleicht Cebu treffen könnte. Gestern ist deswegen schon der "Asian Summit" abgesagt worden, der eigentlich morgen beginnen sollte. Jetzt hoffen wir, dass wir noch rechtzeitig rauskommen, denn heute ist unser letzter Tag auf Philippinen - vorausgesetzt unsere Flüge werden nicht verschoben. Dass das durchaus möglich ist, hatten wir ja bereits vor gut einer Woche in Puerto Princesa erfahren, als ebenfalls ein Taifun die Philippinen getroffen hat.

Aber die Zeit, die wir hier mit Warten verbringen, kann ich gut nutzen um kurz über unsere letzen Stationen zu berichten:

Von El Nido sind wir 10 Stunden mit einem klapprigen Bus nach Puerto Princesa gefahren, dass bei unserem Platz ein faustgroβes Loch im Bodenblech war, hat die Staubzufuhr während der Fahrt zusätzlich erhöht, aber wir hatten dieses Mal keine Reifenpanne. In Puerto Princesa angekommen, haben wir uns zu Dritt + Gepäck in ein Tricycle geschwungen und sind ziemlich zerquetscht 7 km weiter in unserem Hotel angekommen. Für mehr Aktivitäten waren wir dann an dem Abend nicht mehr zu haben.

Am nächsten Morgen ging es schon früh los. Ein Tagesausflug nach Sabang zum unterirdischen Fluss stand auf dem Programm. Nach 2,5 Stunden "rough road" waren wir an einem kleinen Hafen angekommen. Von dem fährt man mit kleinen Booten einige Buchten weiter. Nach einem kleinen Fuβmarsch gelangt man zur Einfahrt in den unterirdischen Fluss. Hier bekamen wir jeder eine Schwimmweste und einen Helm aufgesetzt - selbstverständlich nur als Schutz gegen Fledermausausscheidungen - und durften uns in ein kleines Boot setzen. Olaf hat sich gleich freiwillig in die erste Reihe gesetzt und ich daneben. Zu diesem Zeitpunkt war mir allerdings nicht klar, dass das den Job des Beleuchters inkludiert. Aber die Grundzüge wurden mir kurz erklärt, einfach die Lampe an die vor mir stehende Autobatterie anklemmen und loslegen.

Am Anfang war das noch sehr angenehm, da ich entscheiden durfte, was wir in der dunklen Höhle gerade betrachten dürfen. Dann kamen allerdings Befehle von hinten. Das ist nicht gut wenn man die für Frauen typische Rechts-Linksschwäche hat und nach einer Weile das ganze Boot mitschreit: "Rechts, REchts, RECHTS!" Okay, nach paar Minuten hatte ich es dann raus, allerdings wurde dann die Lampe auch langsam warm und vor allen Dingen schwer.

Neben meinem Aushilfsjob habe ich doch noch einiges sehen können. Eigentlich handelte es sich nur um eine groβe Höhle, die man auf dem Wasser durchquert. Bei den Sachen die von oben herabtropften, möchte man eigentlich lieber nicht wissen, woher sie stammen.

Nach unserem Ausflug auf dem unterirdischen Fluβ, haben wir uns am Strand umgezogen. Dabei wären uns fast zwei Plastiktüten von Affen geklaut worden, die darin etwas zu Essen vermutet hatten. Ausgestattet in Dschungelbekleidung und mit Wasser, traten wir den Rückweg auf dem "Monkey-Trail" an. Ein Weg durch den Wald, der aber sehr steil und schlecht befestigt war. Die ohnehin schon hohe Auβentemperatur brachte uns zusätzlich zum Schwitzen. Ingrid sah während unseres Fuβmarsches gar nicht so happy aus, bestimmt hat sie die ganze Zeit gedacht, warum sie sich das freiwillig antut.

Am Abend haben wir uns dann mit einem Besuch im "KaLui" belohnt, DEM Restaurant in Puerto Princesa. Das Essen war aber auch wirklich sehr gut.

Am nächsten Morgen hieβ es wieder früh aufstehen, denn wir wollten die Delfine sehen, die seit kurzem in der Nähe von Puerto gesichtet wurden. Dafür hatten wir ein Fischerboot gemietet, dass aber viel kleiner war, als wir uns das vorgestellt hatten. Nach einer Stunde Fahrt sahen wir dann die Delfine, ein ganzer Schwarm von ungefähr 40-50 Stück und auβer ein paar Fischern, die mit den Delfinen Tunfisch fischten, waren wir völlig allein! Die Delfine kamen sehr dicht ans Boot ran, und wir konnten auch die typischen Laute hören. Sehr beeindruckend!

Wir beobachten die Tiere fast eine Stunde lang und kauften dann noch einen 2 kg gerade gefangenen Tunfisch für weniger als 2 Euro.

Danach wollten wir, wie vorher vereinbart, zur Honda Bay, aber die Fischer machten sich Sorgen, wegen der Wellen, die aufgrund des Taifuns höher waren als sonst. Im weiteren Gespräch kam raus, dass sie mit dem kleinen Boot auch noch nie da waren. Wir wollten das dann auch nicht zum ersten Mal testen. (Auβerdem wurden hier übrigens vor einigen Jahren die Familie Wallert entführt, wegen etwas unglücklichen Umständen - eigentlich war nur geplant den Besitzer ihres Hotels zu entführen, aber der war leider nicht da.) Also fuhren sie uns zu einem Strand. Dieser war allerdings schlecht gewählt, denn es war gerade Low Tide und wir muβten fast einen halben Kilometer durch das seichte Wasser laufen, was ja grundsätzlich nicht schlimm ist, aber der Untergrund war morastig, so dass ich beim Laufen tief versunken bin und manchmal auch das Gefühl hatte, nicht wieder los zu kommen. Aber letztendlich sind wir alle heil angekommen und haben in einem Restaurant am Strand unseren Tuna zubereiten lassen und verspeist. Ich habe noch nie soviel Fisch auf einmal gegessen.

Am nächsten Tag war der 2. Dezember, der Tag, über den ich einen eigenen Block geschrieben habe, über unsere Fahrt zum Sugar Beach. Unsere Tage am Sugar Beach waren sehr schön und vor allen Dingen sehr entspannt. Der Schweizer Peter, der das Driftwood Village Ressort betreibt, hatte alles sehr gut eingerichtet, so dass es uns nach einigen Tagen ziemlich schwer fiel, wieder wegzufahren. Ich will gar nicht zu viel Werbung machen und auch nicht das Wort Paradies verwenden, aber es war wirklich einer der besten Plätze für pure Erholung, den wir auf unserer Reise entdeckt haben.

Hier habe ich mein erstes Erdbeben erlebt. Ich saβ auf der Veranda unserer Bambushütte, als diese plötzlich richtig zu wackeln anfing. Zuerst dachte ich, dass die Arbeiter irgendwie an der Hütte rütteln. Erst als ich die Dachbalken sich komisch bewegen sah wurde mir langsam klar - ein Erdbeben. Dann hörte es wieder auf, und ich konnte gar nicht fassen, das ich einfach wie starr sitzen geblieben bin, anstatt ins Freie zu gehen. Testweise bin ich kurz einmal hochgesprungen, aber dieses Mal hat sich die Hütte kein biβchen bewegt.

Olaf, der am Strand lag, kam gleich danach angelaufen. Er hatte gedacht, ich hätte an seiner Liege gerüttelt, bis es sich umgedreht hat und feststellte, dass da niemand war. Auch Ingrid, die sich ebenfalls in ihrer Hütte aufhielt, war nichts passiert. Olaf dachte gleich noch weiter - Tsunami? - und fragt nach. Es gab erstmalig seit diesem Jahr Erdbeben, das war das vierte und stärkste, aber es war nie eine groβe Welle hinterhergekommen. Dieses Mal zum Glück auch nicht.

Vom Sugar Beach sind wir mit einer Zwischenübernachtung in Bacolod nach Cebu gereist. Dort haben wir uns gestern die Stadt angesehen (eine stark frequentierte Kirche, das Kreuz des Magellans, das er kurz vor seinem Tod dort aufstellen lassen hat und Fort San Pedro) und waren noch etwas shoppen.

Mittlerweile sitzen wir am Flughafen, es sieht gut aus, dass unser Flüge heute planmäβig starten. Von Olafs Mutter, die die drei Wochen mit uns gereist ist, haben wir uns gerade schon verabschiedet. Gleich geht es nach Singapur und dann übermorgen weiter nach Perth, Australien - nach fast 5 Monaten in Asien einem neuem Kontinent.

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