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Fotomotive der Weltreise
Sabine's Blog November 06

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Sabine's Blog November 06

El Nido, 27. November 2006 - 151. Tag

Blutige Lagunen

In den Philippinen zu reisen erfordert im Umgang mit den Einheimischen oft ziemlich viel Geduld. Auf unserer Reise ist das nicht das erste Volk, bei dem das so ist, nur die Filippinos haben es perfektioniert und es ist das erste Mal, dass es mich wirklich stört und obwohl ich normalerweise ein sehr geduldiger Mensch bin, könnte ich manchmal auf die Palme gehen. Aber auch das bringt nichts und so
bleibe ich doch lieber auf dem Boden und zumindest nach auβen hin ruhig und freundlich.

Die zweite Sache ist, dass die Filippinos häufig Sachen machen, die für uns unverständlich sind. Leider bin ich noch nicht dahinter gekommen, ob das mit nun Absicht passiert, oder weil einfach keiner Lust hat, darüber nachzudenken.

Aber nun weiter zu unseren Erlebnissen der letzten zwei Tage:

Gestern haben wir uns morgens von Frank und Mary Anne verabschiedet, ins Boot gesetzt und sind nach Taytay gefahren. Auf dem Weg dahin haben wir ein halbstündigen Stopp eingelegt, da der Bootsbesitzer Fische gekauft hat, die mit einem kleinen Boot angeliefert wurden. Dann haben wir am Busterminal gewartet, dass unser Bus kommt. Er kam mit einer Stunde Verspätung. Es war ein ziemlich verrosteter Bus, alle Fenster offen. Für die rund 70 km haben wir dann für eine sehr staubige Straβe ungefähr 2,5 Stunden benötigt, einschlieβlich drei Reifenpannen. Alle Passagiere, die nicht mehr in den Bus gepasst haben, saβen oben drauf. Ob es auf der oberen Etage vielleicht auch weniger staubig war oder luftiger habe ich im Selbstversuch aber nicht ausprobiert.

El Nido ist wie Taytay ein Fischerdorf. Es gibt zwar einen Strand, dieser lädt aber nicht zum Baden ein. Trotzdem waren in El Nido erstaunlich viele Touristen. Das eigentlich Sehenswerte in El Nido ist das davor gelagerte Bacuit Archipelago, mit vielen kleinen Inseln und schönen Stränden. Am bekanntesten ist aber Miniloc Island, da sich hier gleich zwei Lagunen befinden, die man erkunden kann. Dafür haben wir einen eintägigen Bootsausflug gebucht.

Heute morgen um 9.00 Uhr ging es dann los, ausgerüstet mit Schnorchelzeug machten wir uns auf den Weg. Die erste Station war die kleine Lagune. Leider war gerade Low Tide und nach ein paar Schwimmzügen muβten wir zu Fuβ weiter durch das Riff, ziemlich schmerzhaft für die Füβe. Als wir endlich in der Lagune ankamen und das Schnorchelzeug angelegt hatten, kam die nächste Enttäuschung, man konnte unter Wasser gar nichts sehen, da im Wasser viel zuviele Schwebeteilchen waren. Es war viel schöner nur zu schwimmen und die Natur und die Aussicht über Wasser zu genieβen. Nach einem erneut schmerzhaften Rückweg, war die zweite Station die groβe Lagune.

Durch unsere Erfahrung in der ersten Lagune haben wir unsere Taktik geändert. Bewaffnet mit unseren FlipFlops und ohne Schorchelzeug haben wir uns auf den Weg gemacht. Leider hat unser Boot so dämlich vor dem Riff geankert, dass wir im Bogen darum herum schwimmen mussten. Dabei haben uns die Wellen direkt aufs Riff gedrückt und nach wenigen Minuten war es passiert - ich hatte mein Knie angeschlagen. Ich weldelte kräftig mit den Armen, um Olaf zu zeigen, dass er versuchen soll, weiter im Bogen zu schwimmen, aber zu spät, wenige Sekunden später war auch Olafs Knie lädiert. Wer jemals im Salzwasser geblutet hat, weiβ, dass es nicht aufhört und auch wunderbar brennt. Als wir endlich zur Lagune kamen meinte Olaf zu einem der Filippinos, der die Bootstour begleitet hat: "It is stupid to come here during Low Tide." - Antwort: "Yes, it is much better during High Tide." Wir haben das dann nicht weiter ausdiskutiert, aber uns natürlich die Frage gestellt, warum die Routenplanung nicht an die Gezeiten angepasst wird.

Das Schwimmen in der Lagune war dafür aber wirklich eindrucksvoll. Die steilen Felswände mit vereinzelten Pflanzen, das Salzwasser, dass uns beim Schwimmen guten Auftrieb gegeben hat und somit wenig Kraft gekostet hat, zumal das Wasser ruhig war, wie in einem See.

Auf dem Rückweg habe ich mir dann noch den anderen Oberschenkel angeschramt. Der Bootsführer hatte aber wenigstens Jod und Wattebäuschen parat, um die Wunden zu desinfizieren. Wir waren auch nicht die einzigen Passagiere, die Verletzungen davon getragen hatten. Auβerdem haben sowohl die FlipFlops von Ingrid, als auch von Olaf (seine hatte er schon seit 10 Jahren), den Ausflug nicht überstanden.

Den Rest des Tages verbrachten wir an verschiedenen Stränden und einem Riff, wo man auch endlich die Unterwasserwelt bewundern konnte.

Jetzt sind wir bewaffnet mit neuen Schuhen zurück in unserem Bungalow. Morgen werden wir El Nido wieder den Rücken kehren. Ursprünglich hatten wir geplant, mit einem Booten weiterzufahren, haben uns aber umentschieden und werden mit dem Bus nach Puerto Princesa fahren, der Inselhauptstadt von Palawan.



Icadambanuan Island, 25. November 2006 - 149. Tag

Auf einer einsamen Insel

Am 19. November sind wir gut in Manila gelandet. Der internationale Flughafen ist einer der ungemütlichsten und bestbewachtesten, den ich je erlebt habe. Da wir dort drei Stunden bis zur Ankunft von Ingrid gewartet haben, konnten wir es auch vollständig auskosten.

Meine erste Äuβerung zu Olaf war: "Ich glaube, mit den Filippinos werden wir noch viel Spaβ haben." Ich kam gerade von einer kurzen Inspektion zurück. Da in der Ankunftshalle kein Bildschirm hing, der über die Ankunftszeiten informiert, war ich mit einer Rolltreppe in die Abflughalle hochgefahren. Leider gab es keine Rolltreppe zurück und ich muβte eine groβe Schleife laufen und dabei 5 verschiedenen Wachposten passieren und erklären, was ich hier wolle und einen erneuten Sicherheitscheck über mich ergehen lassen. Aber wenigstens hatte ich drauβen einen nicht defekten Bildschirm gefunden, der mitteilte, dass Ingrids Flieger eine Stunde Verspätung hat. Beim anschlieβenden Warten wurden wir noch vier weitere Male interview. Aber endlich kam sie! Fast 5 Monate, nachdem wir Ingrid in Hamburg verabschiedet hatten, stand sie in Manila wieder vor uns.

Als erstes sind wir mit dem Taxi zum Hotel gefahren, dass wir im Voraus gebucht hatten. Die Hotelhalle sah modern aus. In die Zimmer im 19. Stock, die wir nach der halbstündigen Prozedur des Eincheckens erreichten, war das Renovierungskommando leider noch nicht vorgedrungen.

Am ersten Abend waren wir dann am Hafen essen, mit einer frischen Briese und Blick auf Manila haben wir unser Wiedersehen gefeiert.

Am nächsten Morgen haben wir uns nach einem reichhaltigem Frühstück als erstes auf die Suche nach einem Reisebüro gemacht, um Flüge für den nächsten Tag nach Palawan zu buchen. Das erste Reisebüro war nicht so hilfreich, im zweiten war man uns gegenüber schon aufgeschlossener, leider waren die Maschinen nach El Nido und Puerto Princesa schon ausgebucht. Nur nach Taytay waren noch Plätze frei, dafür ging der Flug auch schon morgens um 6.40 Uhr.

Danach ging das Sightseeing-Programm los, nur dass es in Manila da nicht so viel zu besichtigen gibt. Nachdem wir den Rizal Park durchquert hatten, haben wir uns die historische Innenstadt der Spanier angesehen, Intramuros, mit einigen Kolonialbauten und den zwei Kirchen San Agustin einschlieβlich Museum und die Manila Cathedral, sowie das Fort Santiago. Danach war für uns das Besichtigungsprogramm beendet und wir haben uns mit einem Taxi zum "Ayala Center", einer riesigen Shoppingmall, bringen lassen. Hier habe ich eine schicke neue Puma-Sonnenbrille und ein neues T-Shirt erstanden. Danach haben wir noch für Ingrid einige Sachen gekauft, so dass wir bepackt zum Hotel zurück kamen.

Am nächsten Morgen standen wir bereits um 4 Uhr schon wieder vor dem Hotel, um uns zum Flughafen bringen zu lassen. Als wir dort dann unser kleines Propellerflugzeug stehen sahen, waren wir von unserer Idee nach Taytay zu fliegen nicht mehr so ganz überzeugt. Immerhin hat die Maschine die Landung auf der Schotterpiste in Taytay bravourös überstanden.

Dann kam aber sofort die nächste Überraschung, auβer uns wurden alle Passagiere zu einem superteuerem Ressort chauffiert und es gab keinerlei planmäβige Anbindung zu dem Fischerdorf Taytay. Auβerdem gab es auch kein Telefon, womit man hätte irgendwo anrufen können. Zum Glück hat uns ein Mitarbeiter von dem teueren Ressort sein Handy geliehen. Damit haben wir dann beim "Dilis Beach Resort" angerufen, die auch noch Strandbungalows frei hatten. Dann sprang der Mann in den Shuttle Bus und meinte, wir werden mit einem Auto abgeholt.

Eineinhalb Stunden kam später dann tatsächlich ein Auto, nachdem die Leute am Flughafen uns schon erklärt hatten, dass sie nicht davon ausgehen, dass da noch etwas kommt, aber gleichzeitig keiner bereit war uns nach Taytay zu fahren. Über eine ziemlich schlechte Straβe ging es dann eine Stunde nach Taytay. Dort warte am Bootspier schon Mary Anne, eine sehr nette Filippina, auf uns. Da sie für unseren Aufenthalt noch Lebensmittel besorgen wollte, sind wir zunächst zu dem Restaurant "Casa Rosa" gefahren, wo wir mit schönem Blick über die Bucht Mittag gegessen haben. Danach ging es mit einer Banka, dem typischen Boot auf den Philippinen mit weiten Ausläufern, ungefähr eine Stunde lang zu unserem Ziel, der Icadambanuan Island. Ingrid sah während der Fahrt nicht so richtig happy aus, insbesondere als es dann durch die Wellen auch noch naβ wurde.

Schon von weiten sah unser Ressort sehr schön aus. Am Pier wartete schon  der Deutsche Frank auf uns und zeigte uns gleich die zwei Bungalows, die er für uns reserviert hatte, die zwei einzigen Bungalows im Ressort. Wir waren auch die einzigen Gäste hier, denn die drei Zimmer im Haupthaus waren nicht vermietet, und hatten somit den Strand für uns. Da fühlt man sich wirklich wie auf einer einsamen Insel.  Seit dem haben wir uns hier gut erholt und werden dabei verwöhnt von der perfekten Köchin Mary Anne.

Heute hat Ingrid Geburtstag. Zur Feier des Tages gab es einen Geburtstagskuchen, sogar mit einer Kerze, die hier zu besorgen, gar nicht so einfach war. Gerade wird ein Ferkel gegrillt, das eigens geschlachtet wurde. Das gibt es dann heute Abend zusammen mit Wein.

Morgen hat das süβe Leben aber ein Ende. Dann schauen wir uns die Insel Palawan an.



Singapur, 19. November  2006 - 143. Tag

Singapur Sling  

Wir sitzen gerade am Flughafen von Singapur und warten auf unseren Flug nach Manila. Der zweitägige Aufenthalt hier war sehr erholsam, weil hier alles sehr westlich, sehr organisiert und sehr sauber ist. Auβerdem ist Singapur (auβer für Olaf Moskau), die einzige Stadt auf unserer Reise, in der wir vorher schon einmal waren, also schon wissen "wie hier alles läuft".

Daher haben wir an den zwei Tagen hier weniger Sightseeing gemacht und ziemlich viel an unserer Webseite gebaut. Gestern früh kam dann der Schock, auf unserer Webseite war nur noch weiβ und es stand eine Zeile drauf, die mit "Syntax Error" begann. Also haben wir das Frühstück gestrichen und uns verzweifelt auf die Suche nach dem Fehler gemacht, also vielmehr Olaf, denn ich habe davon ja keine Ahnung! Am Nachmittag hatte Olaf dann den Fehler gefunden und wir beide erstmal genug von unserer Webseite.

Als Belohnung sind wir dann ins Raffles Hotel gegangen, dem traditionsreichtsen Hotel in Singapur, und haben in der "Long Bar" Singapur Slings getrunken. Allerdings muβten wir feststellen, dass auβer uns auch noch alle anderen Touristen von Singapur hier versammelt waren. Nachdem wir eine Schale Erdnüsse geleert hatten, deren Schalen wir groβzügig auf dem Fuβboden verteilt haben (die Tradition kommt warscheinlich eher von den Chinesen, als von den Engländern), haben wir uns dann wieder auf dem Heimweg gemacht. Schlieβlich sind wir heute schon wieder um 4.30 Uhr aufgestanden.




Hat Nai Thron 16. November 2006 - 140. Tag

Haifischsteaks und Elefantentrekking

Leider haben wir für Thailand insgesamt nur 14 Tage Zeit, denn die Flüge nach Singapur und von dort aus weiter nach Manila, wo wir Olafs Mutter treffen, sind seit Hong Kong fest gebucht.

Da wir noch etwas mehr von Thailand sehen wollten, sind wir Sonntag um 8.30 Uhr ins Boot zurück ans Festland gestiegen, nach 2 Stunden Fahrt waren wir da. Dann ging es weiter mit einem Moped mit Seitenwagen zur Busstation. Da wir den letzten Bus nach Khao Lak gerade verpasst hatten, konnten wir noch Mittag essen und notwendige Busfahrutensilien wie Wasser, Pringels und M&Ms besorgen. Dass es hier wieder ein gröβeres Angebot an westlichen Waren gibt, bringt mich jedes Mal wieder in Versuchung. Aber bis jetzt habe ich es doch jedes Mal wieder geschafft, aus dem Laden zu gehen, ohne das gesamte Sortiment aufzukaufen!

Mit dem Khao Lak Express ging es dann 12.30 Uhr weiter. Der Name Express hielt aber unseren Bus nicht davon ab, an jeder Gieβkanne zu halten. Ungefähr vier Stunden später hatten wir die 300 km geschafft, wir waren angekommen. Während ich das Gepäck an der Bushaltestelle bewachte, machte sich Olaf auf den Weg eine Unterkunft für uns zu finden und war auch gleich erfolgreich. Bei "Father and Son" gleich an der Hauptstraße bekamen wir einen Steinbungalow für 500 Baht, der in einem schönen Garten gelegen war, ungefähr 5 Minuten von Strand entfernt. Wie wir später festgestellt haben, gab es im dazugehörigen Restaurant "Moms" auch den frischesten Fisch, der auch noch ziemlich preiswert war, so dass wir Hai, Baracuda, Tunfisch und groβe Shrimps probiert haben.

Den Strand fanden wir allerdings nicht so überzeugend - sehr felsig, so dass wir uns entschieden haben, den nächsten Tag Thailands Natur und Tierwelt bei einem Ausflug zu erkunden.

Unsere kleine Ausflugsgruppe bestand nur aus Olaf und mir und dem Fahrer. Dafür haben wir auch den ältesten Pick-up des Ortes bekommen und mir wurde zum ersten Mal klar, warum es Sinn macht eine Rückbank anzuschrauben. Bei 100 km/h durch Kurven hatte ich doch einige Schwierigkeiten, mich zu stabilisieren. Zumal es auch keine andere Möglichkeit gab, sich festzuhalten, auβer am Vordersitz.

Die erste Station war Elefantentrekking im Dschungel. Unser Elefant "Sydney" ein "Lady-Boy" war schon 45 Jahre alt und langsamer, als die anderen. Das hat uns dieses Mal nicht so sehr gestört, denn auf einem Elefanten sitzt man ziemlich hoch. Um die Natur zu beobachten, ist es allerdings sehr praktisch, weil man eine schöne Perspektive hat. Allerdings ist Elefantenreiten auch eine sehr schaukelige Angelegenheit. Schon bei kleineren An- und Abstiegen mussten wir uns festhalten, da wir ordentlich nach vorn oder hinten geschleudert wurden. Das Ausflugsziel, ein Mikro-Wasserfall, war allerdings nicht so beeindruckend. Nach ca. 1,5 Stunden war unsere Expedition beendet und Sydney freute sich über seine verdiente Portion Bananen.

Nach einem kurzen Mittagessen ging es weiter zum Kanufahren. Wir waren allerdings enttäuscht, da wir dachte, dass wir selbst fahren dürfen, wie in Severobaikalsk, bei unserer Catamaran-Tour. Statt dessen wurden wir in einer Art Schlauchboot umhergefahren.

Die Natur war aber sehr schön und hat uns beide an Guilin erinnert. Auβerdem gab es viele bunte Schmetterlinge und Vögel zu sehen, so wie Frösche und zwei Baumschlangen. Ein Schmetterling, der ins Wasser gefallen war, wurde von unseren Bootsführer gerettet. Er setzte ihn mir auf die Hand, wo der Schmetterling fast eine Stunde ausharrte, mich groβ ansah etwas auf der Hand langspazierte und wieder erstarrte und mich anschaute. Wahrscheinlich hatte er einen Schock bekommen, erst das viele Wasser und dann die groβen Menschen. Ungefähr 10 Minuten, bevor wir ankamen, flog er los. Leider dauerte sein Flug nur wenige Meter bis zum Shirt des zweiten Bootsführers. Dort fiel er nach kurzer Zeit runter und wurde zerquetscht, zumindest sahen wir später nur noch seinen leblosen Körper im Boot liegen. Sehr traurig!

Ansonsten haben wir die Zeit und die guten Internetverbindungen in Khao Lak genutzt, um an unserer Webseite zu arbeiten. Zum einen haben wir bei Reiseroute bis einschlieβlich Kambodscha für jede bereiste Stadt die Hauptsehenswürdigkeiten und unsere Tips dazu eingestellt. Für alle die, die unserer Reiseroute folgen wollen, oder auch nur einzelne Ziele ansteuern wollen. Also schaut unbedingt mal rein.

Auβerdem arbeite ich gerade an zwei neuen Kategorien bei "Lektüre & mehr", nämlich jeweils einer Zusammenstellung von Büchern und DVDs über jedes einzelne Reiseland. Da ich auf unserer Tour in den einzelnen Ländern gern Bücher zu dem bereisten Land dabei gehabt hätte, habe ich für nachfolgende Reisende jeweils einige ausgesucht. Zur Vorbereitung und Nacherholung gibt es dann die DVDs. Da die Erstellung dieser Seiten sehr viel Arbeit macht, würde ich mich freuen, wenn ihr mir mal schreibt, wie ihr die Idee findet und ob dafür überhaupt Interesse besteht.

Nach zwei Nächten Khao Lak ging es dann weiter nach Phuket. Einen Bus dorthin auf der Straβe zu stoppen war einfacher, als gedacht und so waren wir wenige Stunden später dort. Aus dem Busfenster sah Phuket weniger touristisch aus, als ich erwartet hatte. Aber der Bus ist ja auch nicht entlang der Strände gefahren. Hier ein Meter-Taxi zu bekommen war schon schwieriger. So dass wir in einem TucTuc landeten. Das erste Hotel, dass wir anfuhren, war eine Enttäuschung. Es war eine ohrenbetäubende Baustelle zu unverändert hohen Preisen. Aber der TucTuc-Fahrer wußte Rat. Dicht beim Flughafen gibt es den Nai Thon Strand, wo man ebenfalls in Bungalows übernachten kann.

Der Strand selbst ist wirklich sehr schön und das Wasser zum Baden und schwimmen bisher das Beste, das wir hatten. Die Bungalows sind auch in Ordnung, allerdings schon wesentlich teuer, als das was wir bisher so gezahlt haben (1550 Bhat pro Nacht) und das Klientel ist ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig (deutsche Prolls). Zum Glück hatten sich hier bis auf noch ein weiteres gröβeres Hotel, dass übrigens auch über Jahn Reisen und Neckermann buchbar ist, noch nicht so viele Hotels angesiedelt, so dass der Strand immer sehr leer ist. Die Zeit hier haben wir fast ausschlieβlich lesend verbracht, damit wir vor unserem Flug mit der Billigairline Jetstar, noch etwas Gewicht reduzieren können.

Morgen geht es weiter, zuerst nach Singapur und dann nach Manila, der Hauptstadt der Philippinen.



Ko Phayam 11. November 2006 - 135. Tag

Not Refunabel - oder eins der letzten Paradiese?

Von Bangkok ging es 10 Stunden mit dem Bus nach Ranong. Der Bus war bisher der komfortabelste auf unserer bisherigen Reise, aber nach spätestens 6 Stunden will man nur noch ankommen. Endlich angekommen dachte ich, wir haben es mal wieder geschafft - Road less travelled oder mit anderen Worten, auβer uns keiner hier. Die Fahrt zum Hotel bewältigten wir in einem Beiwagen von einem Moped, sozusagen ein "Downsized TucTuc" und vereinbarten gleich, dass es uns am nächsten Morgen auch zum Pier bringt. Dort hatten sich dann doch noch ca. 10 weitere Traveller eingefunden, die auf eine von den Inseln wollten. Auf dem Ticket, das wir kauften, stand "Not Refunabel" - was immer das heiβen soll, es macht zumindest mal neugierig auf die Insel.

Vier Stunden später waren wir auf Ko Phayam. Auf dem Rücksitz eines Mopeds ging es auf die andere Seite der Insel - zum Strand. Dort waren wir aber zunächst etwas enttäuscht: Bungalows nicht so komfortabel wie in Vietnam, Strand bei Flut ziemlich schmal, das Wasser bei Ebbe ziemlich weit drauβen.

Aber Vergleichen ist das Verkehrteste, was man tun kann. Man muβ sich auf jeden neuen Ort wieder neu einlassen und das Positive sehen. Das haben wir dann auch getan. Hier waren nämlich lauter nette Menschen versammelt, mit denen man sich gut unterhalten und Spaß haben konnte. Noch am Fähranleger haben wir Michelle aus München, eine Flugbegleiterin von LTU kennengelernt. Abends beim Lagerfeuer in der Nature Bar, die gerade vom 22 jährigen Benni aus Thüringen eröffnet wird, Bernd aus Nürnberg, der als Hobby eine Karpfenzucht hat und die zwei Schweizer Michael und Reto! Hier bekamen wir es auch zum ersten Mal zu hören: "Das hier, das ist eins der letzten Paradiese! Früher gab es viele Plätze in Thailand die so waren, wie dieser hier. Davon gibt kaum noch welche."

Je länger wir hier waren, desto besser gefiel uns der Platz. Drei Kilometer fast leerer Strand, ganz allein im Meer schwimmen, schöne Sonnenuntergänge an einem Ort, der Entspannung ausstrahlt. Beim groβen Lagerfeuer bei der Eröffnung der Rasta Baby Bar hörten wir es wieder: "Psst! Don’t tell anybody about this place." Okay, ich werde es nicht weitererzählen, sondern nur hier einmal aufschreiben. Wer deswegen dann dorthin fährt – don’t tell anybody!



Bangkok, 6. November 2006 - 130. Tag

Country Roads und Bangkoks Nachtleben

Als wir in Siem Reap ankamen und Bustickets kaufen wollten, war noch nicht klar, ob am Freitag überhaupt ein Bus fährt. Die Straβen waren nach intensiven Regengüssen aufgeweicht. Von Krysta, der Kanadierin, die mit uns die Mongoleitour zusammen gemacht hat, wußten wir per Mail, dass sie eineinhalb Wochen vorher die Piste auf einem Pick-up gefahren ist. Das hat wohl richtig weh getan.

Natürlich ist Busfahren für 14 US-$ pro Person wesentlich günstiger, als fliegen für 138 US-$ plus 25 US-$ Departuretax. Daher munkelt man, hat die Airline nachgeholfen, dass die Straβenzustände nicht verbessert werden. Wir hatten Glück, Mittwoch wurde uns zugesagt, dass der Bus fährt. Allerdings wurde der Bus, der nicht viel gröβer als ein VW- Bus war auch randvoll befüllt. Bereits am Guesthouse, wo wir losfuhren, waren fast alle Sitze belegt und das Gepäck stapelte sich im Zwischengang. Aber am nächsten Stop warteten noch mal 7 Passagiere und zwei Lokals darauf mitgenommen zu werden, alle mit groβen Gepäck. So wurde gestopft, das Gepäck im Mittelgang noch höher gestapelt, ein Kind von 8 Jahren auf den Schoβ genommen und schließlich die zwei Lokals in die Mitte aufs Gepäck gesetzt. Trotzdem mussten zwei Reisende drauβen bleiben, mehr ging wirklich nicht rein. So fuhren wir mit 20 Personen + Fahrer los.

Die Straβe oder besser Piste war eine Katastrophe. Auf dem Weg sahen wir viele Lkws die im Schlamm stecken geblieben waren. Wir rutschten und schlitterten durch tiefe ausgefahrene Furchen und durch Schlammpfützen, meist mit immer einem Fahrzeug im Blick, das es nicht geschafft hatte. Auch die Einheimischen standen interessiert an der Straβe, um zu sehen, wen es als nächsten erwischt.

Nach ca. 6 Stunden hatten wir es aber geschafft, wir waren an der Grenze. Dort mussten wir einmal unser Gepäck rüber schleppen, Aus- und Einreise war unproblematisch. Auf der anderen Seite wurden wir wieder eingesammelt und ca. Eine Stunde später saβen wir in einem (richtigen) Bus nach Bangkok und fuhren auf asphaltierten Straβen weitere 4 Stunden unserem Ziel entgegen. Dort kamen wir kurz nach 20 Uhr an.

Mit dem Taxi ging es dann weiter zu Rainer. Er hatte uns bei seiner Abschiedsfeier im letzten Sommer in Hamburg eingeladen, ihn in Bangkok zu besuchen, wo er jetzt arbeitet. Für uns ist das immer sehr schön jemanden vor Ort zu besuchen. Nicht nur dass wir mal wieder ein bekanntes Gesicht sehen, wir bekommen innerhalb kürzester Zeit ein Gefühl wie es ist in einer Stadt, einem Land zu leben und auch einen Einblick in die Kultur des Landes über die vielen Anekdoten. Hier ein kleines Beispiel: In Thailand ist der Kopf etwas Besonderes, im Gegensatz zu den Füβen. Als ich unsere Wäsche in die Waschmaschine steckte, erklärte mir Rainer, dass hier auch die danach die Wäsche sortiert und gewaschen wird, d.h. Hosen zusammen und Oberteile zusammen. Als er von seinem Kollegen gefragt wurde, ob er das denn nicht täte, wäre es sehr unhöflich gewesen, wenn er "Nein" geantwortet hätte. Statt dessen sagt man besser "Oh, I am not sure." Trotzdem hat Rainer noch versucht zu erklären, dass wir eher nach technischen Spezifikationen waschen, wie Farbe und Material. Schon interessant, wie für uns scheinbar normale Sachen hier völlig anders betrachtet werden.

In Bangkok haben wir uns nur eine Sehenswürdigkeit angesehen, den Groβen Palast. Hier waren auch schon am frühen Sonntagmorgen Horden von Touristen versammelt. Ansonsten haben wir hauptsächlich das Nachtleben erkundet: Essen am Fluβ, wie Thais im Nachtclub zu Livemusik abfeiern oder wie Expats ihre Cocktails im "The Dome" genieβen, einer Freiluftbar auf einem Wolkenkratzer mit Blick über die Stadt. Das Highlight war aber unsere "Dinner Cruise" auf dem Fluβ beim Lichterfest. Nachdem des aussichtslos erschien dafür noch Karten zu bekommen, hat Olaf es irgendwie doch geschafft. So haben wir auf dem Bug des Schiffes ein unglaubliches Feuerwerk gesehen, eins der schönsten bisher überhaupt, da sind wir uns beide einig. Morgen früh geht es nach 4 Nächten in Bangkok weiter - an den Strand!



Siem Reap, 2. November 2006 - 126. Tag

432 Augen

Ich gebe es ja zu, wir haben es uns während unserer Zeit auf Phu Quoc mal richtig gut gehen lassen. Die Insel macht es aber einem auch sehr einfach. Morgens eine Stunde Massage am Strand für 2,50 Euro. Tagsüber lesen und entspannen auf der Terrasse. Wenn es zu heiβ wird, mal kurz im Meer abkühlen. Zu Essen gibt es günstig Seafood oder wenn man zu sehr Heimweh hat, Würstchen mit Senf und Sauerkraut im "German Biergarten". Ich glaube, wir hätten es hier locker noch eine Woche länger ausgehalten, aber der Rückflug war bereits für den 30.10. gebucht und ebenfalls der Weiterflug nach Siem Reap, Kambodscha. Dieser Ort ist Ausgangspunkt für die Besichtigungen der Tempel von Angkor, die wir uns auf unserer Reise natürlich nicht entgehen lassen wollten.
 
Die Stadt selbst ist gewappnet für den Touristenansturm mit vielen Hotels und Guesthouses und einer Restaurant- und Barstraβe, alle samt mit groβen, einladenden Terassen mit Ventilatoren, die im Kolonialstiel gehalten sind. Wir haben in einem neu eröffneten Hotel in einer kleinen Seitenstraβe für 17 US-$ gewohnt. Oft hatten wir das Gefühl, die einzigen Gäste zu sein.
Es gibt viele Möglichkeiten, die Tempel zu besichtigen. Wir haben uns fürs TucTuc entschieden. Das ist eine Rikscha, die durch ein Motorrad gezogen wird und mit der man erstaunlich schell unterwegs ist.
Am ersten Morgen um 7 Uhr ging es los. Mit meinem Outfit, T-Shirt + abgezippte Hose + feste Schuhe, sah ich etwas wie eine Pfadfinderin aus. Relativ schnell hatten wir ein TucTuc gefunden, dessen Fahrer Wod uns auf Anhieb sympatisch war. Für 40 US$ und ein Passbild pro Person bekommt man in der Einfahrt nach Angkor ein 3-Tagesticket. Denn in Angkor gibt es unglaublich viele, verschiedene Tempel. Oft ist jeder einzelne für sich schon eine Attraktionen. Berühmt ist Angkor aber für "Angkor Wat", dem gröβten religösem Gebäude der Welt, ca. 1000 Jahre alt. Ich muβ ehrlich zugeben, dass es auch der Tempel ist, der mich am meisten beeindruckt hat.

Umgeben von einem riesigen künstlich angelegten See, ist schon der Weg dorthin eindrucksvoll. Der Tempel selbst ist riesig. Eigenartigerweise haben mich die langen, überdachten Gänge an Kirchgänge erinnert. Geschmückt ist der Tempel mit in den Stein gehauenen Bildern, Figuren, Ornamenten  und Mustern. Das letzte Stück zum Tempelinneren führt über steile Treppen, wobei die einzelnen Stufen sehr hoch, aber nur sehr schmal sind. Definitiv nichts für Leute mit Höhenangst.  Dafür wir man aber mit einem tollen Blick über den Dschungel und die anderen vielen Hunderte von Touristen, die zum und auf den Tempel strömen.

In der Nähe von "Angkor Wat" liegt "Angkor Thom", vor 1000 Jahren eine Stadt mit 1 Million Einwohnern, umgeben von einer hohen, langen Stadtmauer mit vier  Stadttoren. Übrig geblieben sind die Tempel der Stadtrecht . Am schönsten fand ich hier dem "Bayon", in dem 216 riesige lächelnde Gesichter eingehauen wurden, vier in jedem der 54 Türme. So fühlt man sich an jeder Stelle des Tempels von gleich mehreren der 432 Augen angeschaut. Etwas ähnliches habe ich bisher noch nie gesehen.

Ebenfalls fasziniert hat mich die Natur ringsum. Überall umgeben ist man von Dschungel und Tieren. Ob eine Wiese mit vierblättrigen Kleeblättern, zahlreiche verschiedene Schmetterlinge, Lotusblumen, Affen, Vögel, Fledermäuse usw., alles kann man auf den Besichtigungstouren sehen. Als sich am zweiten Morgen ein, wie ich dachte, groβes Insekt am Wegesrand sich als Skorpion entpuppte, war ich allerdings ziemlich froh, das ich feste Schuhe an hatte.

Als die Tempel entdeckt wurden, war alles überdeckt mit Pflanzen. Viele Tempel wurden mittlerweile gereinigt und wieder hergestellt. Einige Tempel hat man allerdings im verfallenen Zustand gelassen und nur die notwendigsten Sachen rekonstruiert. Ebenfalls die riesigen Bäume, die die Tempel überwuchern, wurden teilweise stehen gelassen. So soll der Besucher einen Eindruck bekommen, wie die Tempel vorgefunden wurden. Mir haben diese Tempel alle sehr gut gefallen, weil sie sehr mystisch wirken und mich an Indiana Jones erinnert haben. Manche Teile werden von den Touristenströmen verschont, so dass man dort fast allein hinter jeder Ecke etwas Neues entdecken kann.

So haben wir die letzten drei Tage ungefähr 20 Tempel erklettert, durchlaufen, umrundet, bestaunt, erkundet. Das ist ziemlich anstrengend, insbesondere weil es tagsüber auch sehr heiβ ist. Ich habe mehrmals täglich mein T-Shirt völlig durchgeschwitzt. Zur Erfrischung haben wir dann gekühlte Kokosnüsse getrunken. Trotzdem haben wir es geschafft uns zu erklälten, durch den Fahrtwind auf dem TucTuc.

Die Tempel am letzten Tag lagen etwas auβerhalb, so dass wir fast eine Stunde dorthin gefahren sind. Auf der Fahrt dorthin hatten wir aber gute Gelegenheit, dass Dorfleben in Kambodscha zu beobachten. Es gibt fast ausschlieβlich Hütten auf hohen Pfählen. Gelebt, gekocht, gegessen wir aber drauβen.

Zum Abschluss und Abschied sind wir mit einem Ballon aufgestiegen und haben uns Angkor Wat von oben angesehen. Das an dem Ballon "Ballonbau Wörner" dranstand, hatte uns das notwendige Vertrauen gegeben. Da nach 15 Minuten Wartens sich kein weiterer Interessent eingefunden hatte, waren Olaf und ich im Ballon ganz allein dort oben und konnten den Ausblick geniessen. Uns haben die drei Tage sehr gut gefallen, aber morgen geht es weiter in ein neues Land - Thailand.
Wir sitzen gerade am Flughafen von Singapur und warten auf unseren Flug nach Manila. Der zweitägige Aufenthalt hier war sehr erholsam, weil hier alles sehr westlich, sehr organisiert und sehr sauber ist. Auβerdem ist Singapur (auβer für Olaf Moskau), die einzige Stadt auf unserer Reise, in der wir vorher schon einmal waren, also schon wissen "wie hier alles läuft".

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