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Thailand

Reiseroute / Thailand

Thailand

Wahrscheinlich waren die Meisten schon öfter und länger als wir hier. Thailand ist ein sehr einfach zu bereisendes Land. Man trifft überall auf Deutsche (Urlauber und Niedergelassene). Absolut empfehlenswert ist Thailand, wenn es in Deutschland Winter und somit kalt ist (November bis März). Dann findet man hier Sonne, Wärme, schöne Strände. Trotzdem sollte man sich verher genau ansehen, wohin die Thailand die Reise gehen soll. Die West- und Ostküste des Landes haben zu unterschiedlichen Zeiten Saison. Eine ganze Woche Regen auf Ko Samui trägt wie bei unseren Freunden Rainer und Petra nicht gerade zu einem gesteigerten Erholungseffekt bei. Die Beiden waren im Dezember auf Ko Samui.

In der Saison sind in Thailand extrem viele Touristen unterwegs. Uns wurde von anderen Reisenden empfohlen, ab Mitte Dezember Vorreservierungen zu machen, wenn man nicht vor einem ausgebuchten Hotel stehen will, was wir als Backpacker eigentlich nur ungern tun. Ein Vorteil des Touristenbooms ist, dass die Industrie den Thais eine gute Einkommensquelle schafft und der relative Wohlstand dazu führt, dass man sich hier eigentlich zu keiner unsicher fühlt. Die üblichen Sicherheitsvorkehrungen sollte man dennoch nicht ausser acht lassen.

Abseits der Touristenströme hatten wir das Glück von unserem Freund Rainer einige interessante Geschichten aus dem thailändischer Alltag zu erfahren, die einen kleinen Einblick in thailändische Kultur geben. Rainer arbeitet als Expat für eine westliche Firma in Bangkog. In seiner Firma gibt es unter den Kollegen eine Initiative "Sich um jemanden kümmern.". Dabei zieht jeder ein Los mit dem Namen einer Person, um die er oder sie sich für den Zeitraum von ein paar Wochen besonders kümmern muss. Die "bekümmerte" Person kennt denjenigen, der sich um sie kümmert, jedoch nicht. Das wird erst am Ende des Zeitraums offiziell gemacht. Sich kümmern heisst, seinem Schützling mal Blumen auf den Schreibtisch zu stellen, mal ein kleines Geschenk hinzulegen etc.. Wenn man sich nicht ordentlich kümmert kann das am Schluss ziemlich peinlich werden, wenn der "Bekümmerte" erfährt, wer ihn da so vernachlässigt hat. Der beschriebene Brauch ist Ausdruck in Thailand sehr ausgeprägten Gruppenkultur, in der man fast alles zusammen in der Clique seiner Freunde macht. Das konnten wir auch in den Clubs beobachten, wo die Thais mit ihrer Clique um einen Tisch tanzen, auf dem in der Regel eine Flasche Johnny Walker steht, die dann gemeinsam niedergekämpft wird. Bezahlen muss dann der, der am meisten Erfolg im Leben hat. Es ist hier Brauch, dass der Erfolgreichere den weniger Erfolgreichen einlädt. Dies ist für den, der wenig Geld hat, ganz angenehm und führt auf der Seite des Einladenen dann wiederum zur Erhöhung des Prestiges. Lt. Rainer, der sich beruflich mit Finanzen beschäftigt, fällt es den Thais aber offensichtlich schwer, sich ihr Geld richtig einzuteilen. Das merkt man daran, dass am Anfang des Monats, wenns gerade Geld gab, die Clubs und Restaurants richtig voll sind und die Kohle rausgeblasen wird. In der zweiten Monatshälfte muss dann gedarbt werden und in den Ausgehlocations herrscht ziemliche Leere.

Wenn man es irgend einrichten kann, dann sollte man bei seinem Thailandbesuch keinesfalls das Loi Kràthong Festival zum Vollmond im November verpassen. Wir hatten das grosse Glück, an diesem bedeutenden Thai Festival in Bangkok teilnehmen zu können. Hierbei ist es Brauch, bei Vollmond kleine lotusblütenförmige Schiffchen aus Bananenblättern auf den durch Bangkok fliessenden Mae Nam Chan Phraya Fluss zu setzten. Auf dem Boot befindet sich eine kleine erleuchtete Kerze und ein paar Räucherstäbchen. Beim zu Wasser lassen des Schiffchens bedankt man sich beim Fluss, dass er alle Widernisse wie Industrieabwässer und Hineinurinieren im letzten Jahr so klaglos hingenommen hat. Gleichzeitig kann man sich etwas wünschen. Wir waren beim Schiffchen schwimmen lassen leider noch nicht so geübt, so dass unsere Kerze schon nach wenigen Metern ausging. Da die Thais in der Regel ein wenig erfolgreicher waren, konnten wir unzählige kleine Boote mit brennenden Kerzen den Fluss hinunter schwimmen sehen. Später abends sind wir dann noch mit einem Ausflugsboot zusammen mit jeder Menge feiernder Thais auf dem Fluss entlanggefahren. Da war ziemlich eindrucksvoll, insbesondere das nächtliche Feuerwerk vor der glitzernden Skyline Bangkoks hat uns sehr gefallen. Das
Loi Kràthong Festival wird allerdings nicht nur in Bangkok sondern gleichzeitig in ganz Thailand an allen grösseren Flüssen gefeiert.

Trotz dieser für die relativ kurze Zeit von 14 Tagen sehr umfangreichen Erlebnisse bleibt unser Favorit in Südostasien Vietnam, wo man im Durchschnitt mehr Service und bessere Ausstattung fürs Geld bekommt und gleichzeitig weniger Tourihorden am Start sind. Trotzdem haben wir einige gute Tipps für die in Thailand von uns besuchten Orte festgehalten. Ko Phayam hat uns mit seinem ursprünglichen Hippiestyle am besten gefallen und wir haben dort jede Menge interessanter Leute gefunden.

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