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Fotomotive der Weltreise
Sabine's Blog Oktober 06

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Sabine's Blog Oktober 06

Phu Quoc, 26. Oktober 2006 - 119. Tag

Wie wird man Millionär?

Ein ziemlich einfacher Weg Millionär zu werden, ist nach Vietnam zu fliegen. Für umgerechnet 50 Euro hat man hier seine erste Million Dong in der Hand. Der maximale Betrag den die Citibank bei einer Abhebung erlaubt sind drei Millionen Dong. Die werden in
in handlichen 100.000 Dong-Scheinen ausgespuckt, damit der Jungmillionär an seinem neuen Vermögen nicht allzu schwer zu schleppen hat.

Wir sind letzten Freitag abend in Saigon, dass jetzt offiziell Ho Chi Minh City heiβt, gelandet. Dort haben wir in einem kleinem Hotel im Partybezirk Pham Ngu Lao ein Zimmer gemietet. In Gegensatz zu China sind hier wieder wesentlich mehr Backpacker unterwegs und die Stadt ist bestens darauf eingestellt.

Am ersten Tag haben wir uns die Stadt angesehen. Eindrucksvoll war das "War Remnants Museum", dass uns hauptsächlich mit Bildern vor Augen geführt hat, wir unsinnig und brutal ein Krieg ist.

Am nächsten Tag hatten wir uns für einen eintägigen Ausflug in das Mekong-Delta entschieden. Nach einer ziemlich langen Busfahrt waren für unsere Ausflugsvariante nur noch 5 Personen übrig - wir und drei Leute aus Singapur. Das hat den Ausflug sehr entspannt gemacht. Der Mekongfluss selbst hat eine braune, schlammig Farbe, so dass man nicht durch das Wasser sehen kann. Die Menschen hier leben am und mit dem Fluss, so dass viele im Wasser gebadet haben, was für mich aber nicht besonders einladend aussah. Der Fluss selbst ist ziemlich breit, hat aber ziemlich viele schmale Arme, auf denen man durch den Dschungel fährt.

Zuerst ging es mit dem Boot zu einem "floating market", den ich mir aber irgendwie spannender vorgestellt hatte, da es sich hierbei nur um paar Schiffe handelte, die jeweils ein Stück ihrer Ware, wie z.B. Eine Süβkartoffel an einen Stock an ihrem Schiff ausgestellt hatten. Ansonsten war aber keine Markttätigkeit sichtbar.

Danach ging es zu einer Fabrik, die Süßigkeiten aus Kokosnüssen herstellt. Dafür ist die Region hier bekannt. Wir konnten live erleben wie Puffreis hergestellt wird und Kokosbonbons. Das beste war aber, dass wir auch alles vor Ort verkosten durften.
Als wir mit unserem Schiff die nächste Station angesteuert haben, wurden wir von einem Platzregen überrascht, der mit einer solchen Intensität vom Himmel kam, dass es bald an mehreren Stellen in unser Boot tropfte. Zum Mittag durften wir uns dann unsere eigenen vietnamesischen Frühlingsrollen herstellen. Das Prinzip ist ähnlich wie mexikanischen Buritos, nur dass hier alles in Reispapier gewickelt wird.

Die vorletzte Station war eine Ziegelfabrik - wurde also alles aufgeboten, was die Region zu bieten hat. Danach hatten wir noch einen einstündigen Aufenthalt in einer kleinen Stadt, wo wir fünf nicht so richtig wußten, was wir machen sollten. Also sind wir alle in den nächsten Frisörsalon maschiert, allein das Waschen der Haare hat länger, als eine halbe Stunde gedauert, inkl. Nacken- und Kopfmassage und Gesichtspeeling. Leider blieb dann nicht mehr soviel Zeit fürs schneiden. Trotzdem für 2,50 Euro pro Person eine sehr entspannende Sache. Auch unser Reiseleiter war sehr erstaunt, als er uns mit unseren frischgefönten Frisuren wiedersah. Das hatte er wohl noch nie erlebt.

Am nächsten Tag hatten wir uns noch für einen Ausflug zu den Ch Chi Tunnels entschieden, in denen sich während des Krieges die Vietcong-Kämpfer versteckt hielten. Am meisten berührt haben mich aber die Erzählungen unseres Reiseleiters, der als Vietnamese, auf der Seite der Amerikaner, also auf der "falschen Seite" gekämpft hatte. Er hat uns den Krieg aus seiner persönlichen Sichtweise erzählt und uns eindringlich klar gemacht, dass das wichtigste was wir haben, unsere persönliche Lebenszeit ist, die wir nicht mit unnützen Dingen vergeuden sollen.

Im Dschungel angekommen, waren zuerst hauptsächlich Bombenkrater zu sehen, alte Panzer, aber auch die winzigen Einstiegslöcher in das Tunnelsystem, eklige Fallen, meistens mit Eisenspitzen ausgestattet, mit denen sich der Vietkong gewehrt hat. Zum Schluss konnte man selbst 100 m auf drei verschieden Ebenen durch das Tunnelsystem krauchen. Ich habe allerdings mir nur die ersten 20 m angetan. Der Tunnel war sehr eng und nur 1,4 m hoch, so dass man teilweise nur auf allen Vieren weitergekommen ist, auβerdem war er wenig beleucht. Am schlimmsten fand ich aber neben der dunklen, bedrückenden Enge die feuchte, stickige Luft, die mir das Gefühl gab, das es hier nicht viel Sauerstoff geben kann. Unglaublich, wie es hier Menschen über mehrere Tage und Wochen ausgehalten haben!

Am nächsten Morgen ging es weiter - an den Strand. Während unserer fast viermonatigen bisherigen Reise hatten wir erst zwei Strandtage am Baikalsee, wo das Wetter eher kühl und das Wasser eiskalt war. Mit einer Propellermaschine sind wir zur Phu Quoc Insel geflogen. Obwohl hier zur Zeit nicht viele Touristen sind, gibt es hier viele Ressorts mit volleingerichteten Bungalows direkt am Strand ab ca. 20 Euro. Entsprechend mehr, wenn auch noch ein Pool dabei ist. Wir haben uns für den günstigsten entschieden und sind mit unserer Wahl sehr zufrieden. Hier sitzen wir nun in Schaukelstühlen auf unserer Terrasse und genießen den schönen Blick auf die Palmen und auf den Strand.



Hongkong, 20. Oktober 2006 - 113. Tag

5 Tage Hong Kong

Um es gleich vorwegzunehmen - Hong Kong ist nicht unsere Stadt. Irgendwie gibt es hier gar nicht soviel zu sehen, wie wir vorher dachten. Auβerdem hatten wir ziemliche Probleme mit der Unterkunft. In Hong Kong finden im Herbst viele Messen statt, die die Hotelpreise enorm in die Höhe steigen lassen. So haben wir in den fünf Tagen allein zweimal die Unterkunft gewechselt. Die letzte war ein kleines Zimmer ohne Fenster, was ich ziemlich erdrückend fand, für 35 Euro die Nacht. Unglaublich, dafür hatten wir einige Tage vorher in einem 4 Sterne Hotel übernachtet. Um den Aufenthalt in dem Zimmer so weit wie möglich zu minimieren sind wir abends in Kino gegangen und haben mal wieder englische Filme gesehen (The Departed und The Black Dahlia).

Hong Kong hat hauptsächlich eins zu bieten - Einkaufspassagen in jeder Gröβe - aber unsere Rucksäcke sind voll, was sollten wir da noch kaufen. Nun ja, wir haben nach vielen hin und her uns entschieden ein Laptop zu kaufen, hauptsächlich um zukünftig einfacher unsere Fotos sichern zu können.

Daneben kann man sich unendlich viele Hochhäuser ansehen, die bei jedem Architekturbegeisterten das Herz höher schlagen lassen, die aber gleichzeitig dazu führen, dass man sich unten über ziemlich schmale Gehwege quetscht und immer zahlreiche Unter- und Überführungen passieren muβ, bevor man sein Ziel erreicht.

Am anstrengendsten fand ich in Hong Kong das Wetter - sehr feuchte und heiße Luft - und soviel Dunst, dass man kaum die Sonne sehen konnte. Sehr schweiβtreibend, aber sobald man ein Gebäude betritt, schlägt einem kalte Klimaanlagenluft entgegen. Das im ständigen Wechsel kann eigentlich nur zu einer Erkältung führen, die wir beide aber zum Glück nicht bekommen haben. 

Aber ich will mich gar nicht mehr beschweren, sondern mal kurz unsere Hong Kong Highlights aufführen:

Der interessanteste Abend war, als wir Olaf ehemalige Kollegin Veronique und ihre kleine, zwei Monate alte Tochter zum Abendessen getroffen haben. Sie lebt schon länger in der Stadt und findet, dass man es hier gut aushalten kann. Sie hat schon recht, denn im Gegensatz zu China ist hier alles sehr westlich, aber irgendwie nicht richtig schön.

"Reine Verführung", wie ich zu Olaf meinte, sind die Supermärkte, die westliches Sortiment aufweisen. Nach fast zwei Monaten vor allem ohne Milchprodukte und Brot, muβte ich mich sehr zusammenreiβen, um nicht alles leer zu kaufen, denn leider sind die Preise auch sehr westlich. Morgens sind wir meist beladen mit unserer frisch erstanden Einkaufstüte zum nahe gelegenen Viktoria Park gegangen und haben dort auf einer Parkbank gemütlich gefrühstückt und die Einheimischen bei Tai-Chi beobachtet.
Den schönsten Blick hatten wir abends vom Viktoria Peak, auf den wir mit der Peak Tram hochgefahren sind. In der Dämmerung konnten wir beobachten, wie sich die riesige Stadt sich langsam beleuchtet. Ein Bild, was man in jedem Hong Kong Reiseführer wiederfindet.



Hongkong, 15. Oktober 2006 - 108. Tag


Der lange Weg nach Hong Kong

Wir sind gerade in Hong Kong angekommen und haben somit nach 45 Tagen China unseren Ausreisestempel bekommen. Für Hongkong haben wir ganz ohne jegliche Bezahlung 90 Tage Visum bekommen. Übrigens das erste Mal auf unserer Reise, das es nichts gekostet hat. Ich sitze bei Mc Donalds und passe auf unser Gepäck auf, während Olaf sich auf den Weg gemacht hat, ein Hotel zu suchen.

Seit meinem letzten Blog haben wir noch einige Städte in Südchina besichtigt. Zuerst sind wir von Shangrila ca. 6 Stunden mit dem Bus nach Lijiang gefahren. Lijiang hat eine schöne, ziemlich groβe Altstadt. Die engen Gassen, durch die sich auch kleine Kanäle ziehen, sind sehr malerisch anzusehen, insbesondere nachts, wenn alles erleuchtet ist. Allerdings ist die Altstadt auch sehr touristisch ausgebaut, da es sich um eine groβe Shopping Area handelt. Nach der einen Woche ohne irgendwelche Touristen hat uns das aber nicht gestört.

Untergekommen sind wir in einem kleinem Raum, der aber immerhin Toilette und Dusche hatte, ganz zentral am "Old Market Square" mit Blick auf einen Hinterhof für 6 Euro pro Nacht. Der Nachteil war, dass auch der Lärm vom Markt bis spät abends zu hören war, denn Lijiang ist für die Chinesen eine Partystadt.

Sehr schön war unser Ausflug zum "Black Dragon Pool Park", wo wir uns mit Büchern bewaffnet auf eine Parkbank gesetzt haben, und entspannt einige Stunden verbracht haben und zwischenzeitlich einfach die schöne Aussicht auf den See und den Park genossen haben. Gestört wurden wir nur von ein paar aufgescheuchten Rentnergruppen (meist Franzosen oder Holländer - wie überall in China), die sich nebenan an einer folkloristischen Darbietung erfreut haben, die im Halbstundentakt aufgeführt wurde.

In Lijiang haben wir auch unsere weitere Reise geplant. Als nächstes stand Kunming auf dem Plan, hauptsächlich um dort die benötigten Visa für die Weiterreise nach Vietnam zu besorgen. Da die Flugpreise unglaublich günstig waren (35 Euro p.P), haben wir dorthin einen Flug gebucht und ebenfalls einen weiteren nach Guilin, von dort aus sollte es dann weiter mit dem Bus nach Hongkong gehen.

Leider wurden wir in der Nacht vor unserem geplanten Flug krank - nachdem wir "westliches" Essen gegessen hatten. Die ganze Zeit vorher hatten wir peinlich genau die chinesischen Küchen uns angesehen und unser Essen aus den frischen Zutaten ausgewählt, hier nicht. Bei Olaf ging es zuerst los, später habe ich mich dann eingereiht - Toilettendauerbesetzung (eklige Details lasse ich mal lieber weg). Jedenfalls war an fliegen nicht zu denken. Zum Glück konnte Olaf aber ohne Gebühr den Flug um einen Tag verschieben lassen. Am Nachmittag ging es ihm wieder schlechter und er bekam auch noch hohes Fieber. Dieses Mal habe ich mich auf den Weg gemacht um für den Notfall herauszufinden, wo das Krankenhaus ist. Der Weg durch die Altstadt erschien mir am diesem Tag unendlich lang, aber schlieβlich habe ich meine Informationen bekommen - zum Glück haben wir sie aber nicht benötigt, da am Abend das Fieber leicht zurückging.

Am nächsten Tag haben wir beschlossen, den 50 Minutenflug zu wagen, schon allein, weil wir nicht noch einen Tag in dieser Bude verbringen wollten, denn mittlerweile hatten die Mücken auch noch meine Arme und Beine zerstochen, irgendwie müssen sie gemerkt haben, dass es Olaf noch schlechter ging. Ich war aber doch sehr froh, als wir heil in Kunming ankamen. Hier hatten wir nur ein Ziel - ein schönes Hotelzimmer, um uns zu erholen. Das hat auch auf Anhieb geklappt. Das erste 4 Sterne-Hotel, das wir angesteuert hatten, hat uns trotz gleichzeitig stattfindenden Aids-Kongress ein schönes Zimmer inklusive Frühstück für nur 35 Euro überlassen. Das beste war aber, dass es HBO gab und wir so nach langer Zeit mal wieder englischsprachige Filme gucken konnten. Das Hotel befand sich ebenfalls schräg gegenüber der Vietnamesischen Botschaft, wo wir noch am Anreiseabend unsere Visa beantragt haben. Da wir aber einen Tag später, als geplant dort waren, mussten wir zusätzlich zu den jeweils 40 Euro Visagebühren auch noch 20 Euro Expresszuschlag bezahlen.

In Kunming selbst gibt es nicht allzuviel zu sehen. Auf die insgesamt 4 stündige Fahrt zu einem Stehlenpark, wohl die Hauptattraktion, haben doch lieber noch verzichtet. Ich habe statt dessen für 3 Euro eine Fuβmassage ausprobiert, wobei während des viertelstündigen Fuβbades auch noch der Rücken mit massiert wurde. Interessant fand ich, dass das Wasser des Fuβbades hinterher einfach zwischen die Autos vom Hotelparkplatz gekippt wurde. Insgesamt war es aber eine sehr entspannende Prozedur.

Das nächste Ziel war Guilin, bekannt für seine Karsthügel. Unser Flieger landete ziemlich spät, so dass wie uns für das  Hotel entschieden haben, vor dem uns der Airportbus abgesetzt hat, dem Guilin Aviation Hotel. Hier haben wir das letzte Zimmer bekommen, das aber gerade frisch renoviert worden war und insbesondere das Bad sehr stylisch war. 

Als wir den nächsten Morgen aus dem Hotel kamen schlug uns feuchte Hitze entgegen und die ganze Stadt lag unter einer Dunstglocke, so dass man nicht weit sehen konnte - und auf den Fotos, die ich vorher gesehen hatte, dachte ich immer das sei romantischer Frühnebel, der zwischen den Kasthügeln hängt. Die Stadt ist einfach zwischen die Hügel gebaut worden, so dass man immer wieder auf welche trifft, wenn man durch die Stadt läuft. Einer der meist besuchten Hügel ist der "Elephant Trunk Hill", der ein wenig wie ein trinkender Elephant aussieht, und der Hügel hinter dem Palast. Um diese Hügel zusammen mit den tausend anderen Touristen zu besteigen, die sich alle in Guilin befinden, muss man allerdings ein hohes Eintrittsgeld bezahlen. Die Besteigung selbst ist dann ein sehr schweißtreibendes Vergnügen. Der Blick von oben ist dann durch den ganzen Dunst ziemlich eingeschränkt, aber trotzdem schön.

Zum Mittagessen hatten wir dann einen "Pizza-Hut" auserkoren. Womit wir allerdings nicht gerecht hatten, war die lange Schlange davor, alles Chinesen. Dabei ist es im Vergleich zu lokalem Essen extrem teuer hier zu essen, scheint aber extrem hip zu sein. 

Heute morgen ging es dann weiter. Der Airportbus fuhr direkt wieder vor dem Hotel los und gegen Mittag waren wir auf dem Flughafen von Shenzen, der letzten chinesischen Stadt vor Hong Kong. Von dort aus gab es einen Transferbus in die Innenstadt von Hong Kong. Leider hatten es die netten Damen, die uns die Bustickes verkauft hatten, versäumt uns über die etwas umständliche Prozedur aufzuklären, die wie folgt abläuft:
1. Man besteigt den ersten Bus, wo man für zwischenzeitliche Stärkungen eine kleine Flasche Wasser bekommt. Dieser fährt einen zur chinesischen Grenze.
2. Austeigen, Gepäck schnappen bis zur Abfertigung schleppen, warten bis man dran ist, nettes Gesicht machen, Ausreisestempel bekommen, Gepäck schleppen und in einen neuen Bus einsteigen. Dieser fährt einen dann bis zur Grenze von Hong Kong.
3. Austeigen, Gepäck schnappen bis zur Abfertigung schleppen, warten bis man dran ist, nettes Gesicht machen, Einreisestempel bekommen, Gepäck schleppen, richtigen Bus finden, was nicht so einfach war, da nicht alle Busse auf der anderen Seite stehen, sondern man in einer Schlange warten muss, was wir aber nicht gleich verstanden haben, weil keiner Englisch sprechen konnte, man uns aber in keinen der da stehenden Busse einsteigen lassen wollte und wir die ersten in der neuen Schlange waren.
4. Zum Ziel fahren lassen.

Dort sind wir jetzt angekommen, wo wir gleich zwei wichtige Sachen gesehen haben - eine Citibank, für Bargeld, und den Mc Donalds, in dem ich jetzt sitze...!



Shangrila, 6. Oktober 2006 - 99. Tag

Unsere Reise nach Shangri-la

Kurze Vorbemerkung: Wen interessiert, woher der Begriff "Shangri-la" kommt, dem empfehlen wir James Hiltons "Der verlorene Horizont" (original Titel: "Lost Horizon") zu lesen! - Das werden wir auch tun, sobald wir das Buch irgendwo kaufen können.

Unsere geplante Tour wird im Lonley Planet als "Roads Less Travelled", "once-in-a-lifetime journey", "1000 km + overland adventure" and "most visually spectacular scenery" angepriesen. Das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Eigentlich wollten wir die Tour mit Stella und Cyril zusammen mit der EBC-Tour machen. Nachdem die beiden ja kurzfristig ausfielen, waren wir uns nicht mehr sicher, ob wir Ersatz finden. Zum Glück hat unser vor der Abreise zur ersten Tour beim Snowland-Hotel ausgehängte Zettel gute Dienste geleistet. Andrea und Nadja, zwei Schweizer Schwestern, hatten sich per Mail bei uns gemeldet. Schnell wurden wir uns über die Tour einig. Nur die Agentur hat uns zunächst einen kleinen Dämpfer verpasst - das Organisieren der Permits dauert 3 Tage, nur ob wir auch einen Fahrer bekommen, konnte man uns nicht garantieren. Aber 24 Stunden später war klar, wir haben ein Auto mit Fahrer! 

Und das ist unserer Tour nach Yunnan vom 30. September 2006 bis 6. Oktober 2006:
Tag 1: Lhasa - Ganden Monastry - Niyang River - Basongcuo
Tag 2: Basongcuo - Bayi (inkl. Park for world of Cypress and Lamalin Monastry) - Lulang
Tag 3: Lulang - Pomi - Midui Glacier - Rao Lake
Tag 4: Rao Lake - Zuka
Tag 5: Zuka - Yanjing
Tag 6: Yanjing - Dequin
Tag 7: Dequin - Zhong Dian

Tag 1 - Leaving Lhasa

Es war soweit, wir mussten  Abschied von Lhasa nehmen. Nach Moskau waren wir hier insgesamt auf unserer Reise am längsten, was aber auch daran lag, dass wir uns hier erst akklimatisiert haben und immer etwas Zeit brauchten um unsere Jeeptouren zu organisieren. Trotzdem hat mir die Zeit hier sehr gut gefallen, was hauptsächlich auch an den freundlichen Menschen hier lag. Am Abend vorher bin ich noch mal zum Potala Palast gegangen, da dieser mich am meisten beeindruckt hat, um ihn mir noch mal anzusehen. Allerdings war ich nach 10 Minuten von vier Schmuckverkäuferinnen umringt, die mir die Sicht versperrten. Stattdessen habe ich dann Vorräte für unsere Reise eingekauft, in einem Supermarkt in REAL-Gröβe, wo es alles gab, was das chinesische Herz begehrt. Leider differiert das ganz schön von dem was ich gern gekauft hätte, aber schlieβlich bin ich doch noch fündig geworden.

Nach einem deftigen Frühstück im Thashi 1 ging es dann los. Unser Fahrer ist Mr. Yang, von weiten gut zu erkennen durch seine verhältnismäβig groβe Gröβe, die gelbe Jacke und den Cowboy-Hut. Leider spricht er auβer "Lets go!" kein Wort Englisch, gibt sich aber mit uns alle Mühe und überwacht auch unsere Bestellungen in den Restaurants, wo ebenfalls keiner Englisch spricht. Unser Jeep ist ziemlich neu und top ausgestattet mit CD-Wechsler und DVD-Anlage sowie Glasdach. Leider ist nur der Beinabstand auf der Rückbank ziemlich eingeschränkt, was den Komfort etwas verringert.

Die erste Station war das Ganden Monastry, das ca. 40 km von Lhasa entfernt liegt. Das Kloster war sehr schön und weniger touristisch, als die anderen, aber am besten war mal wieder die Aussicht vom Dach über die tibetische Landschaft. Die Landschaft am ersten Tag war sehr ähnlich der, die wir während der EBC-Tour gesehen hatten. Abends haben sind wir zu einem See gefahren, in dem es eine kleine Insel gab mit einem Kloster - sehr malerisch.

Leider war unsere erste Übernachtungsstation, eine Art Truck-Stopp, nicht so groβartig. Die Zimmer in dem "Hotel" waren ziemlich schmutzig, aber das ekligste war das Klo, das extrem bis in unser Zimmer stank.

Tag 2 - Scary Movie

Zum Glück sind wir bereits um 7 Uhr morgens weitergefahren, d.h. nach dem Mr. Yang einen Reifen gewechselt hatte. Die nächste Station war die Stadt Bayi, die gleich zwei Sehenswürdigkeit parat hält, ein buddhistischen Kloster und den Park der Zypressen, die alle sehr groβ und alt sind. Beides ist nett, aber kein Highlight. Gegen 3 Uhr waren wir schon bei unserem heutigen Zielort angekommen, und das, obwohl wir eine Stunde in einer Autowerkstatt gestanden haben, um den kaputten Reifen wieder flott zu kriegen. Die Unterkunft hier war nur unwesentlich besser als am ersten Tag und so baten wir Mr. Yang schon einen Ort weiter zu fahren, nach Pomi, der nur 100 km entfernt sein sollte.

Kurz nach dem Ort hörte allerdings die asphaltierte Straβe auf, was unser Reisetempo extrem verlangsamte, auβerdem war die tatsächliche Entfernung fast 200 km. Hier begann das Abenteuer bei der Fahrt. So fuhren wir, entlang eines Flusses, ca. 50 Meter Fallhöhe auf einer unbefestigten Straβe, immer in der Hoffnung, nicht von den entgegenkommenden Fahrzeugen in den Fluss geschubst zu werden. Hier habe ich, da ich die Pool-Position auf dem Vordersitz hatte ein wirklich spannendes  Video von der Fahrt gedreht, was wahrscheinlich jeden abschrecken würde, diesen Weg zu fahren. Das beste war aber die Überquerung des Flusses auf einer Holzbrücke, die jeweils nur von einem Fahrzeug befahren werden durfte. Danach war aber der Spuk vorbei, es gab tatsächlich wieder eine asphaltierte Straβe. Die Landschaft hatte sich ebenfalls verändert. Statt kahler Hänge eine wunderschöne Gebirgslandschaft mit vielen Bäumen und klarem Fluss.

Gegen 18 Uhr erreichten wir Pomi, wo wir auch ein ganz vernünftiges Zimmer, sogar mit heiβer Dusche, bekommen haben. Abenbrot essen waren wir in einem Restaurant, wo viele Einheimische waren. Für insgesamt 3 Euro hatten wir vier ein sehr reichliches und sehr leckeres Essen.

Tag 3 - Auf der Gletscherzunge

Da wir (zum Glück) den Abend vorher schon nach Pomi gefahren waren, erreichten wir gegen 12 Uhr den Einstieg zum Midui Gletscher, der gar nicht so weit weg schien und von dem wir nur eine weiβe Wand und darüber Nebel sahen. Allerdings begann es auch zu regnen und mit Regenjacken und Wasserflasche bewaffnet machten wir uns auf den Weg. Leider regnete es immer mehr, und mit den Tropfen an meiner Kapuze vor den Augen fragte ich Olaf: "War nicht unsere Idee ein Jahr Sommer zu haben. Statt dessen haben wir fast nur unsere Wintersachen an?" - (Tja mittlerweile sind wir echt Strandreif.) Trotzdem wollten wir gern zu diesem Gletscher. Nach einer halben Stunde kamen wir in ein kleines Dorf, in dem uns ein alter Mann anbot uns in seinem Haus an dem Feuer zu wärmen, aber wir wollten weiter. Von hier aus sah es so aus als ob uns nur ein kleinerer Berg von unserem Ziel trennen würde. Nach einigen, ziemlich steilen Kletterpassagen hatte wir diesen aber überwunden.

Vor uns sahen wir einen kleinen See und eine riesige Geröllmasse, die immer noch die Gletscherzunge verbarg. Aber wir sahen auch andere Menschen in weiter Ferne auf diesem Geröll. Also weiter! Den See hatten wir relativ schnell umrundet. Der Anstieg auf dem Geröll gestaltete sich schon etwas schwieriger, da das Klettern auf dem losen Geröll gar nicht so einfach war. Als wir endlich oben waren, sahen wir - noch einen Geröllberg. Diese Prozedur wiederholte sich mehrere Male, wobei aber das Eis zwischen den Steinen mehr wurde (sowie die Eislöcher und -spalten). Ich war mittlerweile schon ziemlich fertig von der ganzen Kletterei, aber wenigstens hatte es zwischenzeitlich aufgehört zu regnen.

Endlich hatten wir es geschafft, die Gletscherzunge lag vor und. Der Höhenmesser der Mädels zeigte knapp 4.000 m an, jetzt wußte ich auch, warum ich so aus der Puste gekommen bin. Aber der Ausblick war gigantisch. Es waren insgesamt 3 Gletscher, die sich hier vereinigten. Es klarte immer mehr auf und die Sicht wurde immer besser. Nach einiger Zeit bloβen Staunens wurden wir mutig und betraten das Eis. Natürlich haben wir uns von den Gletscherspalten und den Stellen fern gehalten, wo man das Wasser unter dem Eis rauschen hören konnte. Zusätzlich kam die Sonne raus - das war wirklich ein Höhepunkt unserer Reise.

Der Rückweg - gefühlt immer bergab - war wesentlich einfacher als der Hinweg und so waren wir gegen 16 Uhr wieder an unserem Auto. Auch der Abend war schön. Wir haben an einem See übernachtet. Bei Abendsonne konnten wir noch mal fototechnisch alles geben.

Tag 4 - 3 Pässe

Heute morgen um 8 Uhr schaute dem hinteren Fenster unseres Hotels deutete Mr. Yang, ob er das Auto nach vorn fahren, damit wir es einfacher beladen können. Als er statt dessen auf die Motorhaube zeigte und diese auch sofort öffnete, war mir klar, dass das nichts Positives zu bedeuten hatte. Als wir wenig später am Auto waren und Olaf meinte "Mr. Yang ist heute nicht gut drauf!", hatten die Schweizer Mädels auch gleich die passende Antwort: "Der Motor springt nicht an!"

So tüftelte Mr. Yang und in abwechselnder Besetzung auch einige Chinesen unter der Motorhaube  herum. Als es da nichts mehr zu holen gab, begannen sie im Innenraum unter dem Lenkrad weiterzuschrauben und als auch das nicht half, war der Kofferraum dran. Mit anderen Worten: unsere Chance hier heute wegzukommen wurde von Minute zu Minute geringer.

Aber Mr. Yang hatte mittlerweile im Ort kompetente Hilfe gefunden. Der Mann war von der Gröβe her so kompakt, dass er perfekt im Kofferraum schrauben konnte. Und so war das Problem nach 1,5h identifiziert, die Benzinpumpe war kaputt.

Mit ca. 2,5 Stunden Verspätung ging es dann los. Landschaftlich hatten wir wieder unglaubliche Ausblicke. Am beeindruckendsten ist aber, wie sich das Bild von Minute zur Minute ändert. Eben noch ein fruchtbares Tal, dann karge Gebirgslandschaft mit Terrassenfeldern, Lehmbauten die an Marokkos Kasbahs erinnern, ein kleiner Gletscher neben schneebedeckten Bergen und dann wieder Mischwald. Bald hatten wir unseren ersten Pass (ca. 5000 m) erreicht. Der Ausblick ist jedesmal wieder unbeschreiblich, man steht einfach über der Welt. Genau das dachte ich auch 2h später am zweiten Pass.

Bei unserem dritten heutigen Pass hatte ich das erste Mal bei unserer Reise beim Fahren Angst. Vielleicht lag das auch daran, dass ich die ganze Zeit am "Talfenster" saβ und sehen konnte, wie sich der blaue Fluss unten immer weiter von uns entfernte, erst 50m, dann 100m, 200m, 300m ...! Immer freie Sicht auf den Fluss, keine Bäume, nur ein steiler Hang. Die Straβe war verhältnismäβig schmal, kurvig, nicht geteert und auch ohne Leitplanken oder sonstige Begrenzungen. Da wir heute morgen erst so spät losgefahren waren, wurde das Licht auch immer schlechter. Ich konnte aber irgendwie auch nicht meinen Blick vom Tal lösen.

Als wir nach einer gefühlten Ewigkeit endlich den Pass erreichten, konnte ich das erste Mal verstehen, warum Mr. Yang hier jedes Mal seinen Hut lüftet und eine Gebetsformel spricht. Von dort oben konnten wir auch schon unseren Zielort sehen. Aber sehen und erreichen ist nicht dasselbe, wie mir bei der Abfahrt bewusst wurde. - Das gleiche Spiel nur in die andere Richtung. Die Straβe machte so viele Wendungen, dass ich schon zwischenzeitlich dachte, dass es sich um mehrere Straβen handelt. Der Fluss unten war zwischenzeitlich rot geworden und ich wollte gar nicht wissen warum. Dann sahen wir auch noch einen LKW, der die Strecke nicht geschafft hatte. Da war nicht mehr viel Auto übrig.

Aber wir sind heil angekommen. Ich hätte in diesem Ort in jeder Absteige übernachtet, nur um nicht weiterzufahren. Aber unser Hotel entpuppte sich als wahre Luxusabsteige mit kleinen Bungalows und Pool. Mr. Yang hatte (ohne unseres Wissens) schon einen Doppelbungalow telefonisch reserviert und wir haben sogar eine private Terrasse mit Blick zum Fluss. Der Preis hierfür ist auch unschlagbar - ca. 16 Euro fürs Doppelzimmer. Das genieβen wir jetzt, nach dem wir sehr gut zu Abend gegessen haben.

Tag 5 - Der rote Fluss

Heute morgen bin ich durch des Rauschen des Flusses aufgewacht. Wenig später habe ich festgestellt, dass auch unsere Abwässer in denselben nach 20m Fallhöhe verschwinden. Mittlerweile habe ich auch rausbekommen, warum der Fluβ rot ist, es liegt an dem Gestein hier. Trotzdem finde ich den ziegelsteinroten Fluβ sehr ungewöhnlich.

Heute stand eine kurze Etappe auf dem Plan - nur 160 km - immer entlang des roten Flusses. Die Herbstfärbung der Blätter wird immer deutlicher und heute sind wir Alleestraβen langgefahren, die mich fast an Mecklenburg-Vorpommern erinnert haben. Dafür wird leider die Straβe immer schlechter (ja das geht tatsächlich). Heute hatten wir nur einen Pass zu überwinden. Dieser war dafür mindestens genauso steil, wie gestern der letzte - aber dieses Mal habe ich Dank Mittelplatz immer gerade auf die Straβe geschaut und nur ab und zu ein Blick ins Tal geworfen.

Nach einer höchst ominösen Abfahrt die letzten 3 km, sind wir bereits gegen 14 Uhr in unserem heutigen Zielort gelandet, der von oben wie ein Kurort aussieht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass nach den unglaublichsten Fahrten doch wieder richtige Zivilisation auftaucht. Unser Hotel ist das beste und günstigste (DZ 10 €), das wir auf unserer Reise hatten. Im Ort gibt es heiβe Quellen, die im Hotel gleich in 4 unterschiedlichen Pools, mit unterschiedlicher Temperatur, aufgefangen werden. Da wir zur Zeit noch die einzigen Gäste im Hotel sind, konnten wir alle für uns allein genieβen - das ist tatsächlich "Road Less Travelled".

Tag 6 - Shangri-la?

Heute morgen habe ich im Morgenlicht noch mal die Hot Springs genossen, bevor wir losfuhren in den Ort, den die Chinesen laut unserem Reiseführer als Shangri-la auserkoren haben - Dequin.

Auf dem Weg dahin wollten wir uns einen weiteren Gletscher ansehen. Als wir losgingen schien noch die Sonne, aber kurze Zeit später fing es an zu regnen. Erst ein paar Tropfen, dann immer stärker, so dass wir am ersten Aussichtspunkt beschlossen umzukehren. Wir sahen hier zwar den unteren Teil der Gletscherzunge, der Rest verbarg sich aber im dicken Nebel.

Bei unserer Weiterfahrt machte Mr. Yang auf einer Bergspitze halt. Die Aussicht war allerdings im Nebel versteckt. Er deutete, dass wir hier übernachten können, damit wir die Chance haben, das Panorama zu sehen. Allerdings trafen wir dort einen englischsprechenden Chinesen, der uns erklärte, dass er zum letzten Mal die Aussicht vor vier Tagen gesehen hatte. Das überzeugte uns nicht gerade, die Nacht in den eher ungemütlichen Hotelzimmern zu verbringen. Also fuhren wir weiter zu dem geheimnisvollen Ort Shangri-la. Was für eine Enttäuschung, ein kleiner chinesischen Ort ohne jeden Charme. Die Nacht verbrachten wir, des Budgets wegen, in einem Hotel in dem die Zimmertemperatur aufgrund fehlender Heizung 15 Grad betrug. Aber immerhin gab es eine heiβe Dusche, bei wir uns aufwärmen konnten.

Auβerdem habe ich hier das erste Mal "Mooncakes" probiert. Schon seit einiger Zeit haben wir uns gewundert, was überall in den groβen Kisten verkauft wird. Das Buch "Gebrauchsanweisung für China" hat mir hier weitergeholfen. Die kleinen Kuchen werden hier traditionell zum "Moon-Festival" gebacken. Sie sind sehr süβ und unterschiedlich gefüllt, wobei man, ähnlich wie bei einem Überraschungsei, vorher nicht weiβ womit. Meine Füllung war undefinierbar, aber leider nicht besonders lecker. Vielleicht habe ich ja das nächste Mal etwas mehr Glück.

Tag 7 - Ankunft im Shangri-la!
 
Heute morgen saβen wir abfahrbereit um 7 Uhr in unserer Hotellobby. Drauβen regnete es und dicke Nebelschwaden zogen über die Berge. Wer nicht da war, war Mr. Yang. Zum Glück hatte Olaf sich gestern noch seine Telefonnummer geben lassen. Nach einem Anruf wußten wir Bescheid - Mr. Yang schlief noch - Abfahrt eine Stunde später.

Leider klarte das Wetter heute nicht auf. Als wir die nächsten Stunden durch den Nebel fuhren, deutete Mr. Yang, dass man hier normalerweise tolle Aussichten hat, die uns heute leider verborgen blieben. Ab und zu konnten wir mal einen schneebedeckten Berg erahnen.

Bald erreichten wir unser letztes buddhistisches Kloster auf dieser Fahrt, wo wir die einzigen Touristen waren. Die Mönche versammelten sich gerade zum Morgengebet, bei dem wir zuschauen konnten. Viel spannender war aber etwas später unserer Besichtigung des Klosters selbst, das mehrere Stockwerke hatte. Überall gab es Türen, hinter denen sich kleine Gebetsräume, aber auch groβe Buddhastatuen und viele andere Sachen versteckten. Auβer ein paar Mönchen waren wir ganz allein, was natürlich unseren Entdeckergeist anstachelte und so hatten wir bald das ganze Kloster bis zum Dachboden durchforstet.

Unser letztes Mittag mit Mr. Yang hielten wie immer im typisch chinesischen Stil ab. Das bedeutet, dass der ganze Tisch Teller mit unterschiedlichen Gerichten steht, von denen sich jeder mit seinen Stäbchen bedient. Er erklärte uns, dass unser Zielort Zhong Dian in China als Shangri-la bezeichnet wird und dass er uns in einem wirklichen Top-Hotel bereits Zimmer reserviert hat für nur 16 Euro. Ich war zwar etwas skeptisch, aber immerhin hatte sich Mr. Yang auf unserer Reise, was die Hotelauswahl anging, kontinuierlich verbessert. Das Abschiedsgeschenk von Mr. Yang war aber wirklich ein Glücksgriff, wo wir uns nach der ganzen Fahrerei etwas erholen können. Trotzdem habe ich heute abend bereits Busticktes für morgen 11 Uhr nach Lijiang, unserer nächsten Station, gekauft. Olaf sitzt gerade im Businesscenter des Hotels und lädt die  Fotos von unserer Tour auf die Webseite hoch - unbedingt ansehen!!!

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